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"Wie nach Hause kommen" Der in Bleibuir aufgewachsene Martin Milde ist neuer Geschäftsführer am Kreiskrankenhaus Mechernich - In jungen Jahren arbeitete er dort bereits als Pfleger, um Sprit-Geld für sein Mofa zu verdienen Mechernich - Damals ahnte er wohl nicht, wohin ihn das noch führen sollte. "In der Eifel brauchte man entweder ein Fahrrad oder Mofa, um als Jugendlicher mobil zu sein", plaudert Martin Milde, der neue Geschäftsführer des Kreiskrankenhauses Mechernich, von früheren Zeiten. Weil das Gefährt aber auch mit Sprit "gefüttert" werden wollte, musste sich der heute 46-Jährige als Schüler des Gymnasiums Am Turmhof ein bisschen das Taschengeld aufbessern. Ja, so sei er damals in das Gesundheitswesen "reingerutscht". Der in Bleibuir aufgewachsene Milde jobbte deshalb als Pfleger im Kreiskrankenhaus Mechernich - acht Jahre, jedes zweite Wochenende, in den Ferien, sogar noch in den Semesterferien tat er seinen Dienst. Dabei durchlief er eine Menge Stationen und lernte Haus wie Beruf von der Pike auf kennen: "Dabei habe ich sehr viel über Pflege im Speziellen und Krankenhaus im Allgemeinen gelernt. Und wie so ein Krankenhaus funktioniert." 50 Mitbewerber Jetzt kehrt er als neuer Chef an seine einstige Wirkungsstätte zurück: Zum 1. Januar 2020 ist Martin Milde einstimmig von der Gesellschafterversammlung zum Geschäftsführer des Mechernicher Kreiskrankenhauses berufen worden. Milde hatte sich gegen 50 Bewerber durchsetzen können. Für Manfred Herrmann, der bereits seit 1992 Geschäftsführer am Kreiskrankenhaus Mechernich ist, eine gute und richtige Wahl: "Mit ihm haben wir einen hervorragenden Geschäftsführer für unseren Unternehmensverbund gewinnen können." Martin Milde, dessen Vater Peter Milde vielen noch aus seiner Ratsherren-Zeit in Mechernich im Gedächtnis geblieben sein dürfte, war zunächst nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre in Bonn im Bereich "Health Care" (Gesundheitswesen) einer großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft tätig. Später wechselte Milde zu den Maltesern, wo er zunächst im Konzerncontrolling und dann auch als Leiter des Bereiches tätig war. Ab 2010 führte er in dem Verbund die Geschäfte eines Krankenhauses in Bonn. Der zweifache Familienvater lebt heute mit seiner Frau und den Kindern in Bornheim. Ausbau neuer Leistungsbereiche Ihn habe vor allem das "familiäre Miteinander" im Mechernicher Krankenhaus überzeugt, berichtet Milde. Natürlich hat er auch Pläne: "Das Krankenhaus ist mit seinen Leistungsangeboten hervorragend aufgestellt, stationär und ambulant, er ist quasi der Vollversorger in der Region, das gilt es zu wahren und weiter zu entwickeln." Besonders soll die Weiterentwicklung bestehender und gezielt der Ausbau neuer Leistungsbereiche vorangetrieben werden, wie zum Beispiel in der Palliativmedizin, Altersmedizin, Notfallmedizin als auch Wirbelsäulenchirurgie. Mit Mustafa El-Khatib habe man jüngst einen Arzt gewinnen können, mit dem erstmals das Kreiskrankenhaus auch Operationen an der Halswirbelsäule anbieten kann. Hermann Gemke, der Vorgänger des Bleibuirers, scheidet zum 30. Juni vorzeitig aus "persönlichen und familiären und Gründen" als Geschäftsführer des Kreiskrankenhauses aus. Geschäftsführer Manfred Herrmann bedauert seinen Weggang "außerordentlich" und ist auch "ein bisschen traurig" darüber. Der scheidende Geschäftsführer hatte erstmals seinen Fuß als Wirtschaftsprüfer in das Mechernicher Krankenhaus gesetzt. 2010 war Gemke dann als Geschäftsführer in den Unternehmensverbund eingestiegen und pendelte seitdem zwischen Arbeitsstätte und Münster, wo es ihn auch jetzt wieder beruflich hinzieht. "Der Schritt fällt mir sehr schwer", so Gemke. Er habe sich am Mechernicher Krankenhaus "sehr wohl gefühlt". Sein Nachfolger passe "fachlich aber auch als Mensch sehr gut". Bewerberpool war ergiebig Im Bewerberpool rund um Martin Milde hat man gleichzeitig auch schon einen Nachfolger ausfindig gemacht für Manfred Herrmann (64), der im ersten Quartal 2021, wie er sagt: "in den Ruhestand eintreten muss". Schon ab Mitte des Jahres soll dieser bereits einsteigen. Den Namen werde man noch bekanntgeben, so Herrmann. Das Krankenhaus sei wirtschaftlich gut aufgestellt. "Wir haben gottseidank Überschüsse", bilanziert der Noch-Geschäftsführer. In der Krankenhaus-Landschaft sei das beileibe keine Selbstverständlichkeit. "Über 50 Prozent der Krankenhäuser in Deutschland schreiben rote Zahlen". Mit dem erwirtschafteten Überschuss habe man in der Vergangenheit ordentlich investieren können und das nicht zu knapp. Insgesamt 123 Millionen wurden demnach zwischen 1996 bis 2019 an den drei Standorten der Unternehmensgruppe, Mechernich, Schleiden und Zülpich, investiert. Das nächste Projekt steht auch schon an: die Krankenpflegeschule am Standort Mechernich soll saniert und erweitert werden, um im Endausbau 120 Ausbildungsplätze anbieten zu können. Laut Herrmann ein "zukunftsweisendes Projekt". 1.700 Mitarbeiter zählt die Unternehmensgruppe insgesamt. Das Unternehmen könne viele "treue Mitarbeiter" vorweisen, die zum Teil sogar schon 40 Jahre mit an Bord sind, die Fluktuationsrate sei niedrig, betont Herrmann. Martin Milde fühlt sich auch schon ausgesprochen wohl: "Es ist ein bisschen wie nach Hause kommen." pp/Agentur ProfiPress
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Festung im Kalten Krieg... ... und Aktionsfeld der Spione: Beim Neujahrsempfang der Bundeswehr wurden 60 Jahre Militärgeschichte in der Garnisonsstadt Mechernich beleuchtet - Enge Verbundenheit und Solidarität zwischen Streitkräften, Land und Leuten Mechernich - Die Geschichte des Bundeswehrstandorts Mechernich von 1959 bis zum heutigen Tag war Thema des Neujahrsempfangs der Bundeswehr. Es war der dritte Neujahrsempfang des amtierenden Kommandeurs und Standortältesten Lars Rauhut - und er stand früheren Empfängen mit einer Fülle von Informationen und bislang unbeleuchteter Aspekte in nichts nach. 2018 hatte Rauhut seine Mitarbeiter zu Wort kommen lassen und die über ein Dutzend unterschiedlichen Einheiten und Einrichtungen in der Bleibergkaserne vorgestellt. 2019 ging es um die Bundeswehr als Lehrherr und Ausbilder. Zivile und militärische Azubis aus den Bereichen Technik, Logistik, Feuerwehr und Sanitätswesen gaben in einer Art Talkshow Auskunft über die bemerkenswert hohe Qualität ihrer Berufsausbildung "beim Bund". Ein von dem Journalisten und Reservisten Manfred Lang moderiertes kurzweiliges Gespräch mit Zeitzeugen gab auch diesmal Einblick in öffentlich wenig bekannte Aspekte aus 60 Jahren Bundeswehrgeschichte am Bleiberg. Mechernich war eine Art Festung im Kalten Krieg und damit interessant auch für Agenten der anderen Seite. Bis zu 1.600 Mann Truppenstärke Oberstleutnant Lars Rauhut, Oberst a.D. Dietmar Wolter und Oberstleutnant a.D. Friedrich Hunsicker, der als Wahl-Mechernicher auch Chronist des Männergesangvereins, Bergbaumuseumsmentor und Vorsitzender der Berg- und Hüttenleute war, gaben Rede und Antwort. Stabsfeldwebel a.d. Herbert Spieß, der ebenfalls in Mechernich wohnhaft geblieben ist und den Talk mit seinen Erinnerungen mit vorbereitet hatte, war kurzfristig ausgefallen. Es ging in der Runde um den Bau und Betrieb der Untertageanlage (UTA), die ursprünglich fünfmal größer werden sollte, als sie tatsächlich ist, um gewandelte Lagerhaltung und Logistik in 50 Jahren und die Zeit des Kalten Krieges mit bis zu 1600 Mann Truppenstärke im Mechernicher Luftwaffenversorgungsregiment. Heute sind es 740, größtenteils beschäftigt im von Oberstleutnant Lars Rauhut geleiteten Bundeswehrdepot West. Eisenbahnzüge und 300 Lkw hätten damals komplette Instandsetzungs-Werkstätten zu Raketenbasen und Ausweichflugplätzen auf Autobahnen transportieren können. Luftwaffen- und Luftflottenkommando hätten im Verteidigungsfall im Bleiberg sichere Unterkunft gefunden. Die geheime UTA wie auch andere Einrichtungen der Bleibergkaserne waren damit nebenbei auch ein Hotspot für Spione. Tatsächlich fand man nach der Wiedervereinigung eine Untertageanlage der Nationalen Volksarmee mit haarklein der gleichen Be- und Entlüftung, wie man sie von Mechernicher Plänen abfotografiert und in der DDR nachgebaut hatte... Gutes Verhältnis zur Bevölkerung Die Stabsoffiziere Wolter, Rauhut und Hunsicker beleuchteten auch die Bedeutung der Bundeswehr für Stadt und Umland - und umgekehrt. Standortältester Lars Rauhut hatte schon bei der Vorbereitung des Talks konstatiert, die enge Verbundenheit und Solidarität vor Ort habe in seinen Augen ganz sicher mit zum Erhalt der Mechernicher Garnison beigetragen, als das dortige Depot mit Untertageanlage vor einigen Jahren während der Standortreform der Bundeswehr zur Disposition stand. Unter den vielen Gästen des Neujahrsempfangs begrüßte Standortältester Rauhut als ersten den Mechernicher Bürgermeister Auch Willi Greuel und Reiner Züll von der Hilfsgruppe Eifel für leukämie- und tumorkranke Kinder waren gekommen, DRK-Kreisgeschäftsführer und Ortsvereinsvorsitzender Rolf Klöcker, Rotkreuz-Kameradschaftsleiter Sascha Suijkerland, Robert Karl Lang und Karl-Heinz Cuber von der Reservistenkameradschaft Mechernich, Vertreter von Freiwilliger Feuerwehr, Kirchen und Polizei. Mechernichs Vize-Bürgermeister Günter Kornell, selbst Oberstleutnant der Reserve, und Erster Beigeordneter Thomas Hambach, früherer Leutnant und Kommandant auf einem Flakpanzer, sowie Vize-Landrat Markus Ramers komplettierten die illustre Gesellschaft. Tradition, Werte, Kameradschaft Uniformen überwogen im Auditorium. So begrüßte Lars Rauhut unter anderem Oberstleutnant Christian Bruske vom Kreisverbindungskommando Euskirchen, seinen stellvertretenden Depotleiter Oberstleutnant Winfried Schreiber und Oberstleutnant Lars Rißman, den Chef des Kalibrierzentrums der Bundeswehr, das ebenfalls in der Bleibergkaserne zu Hause ist. Auch Johannes Bresa vom katholischen Militärpfarramt Bonn war gekommen. In seiner Ansprache, die diesmal mehr ein Impulsreferat zum Thema Geschichte des Bundeswehrstandorts Mechernich war, zitierte Lars Rauhut den ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss mit den Worten: "Nur wer weiß, woher er kommt, weiß wohin er geht". Rauhut: "Anders formuliert - es ist wichtig zu wissen, was uns Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bundeswehr verbindet." Tradition sei nur ein Aspekt, gemeinsame Werte der wichtigere und aktuellere, so der Standortälteste. "Die etwas altertümlich daherkommende Begrifflichkeit der Kameradschaft" sei ein Beispiel dafür. Er würde sich freuen, wenn dieser Aspekt für die Besucher des Neujahrsempfangs ein wenig erlebbar und nachvollziehbar würde. Am Rande des Neujahrsempfangs hatte Oberstabsfeldwebel Rainer Paulsen, der Kasernenfeldwebel der Bleibergkaserne, eine interessante Ausstellung aufgebaut mit Schrift- und Erinnerungsstücken aus der Standortgeschichte, darunter den Portraits sämtlicher Kommandeure und einen alten Kampfanzug in "NATO Oliv", den Hauptfeldwebel a.D. Karl-Heinz Cuber, der Vorsitzende der Reservistenkameradschaft Mechernich, zur Verfügung gestellt hatte. Für musikalische Kurzweil sorgte das Violinen-Ensemble der Musikschule Euskirchen unter der Leitung von Christian Wolf unter anderem mit dem "Duo Concertate für zwei Violinen" des belgischen Komponisten Charles-Auguste de Bériot, gespielt von Linda Peintinger und Luisa Dippold, die tags zuvor den Bonner Regionalentscheid des Wettbewerbs "Jugend musiziert" gewonnen hatten. Im zweiten Teil spielten Klara Engels (16) und Julia Peintinger (16) unter anderem Werke von Telemann. pp/Agentur ProfiPress
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