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Im Blickpunkt: VfB Oldenburg

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„Erstklassig“, „bravourös“, „grandios“ oder einfach nur „gut gemacht“ lauteten die Kommentare der Oldenburg-Fans in den sozialen Netzwerken, nachdem ihr VfB am 11. November 2018 den Namensvetter aus der Hansestadt überraschend mit 5:1 deklassiert hatte. Die Lübecker Titelträume erhielten in jenen November-Tagen einen herben Dämpfer. Grün-Weiß brennt auf Revanche und will ähnliche Gedankengänge am Montag (Anstoß 20:15 Uhr) unbedingt verhindern, wenn der aktuelle Tabellenachte aus Niedersachsen auf der Lohmühle seine Visitenkarte abgibt.

Ein neuer Dirigent an der Seitenlinie

Obwohl das Husarenstück der Oldenburger gegen die gleichnamige Lübecker Konkurrenz das Gegenteil vermuten ließe, war die vergangene Regionalliga-Saison aus Sicht der Niedersachsen alles andere als optimal verlaufen. Nach gerade einmal acht Spieltagen hatte sich der VfB auf dem 16. Tabellenplatz wiedergefunden, so dass die Vereinsführung Anfang September 2018 Chefcoach Stephan Ehlers freistellen sollte.

Seinem Nachfolger und ehemaligen Assistenten Marco Elia gelang es schließlich, die angeschlagenen Ammerländer wieder zu stabilisieren und sie auf Platz 9 der Abschlusstabelle zu führen. Da jedoch in der Rückrunde sechs der sieben Heimspiele verloren gegangen waren, entschieden sich die VfB-Verantwortlichen, die Zusammenarbeit mit ihrem Retter zu beenden.

Seit dem 1. Juli 2019 steht mit dem 41jährigen Sport- und Englischlehrer Alexander Kiene ein neuer Übungsleiter an der Seitenlinie, dessen Verpflichtung das Ergebnis reiflicher Überlegungen gewesen ist. „Alexander Kiene“, so Oldenburgs sportlicher Leiter Jürgen Hahn im Sommer dieses Jahres, „erfüllt als Typ und Trainer sehr gut unser skizziertes Profil. In den persönlichen Gesprächen hat sich zudem schnell gezeigt, dass wir in relevanten Punkten und in unseren sportlichen Vorstellungen übereinstimmen.“

Kiene, der bis zum Ende der Saison 2016/17 in Diensten des TSV Havelse gestanden hat, kennt die Regionalliga relativ gut und gehört zweifelsohne zu den Talentiertesten der Fußballlehrer-Zunft. Im vergangenen März hatte der neue VfB-Übungsleiter seine Uefa-Pro-Lizenz mit einem Notenschnitt von 1,3 erwerben können, wodurch auch größere Vereine auf ihn aufmerksam wurden. Zeitweise war Kiene gar mit Hannover 96 in Verbindung gebracht worden, wo Chefcoach Mirko Slomka ihn wohl als Assistenten in Aussicht genommen hatte.

… und ein veranlagtes Orchester auf dem Platz

Gegenüber dem Sportbuzzer definierte Alexander Kiene im Juni 2019 seine Trainerrolle wie folgt: „Mir ist wichtig, dass sich eine Mannschaft entwickelt und ich möchte junge Spieler weiterbringen. Das ist in Havelse damals gelungen und ich sehe dafür auch beim VfB Oldenburg tolle Möglichkeiten. Ich bin überzeugt, dass wir gemeinsam, Mannschaft, Trainer, sportliche Leitung, aber auch das ganze Umfeld, hier mit akribischer Arbeit viel erreichen können.“

Besondere Akribie haben Kiene und die sportliche Leitung des VfB bereits bei der Kaderplanung an den Tag gelegt. 13 neue Spieler konnten an die Hunte gelotst werden, wobei Geschwindigkeit und Vielseitigkeit in der Verwendung diese Verpflichtungen vertreten hatten. Der einstige Zweitligist, darin sind sich alle Beteiligten einig, soll künftig durch Offensivfußball begeistern und hierdurch die Voraussetzungen für höhere Aufgaben schaffen.

Hierbei handelt es sich nicht um ein überzogenes Wunschdenken, sondern um eine Vision, die sich bereits am Horizont abzuzeichnen scheint, wie das 3:1 gegen Eintracht Norderstedt vom vergangenen Spieltag belegt. Immer wieder gelang es den Oldenburgern, die Abwehr des Gegners durch Vorstöße in die Zwischenräume in Verlegenheit zu bringen.

Des Weiteren gehören Seitenverlagerungen und frühes Pressing zum spielerischen Repertoire des ehemaligen Zweitligisten, so dass selbst der VfL Wolfsburg II am dritten Spieltag über längere Zeit anspruchsvoll beschäftigt werden konnte. Nicht ohne Erleichterung sollte denn auch Jungwölfe-Trainer Rüdiger Ziehl das 3:0 seiner Mannschaft kommentieren: „Es war ein intensives, von beiden Mannschaften offensiv geführtes Spiel und es hätte nach 60 Minuten durchaus auch 5:5 stehen können. [] Ich bin mit den drei Punkten heute sehr zufrieden.“

Die Hansekicker dürfen also gewarnt sein, zumal die Offensivaktionen der Niedersachsen nicht nur aus dem Kollektiv heraus generiert werden, sondern auch von einigen Individualkünstlern.

Stellvertretend sei an dieser Stelle Enis Bytyqi genannt, der ablösefrei von den Würzburger Kickers an die Hunte gewechselt ist. Der 22jährige Kosovare ist fußballerisch beim 1. FC Magdeburg sowie beim SV Werder Bremen ausgebildet worden und gilt als „schnell, technisch versiert, abschlussstark und flexibel einsetzbar.“ Mit 62 Drittliga-Einsätzen bringt Oldenburgs neues Sturmjuwel, das sich sowohl im Sturmzentrum als auch auf den Flügeln wohl fühlt, ein gehöriges Maß an Erfahrung mit. „Wir haben durch Enis unsere Qualität nochmal erhöht“, so der VfB-Verantwortliche Jürgen Hahn unlängst in einem Interview. „Und [wir] sind, gerade auch wenn die Verletzten zurückkommen, noch schwerer ausrechenbar.“

Mit Ambition und Motivation an die Lohmühle

Auf der Pressekonferenz nach dem 3:1-Erfolg gegen Eintracht Norderstedt hatte Alexander Kiene die Begegnung gegen den VfB Lübeck sogleich als „Highlight“ deklariert. Der Umstand, dass die Partie gegen den hanseatischen Namensvetter zur besten Sendezeit auf Sport1 live übertragen wird, dürfte bei den Männern in Blau für zusätzliche Motivation sorgen. Dass der Oldenburger Kader darüber hinaus über die nötige spielerische Qualität verfügt, um für eine positive Überraschung in der Fremde zu sorgen, kann nicht oft genug betont werden. Daran ändern auch die zahlreichen personellen Ausfälle nichts.

Kiene hat für seine Mannschaft das Ziel ausgegeben, die Saison im oberen Tabellendrittel abzuschließen; was angesichts der neuen VfB-Spielkultur als durchaus realistisch erscheint. In jedem Falle sollten Rolf Martin Landerls „Burschen“ nicht der irrigen Vorstellung verfallen, dass man dem aktuellen Tabellenachten mit langen Bällen beikommen könnte.

(Quelle: VfB Lübeck)

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Ort
Veröffentlicht
22. September 2019, 10:27
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