Sag uns, was los ist:

Wussten Sie eigentlich schon etwas über… die Prüfung des Pflegedienstes vom Medizinischen Dienst? Ich erläutere heute und in den nächsten Artikeln ausführlicher die Prüfung. Warum? Zum einen, weil die Pflegebedürftigen, die in die Prüfung mit einbezogen werden häufig irritiert sind. Sie denken, ihr Pflegegrad wird überprüft und/oder aberkannt. Des Weiteren, um Ihnen einen genauen Einblick zu verschaffen, welche Bereiche im Pflegelotse.de. überhaupt bewertet werden. Sagt eine 4 aus, dass die Menschen ungepflegt und schlecht versorgt sind? Sie können sich leichter ein Urteil über Sinn und Unsinn dieser Überprüfungen bilden, wenn Sie möglichst umfänglich informiert sind. Da die Prüfung so umfangreich ist, ist auch deren Erläuterung ausführlich. Teil 2 Beginn der Prüfung und Rahmenbedingungen Eines vorweg, nett waren die Prüfer bisher alle, wir haben diesbezüglich noch keine Negativerfahrung gemacht. Aber, nett bedeutet für die Prüfungssituation gar nichts. Auch nette Menschen können ganz nett "rote Karten" verteilen. Nach meiner Erfahrung hatten bisher alle Prüfungsteams andere Schwerpunkte und somit verschiedene Bereiche, die sie sich wirklich genauestens schwerpunktmäßig angesehen haben. Es waren stets andere! Dazu komme ich im Teil 4, wenn es nämlich um Überprüfung von Pflegekassenleistungen geht. Heute erst einmal die Rahmenbedingungen der Prüfung: Punkt 9 Uhr an diesem magischen ersten Tag sitzen also 5 Menschen (2 Prüfer und drei Führungskräfte von Apocare) beieinander und jeder stellt sich der Runde kurz vor. Danach werden diverse Listen (alle Patienten mit ihren Versorgungsleistungen aus Kranken- und Pflegekasse, sowie aus allen Pflegegraden, spezielle Pflegesituationen - z.B. bestehende Wunden, liegende Urinkatheter, Medikamentengabe, u.v.a.m.) verlangt und vorgelegt. Dann wird eine Zahl gewählt, entweder vom Prüfteam, meist jedoch von einem von uns. Dieses Mal von meiner Pflegefachkraft. Sie wählte die Zahl 5. Aus den Listen der Patienten wird jetzt jeder 5. Patient nach gewissen Vorgaben (z.B. aus Pflegegrad 3 so viel Patienten, usw.) ausgewählt. Die Liste Pflegegrad 3 wird dann mal von unten, mal von oben beginnend abgezählt. Es wird eine festgelegte Anzahl aus den Pflegegraden 2- 5 gewählt. Manche Patienten nur mit Pflegeleistungen (waschen, Toilettengang, etc.), manche mit zusätzlicher Krankenkassenleistung (Medikamente, Wunden, etc.) Die Anzahl, der in die Prüfung involvierten Pflegebedürftigen und deren erwünschte Leistungen werden vorgegeben, sie richtet sich nach der Gesamtzahl der Patienten, die Pflege- oder Krankenkassenleistungen erhalten. Die ausgewählten Patienten, im Demenzbereich die Angehörigen oder Betreuer, werden telefonisch kontaktiert und um ihr Einverständnis gebeten, später vorort erfolgt dieses noch schriftlich. Die Patienten willigen für ein Gespräch, eine Inaugenscheinnahme (Pflegezustand) ihrer Person und für die Überprüfung ihrer Dokumentationsmappe ein. Lehnen der Pflegebedürftige, seine Angehörigen oder der Betreuer ab, so darf dieser Patient nicht in die Prüfung einbezogen und besucht werden. Dann wird der nächste Patient, also in unserem Fall der Patient Nr. 6 von der Liste kontaktiert, usw. Haben die Prüfer alle Prüfungspatienten nebst deren mündlichen Einwilligung eingeholt, beginnt die Prüfung. Meist ist ein Prüfer bei mir und der Geschäftsführung, um die innerbetrieblichen Unterlagen/Qualitätsmanagement zu überprüfen. Der zweite Prüfer fährt mit meiner Stellvertretung zu den ausgewählten Patienten. Im Anschluss daran werden Pflege- und Krankenkassenleistungen innerhalb der Dokumentation dann wieder im Pflegebüro geprüft (manchmal übergehend in Tag 2). Am 2. Tag findet in der Regel "nur" eine reine Abrechnungsprüfung statt. Dieses Jahr wurden viele Bereiche gemixt und fast alles an beiden Tagen "quer Beet" geprüft. In meinen folgenden Berichten schlüssele ich Ihnen strukturiert folgende Prüfungsbereiche auf: Teil 3 Besuch beim Patienten, Teil 4 Prüfung der Dokumentationsmappen im Hinblick auf Leistungen der Pflegekasse, Teil 5 Prüfung der Dokumentationsmappen im Hinblick auf Leistungen der Krankenkasse, Teil 6 Qualitätsmanagement, Teil 7 Abschlussgespräch, später "to do Liste" und Benotung. In diesem Sinne, herzlichst Petra Meyer
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