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NABU lobt Kulturstiftung Marienmünster

Auf dem Dachboden des 1669 erbauten Herrenhauses leben rund 400 Fledermäuse

Marienmünster (ahk). „Menschen, die den arg bedrohten Fledermäusen dauerhaft ein sicheres Zuhause geben, leisten einen unermesslich wertvollen Beitrag zum Schutz dieser vom Aussterben bedrohten Säugetiere", sagt die Landschaftsökologin Sarah Sherwin. Ende Oktober 2016 kam sie im Auftrag des NABU von Düsseldorf nach Marienmünster, um den Vertretern der Kulturstiftung das Zertifikat „Fledermaus freundliches Haus" zu überreichen.

Verdient habe sich die Kulturstiftung diese Auszeichnung mit ihrem vorbildlichen Engagement im 1669 erbauten Derenthal'schen Herrenhaus, erklärte Sherwin. Sie leitet das vom Land NRW geförderte Fledermausprojekt und gilt als profunde Kennerin der nachtaktiven fliegenden Säugetiere. In Gegenwart der Stiftungsvorstände Robert Klocke und Hans Hermann Jansen berichtete der Leiter der Landschaftsstation des Kreises Höxter, Dr. Burkhard Beinlich, von einer sich leicht erholenden Fledermauspopulation. Auf dem Dachboden in Marienmünster wurden 2015 beispielsweise 385 Tiere der Gattung „Großes Mausohr" gezählt. Weitere „Wohnungen" bietet Hans Hermann Jansen den fleißigen Insektenvertilgern am neuen Informationszentrum an. Dort sind mehrere Fledermauskästen angebracht und auch bereits bewohnt.

Dr. Beinlich zufolge finden die kleinen Vampire in der Nähe der Abtei beste Voraussetzungen. „Der nahe Wald, die Teiche und die alten Häuser bieten beste Bedingungen und ein gutes Nahrungsangebot. Für den gesamten Kreis Höxter beziffert er die bekannten Fledermausbestände auf etwa 4.500 Tiere. Auf den großen Nutzen für die Landwirtschaft macht Sarah Sherwin explizit aufmerksam: „In Amerika konnte nachgewiesen werden, dass sie in hohem Maße zur Schädlingsbekämpfung beitragen."

Wer sich über die sicherlich nicht geruchlosen Hinterlassenschaften der tagsüber schlafenden Sommergäste ärgert, wird daran erinnert, dass ihr Kot ein wertvoller Pflanzendünger ist. „Wir werden diesen Dünger vom Dachboden holen und für die Pflanzen in unserem Klostergarten nutzen", hat Hans Hermann Jansen auch dieses Problemchen nutzbringend gelöst.

Wer als Inhaber einer Fledermausherberge die Entsorgung selbst nicht leisten kann oder will, der bekommt auf Wunsch Hilfe vom NABU. „Wir vermitteln ggf. Helfer", sagt Sarah Sherwin und gibt für Anfragen zum Thema Fledermaus ihre Telefonnummer 0211/159251-50 bekannt. Per E-Mail kann sie unter fledermaus@nabu-nrw.de kontaktiert werden. Infos sind ferner unter http://www.fledermaus-willkommen.de zu finden. Im Kreis Höxter steht auch die Landschaftsstation für Auskünfte zur Verfügung.

„Wir bringen Raum und Natur zusammen", sagt Hans Hermann Jansen. Mit Ferienkindern beobachtet der künstlerische Leiter der Abtei Marienmünster in den Abendstunden die Fledermäuse

Unter dem mit Sollingsteinen gedeckten Dach ziehen die Fledermäuse der Gattung Großes Mausohr ihre Jungen im Schatten des Kirchturms auf

Die Stiftungsvorstände Robert Klocke und Hans Hermann Jansen (v. l.) nahmen die von der Fledermaus Expertin des NABU Sarah Sherwin überreichte Plakette „Fledermaus freundliches Haus" entgegen. Als ständiger sachverständiger Berater freut sich auch Dr. Burkhard Beinlich über die Anerkennung

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25. November 2016, 00:00
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