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Neue Großskulptur im Nieheimer Kunstpfad

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Neue Großskulptur im Nieheimer Kunstpfad

Geschaffen vom israelischen Künstler Ilan Averbuch

Nieheim (nak). Am 7. September erfolgte die Übergabe einer Schiffsinstallation als achte Station auf dem Nieheimer Kunstpfad. Das Kunstwerk trägt die Bezeichnung: "Haus im Boot, Boot im Haus"Noch Minuten vor dem festlichen Akt regnete es in Strömen im Mühlenbachtal zwischen Erwitzen und Pömbsen. Dieses nahmen aber die zahlreichen Gäste gelassen hin. Gastgeber Johann Friedrich Freiherr von der Borch sah es ebenso und meinte schmunzelnd: "Zu einer Schiffstaufe gehört Wasser!"

Als Ort für das neue Kunstwerk hat der israelische Künstler Ilan Averbuch einen Stall aus Bruch- und Ziegelsteinen in einer großen Viehweide nahe der Kreisstraße 1 gewählt. "Die Örtlichkeit traf mich wie ein Schlag", so Averbuch, als er von der Straße aus im Mühlenbachtal nahe Pömbsen den Standort für sein Kunstwerk ausfindig machte.Der Stall dient den dort weidenden Rindern nach wie vor als Unterstand. Durch dessen rotes Ziegeldach bricht nunmehr eine 18 Meter lange Schiffskarkasse hervor. Der mittige Schiffsmast ragt mehr als zehn Meter empor, während Bug und Heck je vier Meter aus den Giebelwänden herausragen. Eine innere Stahlkonstruktion trägt das Spantengerüst aus grob gezimmerter Eiche.

"Doch den Entwurf des Künstlers mal eben umzusetzen, war nicht einfach, wie Freiherr von der Borch berichtete. Bis zur Fertigstellung brauchte es große Anstrengung und viel Unterstützung von privaten Spendern, der Nieheimer Bürgerstiftung und der Kulturförderung des Landes Nordrhein-Westfalen. Zahlreiche Handwerksbetriebe aus der Region trugen letztendlich zum Gelingen des einzigartigen Kunstwerks bei.

Neben dem Künstler, seiner Frau und Tochter, begrüßte Freiherr von der Borch unter anderem Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl aus Detmold, den Nieheimer Bürgermeister Rainer Vidal und die aus Bonn angereiste Dr. Martina Padberg, die das Kunstwerk vorstellte. "Das neue Kunstwerk erhebt die alte Feldscheune und seine umgebende Landschaft zum gestalterischen Ausgangspunkt und eröffnet das Spiel zwischen beiden Formen: dem Haus und dem Boot"; so Padberg in ihrer Laudatio. Padberg weiter: "Ein Haus ist fest an seinen Standort verwurzelt, bietet Schutz und Geborgenheit. Ein Schiff hingegen ist ein seegängiges Fahrzeug, das uns ins Unbekannte bringt und uns auf der Suche nach unseren Träumen über Wasser hält."

Wenn die Besucher, von Nieheim, Pömbsen und den Gut Holzhausen kommend, den nunmehr auf zehn Kilometer ausgedehnten, als Wanderweg zertifizierten Nieheimer Kunstpfad begehen, werden sie auf vielfältige Art angeregt, ihren Kunstbegriff an den einzelnen Kunstwerken und Landschaftsbildern zu überprüfen.

Zum Künstler: Ilan Averbuch ist ein in Israel geborener Bildhauer, der in New York lebt und arbeitet. Er widmet sich der Schaffung großer öffentlicher Projekte in den USA, der Schweiz, Israel, Indien und Deutschland und stellt international in Museen und Galerien aus.

Ort
Veröffentlicht
27. September 2019, 04:58
Autor
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