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Die "Unterwelt" von Mechernich ist museumsreif

Das Bergbaumuseum „Grube Günnerdorf" bietet spektakuläre Einblicke in die Geschichte - Ein Bericht von Wochenspiegel-Redakteur Michael Nielen für das Sonderheft „40 Jahre Mechernich"

„Glück auf" wird nicht nur im Ruhrpott gesungen. Dieses Lied der Bergleute wird auch in Mechernich oft und gerne gespielt. Dort kann man auf eine 2000-jährige Bergbautradition zurück blicken und den Besuchern eine spektakuläre Attraktion bieten: Das Bergbaumuseum „Grube Günnersdorf".

Spektakulär ist dieses Museum vor allem aufgrund der Tatsache, dass man in Mechernich tief unter die Erde gelangen kann. Besucher können dort die Stollen des ehemaligen Bleibergwerks „Grube Günnersdorf" durchwandern. Wo einst Bleierz von Weltruf abgebaut wurde, erklärt heute ein sachkundiger Grubenführer anschaulich die ehemaligen Abbautechniken und den harten Arbeitsalltag der Bergleute.

Der Bergbau war einst der größte Arbeitgeber in der gesamten Region. Teilweise arbeiteten dort über 4000 Menschen. Im Jahre 1957 kam dann das Ende in Europas ehemals größter Bleimine - sie wurde geschlossen. In den neunziger Jahren wurde das stillgelegte Bleibergwerk in Teilen wieder freigelegt und zu einem Museum gemacht.

Seitdem können sich die Besucher unter Tage führen lassen. Die Männer, mit denen sie ins Bergwerk einfahren, sind mit Herzblut bei der Sache. Sie können so manche Anekdote aus der Zeit der Bergbautätigkeit, aber auch von anderen Nutzungen der Stollen erzählen. Denn während des Zweiten Weltkrieges diente das Bergwerk den Menschen nicht nur als Schutz vor Luftangriffen, dort kann man auch Reste des Operationssaals vom Krankenhaus sehen, das damals unter Tage ziehen musste.

Unvergesslich dürfte bestimmt der Anblick des großen Abbaus bleiben, in dem getrost eine Kirche Platz finden würde.

Der Rundgang dauert zwischen eineinhalb und zwei Stunden. Im Bergwerk herrscht ganzjährig eine Temperatur von 9° Celsius. Die Wege sind trocken, aber nicht befestigt und teilweise sehr sandig.

Los geht es im neu errichteten Museumsgebäude. Dort wird nicht nur der Eintritt entrichtet, sondern ein Rundgang durch die Ausstellung zeigt Werkzeuge, Kleidung und andere Gegenstände aus der Lebens- und Arbeitswelt der Bergleute.

Sehr beliebt ist auch die Schatzsuche für Kinder und Jugendliche, die eine Woche im Voraus gebucht werden muss. Und wer ganz doll verliebt ist, kann sich unter Tage sogar trauen lassen - wenn man sich traut...

Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag von 14 bis 16 Uhr, Sonntag von 11 bis 16 Uhr; Montag: Ruhetag (Führungen für angemeldete Gruppen). Täglich (außer Montag) findet um 14 Uhr eine Führung statt.

http://www.bergbaumuseum-mechernich.de

SCHLAGWORTE:
Ort
Veröffentlicht
25. Dezember 2015, 00:00
Autor
Rautenberg Media Redaktion