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Jünter kann's nicht mehr sehen!

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Über den Wipfeln am Borussenpark herrscht ausgelassene Ruhe.

Todmüde hüpfen Nebelkrähen über zertretene Grasflächen.

Eine Feldhamster-WG - kooptierte Mitglieder bei Greenpiss - nagt an Möhrchen und nuckelt aus roten Schnabelflaschen mit Werbeaufdruck.

Ein Kojak-Doppelgänger nuckelt ebenfalls an der roten Flasche, während er aus dem Auto steig.

Das Gefährt verfügt lediglich über den Rückwärtsgang.

Zwei Senioren in grün-schwarzer Montur knubbeln sich neben ihren schwarz-grünen Mercedes SLCs vor dem Gatter, schlagen ihre grün-schwarzen Schals fester um den Hals, husten Grünschwarzes aus der Tiefe ihrer Bronchien und spähen in das schwarzgrüne Nichts.

Die Billardkugel bewegt sich gemessenen Schrittes auf das Portal mit der Überschrift „Geschäftsstelle - Zutritt für Irdische verboten“ zu, nuckelt an der roten Schnabelflasche, drückt sanft gegen die Drehtür und landet zehn Sekunden später - vor derselben.

Während er ratlos an der hellroten Flasche nuckelt, erklärt ihm einer der Rentner, man müsse innen aus der Drehtür heraustreten, um nicht rausgeschmissen zu werden.

„Mich schmeißt niemand! Ich bin auf dem richtigen Weg. Ich bin ein Denkmal“

Gerader Blick ins Nirwana, ruhige Kopfhaltung. Perfekte Interviewschule.

„Weshalb weiß der Weg das nicht? Warum DENKEN Sie dann nicht? Und warum trinken Sie ständig aus der Flasche?“ will eine Hälfte des Fanauflaufs wissen.

„Sehen Sie nicht meine aalglatte Haut? Darauf achte ich. Wer faltenlose Haut behalten will, der muss trinken, trinken, trinken. Tag und Nacht. Natürlich vor allem während der Arbeit. Beim Training, während des Spiels. Beim Sex, egal mit wem. Mindestens fünfzehn Liter am Tag. Und – achten Sie bitte auf die Reklameaufschrift: Sponsored by BP. Ich bin auf dem richtigen Weg.“

„BP?“

„Ja. Und by L’Oreal. Diese Flasche wurde aus dem Öl hergestellt, das im Golf von Mexiko von der lecken Ölquelle ausgetreten ist. Daraus werden solche Flaschen hergestellt. Sie sehen also: Eine leckere Flasche. BP tut nur Gutes. Und L’Oreal steht für faltenlose Schönheit.“

Nuckelt an der Flasche.

Ein sonnengebräunter Mann in kurzer Hose nähert sich, hinter ihm eine Horde mit Scheinwerfern, ein riesiger Leinenschirm, ein ebenfalls riesiger Spiegel, beide auf einem Golfelektroauto.

Der Kojakdarsteller mahnt ab und zu zart an, das Training sei bereits im Gange.

Der Braungebrannte deutet ein Paar Kniebeugen an.

Eine Stunde später brennen die Scheinwerfer, Schirm und Spiegel sind positioniert.

Der Mann posiert vor einem Gummifohlen, stellt den linken Fuß auf einen gepunkteten Ball und lacht in den grau verhangenen Himmel.

„Schwarzkopf WuschiwuschiShampoo die Erste“, ruft ein Mann, hält eine Tafel vor die Nase des Wuschelträgers.

Sportwart Max Eberl kommt angewieselt, rückt die Hamsterbrille zurecht, stellt sich den Medien (in den Weg):

„Waswirinfünfzehn Monatenaufgebauthaben, dasstellenwirdochnachläppischen 15 Niederlagen inFolgennichtinFrage. WirhabeneinklaresKonzeptundsindaufdemrichtigenWeg““

“Aha. Danke, dass Sie antworten, bevor wir fragen. Herr Eberl, Sie als einstiger Flankentod …“

Der Mann mit dem tornisterblonden Kraushaar schiebt den Unterkiefer drohend nach vorne.

„Nach zwei verheerenden Niederlagen mit jeweils 0 : 4 behaupten Sie, das seien die besten Spiele ihrer Mannschaft. Sie spiele den besten Fußball. Von welcher Liga gehen Sie aus? Ist ihr eigenes Können der Maßstab? Dritte Liga? Wir sind auf dem richtigen Weg, sagte bekanntlich auch der Wanderer einen Zentimeter vor der Klippe am Grand Canyon. Haben Sie eigentlich einen Plan B? Plan A scheint ja nicht zu …“

Der Reporter wischt den Schaum vom Mund.

„Also, nein, Unsinn, brauchenwirnicht. WirhabenschließlichauchkeinenPlanA.

IchweisswasSiewiedermalgegenunserenMichaelhabenwirsindaufeinemgutenWegdieTabelleistnureineMomentaufnahmeverletzteinderinderBundesligaististnichtErsterinderzweitenundwirwerdennächstesJahrvollangreifenwirhabeneinKonzeptdaswirnatürlichnichtverratenundjetztmussichmichumwichtigeDingekümmmernderJünterbrauchtwatzufressen!“

„Äh, ja, Herr Westerwelle …“.

„Unverschämtheit. Wollen sei damit andeuten, dassichschwulsei?“

„Äh, ja, nee, obwohl – so wie Sie zu dem Trainer stehen? Nee, damit wollte ich eher andeuten, dass Sie mich an die FDP erinnern. Die hat nur noch 3 %. Das ist der letzte Tabellenplatz. Sagt Ihnen das was? 91 % der Bürger halten Schwesterwelle für einen aufgeblasenen, aggressiven Politdarsteller. Sagt Ihnen wenigstens das etwas? Der behauptet immer wieder, die Partei sei auf dem richtigen Weg. Irgendwie kommt einem das bekannt vor.“

„DieBorussiaistkeinePartei, SiehabenkeineAhnung. Tschüssikowski!“

„Herr Kojak, äh, Frontzjak, Sie stellen stets dieselben Versager auf. Sie haben nur einen Innenverteidiger, der halbwegs den Überblick behält, aber Kleine verkauft, keine Außenverteidiger, die Position halten, keinen Torjäger, Friend trifft für Hertha, keinen erstklassigen Torwart, schon gefühlte 100 Gegentore in 17 Spielen .…“.

„Die Jungs haben eben mein Vertrauen Ich habe das Vertrauen des Sportdirektors. Der hat das Vertrauen von Rainer Bonhof. Dem wiederum vertraut Herrn Königs. Vertrauen! Nur so geht es!“

Nuckelt an der Flasche.

„Aha! Genial! Das ist aber mal eins schönes Beispiel für den Spruch: Der Fisch stinkt vom Kopf her.“

„Falsch! Herr Königs duftet männlich nach Tabac.“

Trainer Frontzjak hat unterdes vor, in der Winterpause neue Disziplinen patentieren zu lassen:

.Chancentod Rel.17.3

•Bahnschrankentorwart

•Relitätsverweigerung 2.0

•Fußballerkaufladen

Jünter das Fohlen läuft am nächsten Tag aus Verzweiflung weg (zusammen mit Hennes VIII. aus der Millionenstadt Köln).

Beide bitten in Mainz um Asyl und geben Arm in Arm bei Johannes Plüsch auf youtube das bekannte Lied zum Besten:

Frei nach „Es gibt ein Leben nach dem Tod“ (De Bläckfööss)

Stehst Du vor dem leeren Kasten

Und der Gegner schaut nur zu

Schieß' den Ball zum Kahlen Asten

Denn Du bist Idrissou.

Bist du mit dem Ball alleine

Und läufst auf den Torwart zu

Schieß ihm grinsend in die Beine

Denn Du bist Idrissou.

V: Vor dem Tor

A: Nach dem Tor

V: Vor dem Tor

A: Nach dem Tor

V/A: Es gibt ein Leben, ein Leben vor/nach dem Tor.

V: In dem großen Fußballhimmel

Gibt es jeden Tag ein Fest.

Ich weiß das von Günter Netzer,

Der schon da gewesen ist.

Vor dem Tor ….

Und da gerade Weihnachten droht, setzen sie neue Maßstäbe für Weihnachtslieder.

Nach: O Tannenbaum

Borussia, Borussia, Du bist nur noch zum Weinen da.

Hast Hoffnung auf Beständigkeit?

Der Abstieg ist nun nicht mehr weit.

Borussia, Borussia …

Borussia, Borussia, Du bist nur noch zum Schämen da.

Der Rainer B. kann nichts dafür

Für den ist 2 x 3 gleich vier.

Borussia, Borussia, Du …

Borussia, Borussia, Du bist nur noch zum Heulen da.

Dein Sportwart, einst der Flankentod,

der hält sich für den Lieben Gott.

Borussia, Borussia, Du ..

Borussia, Borussia, Du bist nur noch zum Schießen da.

Der Gegentore edler Zweck

Versteht nur Nucki Frontizeck.

Borussia, Borussia, Du ..

Borussia, Borussia, Du bist nur noch zum Brüllen da.

Von Fans verlassen stehst Du vor.

Realität verweigert nur ein Tor.

Borussia, Borussia, Du …

Borussia, Borussia, Du bist nur noch zum Gackern da.

Königs macht Werbung für das Bier?

Ansonsten kann er nichts dafür.

Borussia, Borussia, Du …

Ort
Veröffentlicht
19. Dezember 2010, 20:51
Autor
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KOMMENTARE

Unbekannter Benutzer
vor 9 Jahren

Nachricht von heute, 14.2.2011.

Frontzeck entlassen. Eberl bleibt. Was denkt man sich dabei? Denn Eberl hat Frontzeck geholt und ihm ein halbes Jahr wider jede Vernunft die Stange gehalten. Gemeinsam mit Rainer Bonhof. Der hat entscheidend daran mitgewirkt, Eberl ins Amt zu hieven, einen Mann ohne einschlägige Erfahrung. Der Vorstand unter Königs wiederum bedient sich des fußballerischen Sachverstands des Weltmeisters von 1974. Nun ja, Fußball spielen konnte er, aber ...

Bange fragt man sich: Wen holen sie als Nächsten? Und dann kommt' s:

Lucien Fabvre.

Aha. Hat der nicht in Berlin die beiden einzigen Stürmer verkauft, die das Tor trafen, weil er sich mit denen nicht verstand, und Hertha ist prompt abgestiegen??

Deutschland hat anscheinend keine guten Trainer mehr. Dabei gilt unsere Trainerausbildung als weltweit führend, und Deutschland ist immerhin nach Brasilien die erfolgreichste Fußballnation.

Man soll jedem 100 Tage geben.

Danach sehen wir uns hier wieder.

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