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Im Blickpunkt: TSV Havelse

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Ein Hauch von Bundesliga wird am Sonntag, den 20. Oktober 2019 über das Wilhelm-Langrehr-Stadion wehen, wenn der VfB Lübeck beim TSV Havelse gastiert (Anstoß: 14 Uhr). Dessen Übungsleiter Jan Zimmermann wird dann innerhalb kürzester Zeit zweimal beim Zweitligisten Hannover 96 und Trainerkollege Mirko Slomka hospitiert haben, um die im Rahmen der Fußballlehrerausbildung erworbenen Kenntnisse auch in der Partie gegen die Hansekicker anwenden zu können. Seit Ende letzten Jahres ist der 40-Jährige für die Garbsener verantwortlich und führte sie aus einer schwierigen Situation noch zum Klassenerhalt

Erst Klassenerhalt, dann Teamverstärkungen

Dabei halfen Zimmermann sicherlich nicht nur die Erkenntnisse aus den Praktika, sondern auch seine Erfahrungen aus der langjährigen Trainer-Tätigkeit beim 1. FC Germania Egestorf/Langreder. Jenes Team hatte er 2016 in die Regionalliga Nord geführt, um anschließend mit ihm zweimal in Folge den Klassenerhalt feiern zu können. Nach schwachem Saisonstart musste er Ende Oktober 2018 seinen Hut nehmen und landete nur eineinhalb Monate später beim TSV Havelse, den er in den verbliebenen 13 Partien aus den Abstiegsrängen auf den 11. Platz führte.

Es ist daher nachvollziehbar, dass der Verein aus Garbsen im Wesentlichen auf jene Akteure baut, die bereits erfolgreich mit Jan Zimmermann zusammengearbeitet haben. Zwar musste der Verlust der zwei treffsichersten Schützen der vergangenen Spielzeit verkraftet werden – Erhan Yilmaz (neun Tore) wechselte zu den Sportfreunden Lotte, während Almir Kasumovic (sechsmal erfolgreich) in der Regionalliga Nord blieb und nun die Fußballschuhe beim Hannoverschen HSC schnürt. Allerdings wurde die Mannschaft gezielt verstärkt. Mit dem aktuell verletzt fehlenden Niklas Teichgräber und Torben Engelking hatte Zimmermann bereits beim 1. FC Germania Egestorf/Langreder zusammengearbeitet. Vico Meien kam von Eintracht Norderstedt und Julian Rufidis sowie Leon Damer wechselten aus dem Nachwuchs von Hannover 96 nach Havelse. Und Torwart Antonio Brandt, der der U19 des VfL Wolfsburg entstammt, ist mittlerweile die Nummer 1 zwischen den Pfosten.

Wichtig für das Teamgefüge war auch die feste Verpflichtung von Noah Plume, der bereits bis 2018 im Trikot der Garbsener aufgelaufen war und nach einem halben Jahr in Lotte Ende Januar zunächst auf Leihbasis zurückkehrte.

Dennoch fanden die Mannen von Jan Zimmermann eher beschwerlich in die neue Saison. Auf das 1:1-Auftakt-Remis zu Hause gegen Aufsteiger Hannoverscher SC folgten die Niederlagen bei der SV Drochtersen/Assel (0:3) und gegen den SC Weiche Flensburg (0:2). Auswärts gegen den SSV Jeddeloh sollte dann durch ein 4:2 der erste Sieg gelingen, bei dem Yannik Jaeschke gleich dreimal traf. Beim anschließenden 2:2-Remis gegen den BSV Rehden blieb er zwar torlos; allerdings ist Jaeschke mit seinen bislang sieben Treffern aktuell der treffsicherste Spieler im gesamten Kader und sorgte so auch für die weiteren Dreier gegen Altona 93 (3:0), den VfB Oldenburg (3:2) und den Hamburger SV II (ebenfalls 3:2). Die sieglosen Partien gegen den Lüneburger SK Hansa (1:5) und Eintracht Norderstedt (0:1) sowie gegen die Zweitvertretungen von Werder Bremen (2:3), St. Pauli (0:1) und Holstein Kiel (0:0) vermochte indes auch der Top-Torjäger nicht verhindern. In den vergangenen drei Partien blieb Havelse ohne eigenes Tor.

Aufstiegsspiel am Grünen Tisch und eineinhalb Jahre Grün-Weiß

Da der TSV Havelse bereits seit 2010 in der Regionalliga Nord antritt, sind einige historische Verbindungen zum VfB Lübeck entstanden. Die interessantesten liegen allerdings schon weiter zurück. Beide Vereine trafen sich einst in der Aufstiegsrunde zur Oberliga Nord. Durch den Einsatz eines nicht spielberechtigten Akteurs verlor der VfB Lübeck damals am grünen Tisch. Damals trug Heinz Göing als Vereinsvorsitzender die Verantwortung und schuf durch seine Tätigkeit als Direktor des niedersächsischen Fußball-Toto die Bezeichnung „Toto-Elf“ für die Kicker in Rot-Weiß. Der heute an der Seitenlinie Verantwortliche und gleichzeitig als Sportlicher Leiter fungierende Jan Zimmermann besitzt auch eigene Erinnerungen an den VfB Lübeck; war er doch von 2004 an eineinhalb Jahre auf der Lohmühle aktiv gewesen.

Ausgeglichene Duelle in der Vergangenheit

Insgesamt sind der TSV Havelse und der VfB Lübeck in der jüngeren Vergangenheit seit dem Regionalliga-Aufstieg der Rot-Weißen im Jahr 2010 14mal aufeinander getroffen; wobei in dieser Zählung das annullierte Spiel aus der VfB-Insolvenz aus dem Jahr 2012 (2:1 für Havelse) nicht eingerechnet ist. Die Bilanz ist ausgeglichen: Der TSV Havelse konnte wie der VfB Lübeck jeweils sechs Duelle gewinnen, zweimal hieß es am Ende Unentschieden. Auch in der vergangenen Spielzeit konnten beide Teams je ein Spiel für sich entscheiden. Im Wilhelm-Langrehr-Stadion siegten die Garbsener mit 2:1, auf der Lohmühle hingegen behielten die Grün-Weißen durch Tore von Tommy Grupe, Daniel Halke und Cemal Sezer im TV-Livespiel mit 3:1 die Oberhand. Es könnte also ein zäher und lange offener Fight werden.

(Quelle: VfB Lübeck)

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Ort
Veröffentlicht
18. Oktober 2019, 22:48
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