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(ots) /- Die Zahlen zeigen es: Unfälle mit Beteiligung von Fahrrädern und Pedelec kommen nicht nur zu häufig vor - sie haben oft auch schwere Folgen. Die Zahlen steigen, auch und vor allem auch für den Bereich der Pedelecfahrer. Um diesem traurigen Trend entgegenzuwirken führte die Polizei NRW gestern einen landesweiten Aktionstag "Fahrrad und Pedelec" durch, da sich dieser auch in unserem Bundesland zeigt: Im letzten Jahr starben in NRW 55 Radfahrende durch einen Verkehrsunfall - fünf mehr als im Jahr zuvor. Insgesamt verunglückten 16.725 Fahrradfahrer, wovon 44,3 % den Unfall selbst verursachten. Bei den Pedelecfahrern verunglückten 2.115 Menschen, zwanzig starben durch den Unfall. Um diesen Trend wieder umzukehren, standen sowohl das Fehlverhalten von als auch das Fehlverhalten gegenüber Fahrradfahrern im Fokus des Aktionstages. So führte die Polizei Mönchengladbach neben einer Präventionsveranstaltung auf dem Marktplatz Rheydt auch verstärkt Kontrollen im fließenden Verkehr durch. Auf der Aktionsfläche am Marktplatz in Rheydt konnten sich interessierte Bürgerinnen und Bürger bei den zahlreichen Präventions- und Sensibilisierungsangeboten informieren. Unterstützung fand die Polizei Mönchengladbach dabei durch die örtliche Verkehrswacht, die NEW, den Borussiaclub und eine örtliche Spedition für das gemeinsame Ziel: die Zahl dieser Verkehrsunfälle zu senken. Auch Herrn Minister des Innern Herbert Reul liegt dieses Ziel offensichtlich am Herzen. So ließ er es sich nicht entgehen, die Veranstaltung in Mönchengladbach persönlich zu besuchen. Mit großem Interesse informierte er sich über die einzelnen Präventionsangebote: Neben einem Mobil, in dem Jeder/r einen kostenlosen Sehtest absolvieren konnte, informierten Polizei und Verkehrswacht an mehreren Ständen über das verkehrssichere Fahrrad und demonstrierten sowohl die Bedeutung eines Fahrradhelmes als auch Bremsweg und-verhalten des Fahrrades. Neben Informationen stand aber auch vor allem das eigene Erleben im Vordergrund: Im Führerhaus eines LKW sah man eine komplette Schulklasse plötzlich im toten Winkel "verschwinden". Die eigene motorische Sicherheit und Geschicklichkeit konnte in einem moderierten Parcours und an einem Simulator erfahren werden. Letzterer forderte die Teilnehmer auf dem Rad mit der Darstellung realistischer Situationen in Bezug auf Reaktionsfähigkeit und Umsicht heraus. Herr Minister Reul erfuhr in Mönchengladbach auch eine persönliche Begegnung mit einem 12jährigen Mädchen. Sie kam extra zu der Veranstaltung, nachdem sie vor ziemlich genau einem Jahr als Radfahrerin bei einem Unfall mit einem LKW offensichtlich mit mehreren Schutzengeln auf dem Gepäckträger unterwegs war. Der Unfall ging verhältnismäßig glimpflich für das Mädchen aus - ihre Erzählungen und das mitgebrachte Unfallfahrrad aber waren sehr eindrucksvoll für alle, die ihr dort begegneten. Pedelecs erfreuen sich mittlerweile großer Beliebtheit. Leider kommt es aber immer wieder vor, dass ihre Fahrer, vor allem ältere Menschen, in dem Umgang mit dem ungewohnten Antrieb auf zwei Rädern Probleme haben. Bei den 20 Pedelecfahrern, die 2018 durch einen Unfall ums Leben kam, verursachten 85 Prozent den Unfall selber. Vor diesem Hintergrund bot die Polizei Mönchengladbach gestern mit Unterstützung der Verkehrswacht und des NEW den Tag über kostenlose Schulungen an, um den Umgang mit den Fahrzeugen unter geschützten Bedingungen zu üben und trainieren. Bei den Kontrollen hielt die Polizei Mönchengladbach insgesamt 69 Fahrradfahrer und 121 Autofahrer an. Zu den festgestellten und entsprechenden Verstößen zählen auf Seiten der Fahrradfahrer zwei Ordnungswidrigkeiten wegen Telefonierens während der Fahrt und 21 Verstöße gegen die vorgeschriebene Straßennutzung. Bei den Autofahrern stellte die Polizei einen Fahrer fest, der während der Fahrt telefonierte. Weiterhin verstießen sieben Fahrer gegen die vorgeschriebene Straßennutzung, sechs der Kontrollierten verstießen gegen Vorfahrt- oder Vorrangregeln. Aber bei weitem nicht nur die Polizei Mönchengladbach engagierte sich an diesem Aktionstag in besonderem Maße. Die Behörden im ganzen Bundesland beteiligten sich jeweils vor Ort ganz im Sinne der Verkehrssicherheit und der Senkung der Unfallzahlen. Hierbei wählten die Polizeibehörden einen ausgewogenen Ansatz präventiver wie repressiver Aktivitäten, bei denen sich viele Organisationen, Verbände und Vereine einbrachten, die mit dem tatsächlichen Verkehrsgeschehen in Beziehung stehen. In NRW kontrollierte die Polizei insgesamt 16.501 Fahrzeuge. Darunter befanden sich unter anderem 7.628 Fahrräder, 1. 190 Pedelecs, 7.530 Pkw und 95 Lkw. Die Kontrollen ergaben 2.528 Verstöße durch Fahrradfahrer und 131 Verstöße durch (S-) Pedelecfahrer. Bei den Autofahrern ahndete die Polizei 1.902 Verstöße. So mussten sich beispielsweise insgesamt 257 Zweiradfahrer wegen der Bedienung eines Handys während der Fahrt verantworten. Gegen die Straßenbenutzung verstießen 1.393 von ihnen. Fehlerhaftes Abbiegen war in 62 Fällen Grund des Anhaltens, 96 missachteten Vorrang/Vorfahrt. 124 Zweiradfahrer verstießen gegen das Rotlicht. Selbigen Verstoß begingen unter der Kraftfahrzeugführern 36 Fahrer. Die generellen Gefahren bei Nichtbeachtung von Vorrang und Vorfahrt waren bei 106 Fahrern nach Verstößen Inhalt des Kontrollgespräches. Gegen die Straßenbenutzung verstießen 64 von ihnen, 123 stehen im Verdacht, das Mobiltelefon während der Fahrt benutzt zu haben. Generell aber gilt für die Polizei Mönchengladbach: Egal, ob auf den Straßen unserer Stadt oder andernorts ist gegenseitige Rücksichtnahme ALLER Verkehrsteilnehmer ein großer Beitrag dazu, sich selber und andere vor Verletzungen und Schlimmerem zu schützen. Achten Sie aufeinander und ihre eigene Fahrweise - und am Ende ist die Gesundheit immer mehr wert, als das eigene Recht vehement durchzusetzen. Die Polizei Mönchengladbach wünscht allseits eine gute Fahrt und würde sich freuen, bei ähnlichen Aktionen viele Mönchengladbacher Bürgerinnen und Bürger begrüßen zu dürfen. Für ein sicheres Miteinander. (cw)
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