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Im Blickpunkt: SV Drochtersen/Assel

Bundesweit sorgte die SV Drochtersen/Assel im Sommer für Schlagzeilen. Der Pokalsieger Niedersachsens, der auf dem Weg dorthin immerhin den Drittligisten VfL Osnabrück ausgeschaltet hatte, durfte sich in der ersten Runde des DFB Pokals über das Traumlos schlechthin freuen – den FC Bayern München. Klein gegen groß, David gegen Golliath, Dorf gegen Metropole – Drochtersen gegen Bayern. Genau solche Duelle wünscht sich Fußball-Deutschland von seinem DFB-Pokal-Wettbewerb.

Drochtersen trieb Bayern die Schweißperlen auf die Stirn

Zwar setzte sich am Ende der Favorit durch, der Spielverlauf kam dennoch einer Sensation gleich. Bis neun Minuten vor dem Ende stand ein torloses Unentschieden, ehe Robert Lewandowski seiner Mannschaft und seinem neuen Trainer Nico Kovac die Peinlichkeit einer Verlängerung (oder gar mehr) ersparte. Und fast wäre es noch dramatischer für den deutschen Rekordpokalsieger gekommen, hätte Drochtersens Florian Nagel in der 33. Minute freistehend und aus kurzer Distanz Torhüter Manuel Neuer überwunden. Doch dieser sollte seine Klasse einmal mehr unter Beweis stellen und rettete seiner Elf mit dem Fuß die Null.

Pokalschreck schaltet auch Braunschweig aus

Am Tag der Deutschein Einheit feierte man im Landkreis Stade nun den nächsten großen Pokaltriumph. Gegen den Zweitligaabsteiger Eintracht Braunschweig setzte man sich nach 90 torlosen Minuten mit 5:4 im Elfmeterschießen durch und steht nun erneut im Halbfinale. In der Vorschlussrunde des Vorjahres zog im Übrigen auch der VfL Osnabrück im Elfmeterschießen den Kürzeren. Ahmet Arlsan wird daher mit sehr gemischten Gefühlen nach Drochtersen reisen. Damals noch in Diensten der Lila-Weißen verschoss er nicht nur einen Elfmeter, der Fehlschuss war zudem gleichbedeutend mit dem Ende seiner Zeit an der Bremer Brücke.

In Drochtersen schlummert Organisationstalent

Während andere Vereine im DFB-Pokal oftmals in andere Stadien ausweichen müssen, beweist man in Drochtersen jede Menge Organisationstalent. Heimspiele bleiben hier Heimspiele. Sowohl das Highlight vor zwei Jahren gegen Borussia Mönchengladbach als auch der Kracher gegen die Bayern konnten im heimischen Kehdinger Stadion ausgetragen werden. Das Stadion verfügt normalerweise über 2500 Plätze, doch für den DFB-Pokal rüstete man die Kapazität mittels mobiler Tribünen auf über 7000 Steh- und Sitzplätze auf und bot somit der eigenen Gemeinde ein unvergessliches Erlebnis.

Trotz Trainerwechsel: Drochtersen bleibt stabil

Sportlicher Vater des Erfolgs war lange Zeit Enrico Maaßen. Derzeit gerade einmal 34 Jahre jung, leitete er in den vergangenen vier Jahren die Geschicke des Viertligisten, schaffte den Sprung in die Regionalliga Nord und etablierte dort den Verein, für den er sogar in den letzten drei Jahren siner Karriere noch selbst aktiv in 34 Partien die Stiefel schnürte. Die zwei Qualifikationen für den DFB-Pokal fallen somit in seine Amtszeit.

Seit dem letzten Sommer stellt er sich nun einer neuen Herausforderung beim West-Regionalligisten SV Rödinghausen, der mit aller Macht in den Profifußball strebt. Dort setzte er mit dem Erstrundenerfolg über Dynamo Dresden ein erstes Ausrufezeichen und trifft in der zweiten Runde des DFB-Pokals auf den – FC Bayern. Die Verbindung zum SV Drochtersen lässt ihn somit nicht los.

Dort besetzt derweil Lars Uder den Trainerstuhl, und es scheint, als könne er die erfolgreiche Arbeit seines Vorgängers nahtlos fortsetzen. Dies spricht nicht nur für die Qualität des 36-jährigen A-Lizenzinhabers sondern insgesamt für gefestigte Strukturen in Drochtersen, in denen es deutlich leichter zu fallen scheint, einen wichtigen Baustein zu ersetzen.

Das Prunktstück Abwehr bröckelt ein wenig

Die Abwehr ist traditionell das Prunkstück der SV Drochtersen/Assel. Dies belegen nicht nur die geschilderten Pokalduelle gegen Osnabrück, Bayern und Braunschweig, auch in der Regionalliga kassierte SVD/A in den vergangenen drei Spielzeiten durchschnittlich etwas weniger als einen Treffer pro Regionalligaspiel. Zum Vergleich: Der VfB kassierte in den vier Spielzeiten seit dem Wiederaufstieg knapp 1,3 Gegentore pro Spiel.

Etwas schlechter scheint es in dieser Saison zu laufen, mit 21 Gegentreffern in 13 Partien liegt man über dem Schnitt. Ausschlaggebend dafür ist vor allem das deutliche 0:4 beim VfL Wolfsburg II und das 1:3 zuletzt beim Lüneburger SK Hansa. Mit 18 Punkten liegt man dennoch voll im Soll und nach mehr als einem Drittel der Saison auf einem soliden achten Tabellenplatz.

Andrijanic trifft – Neumann mit Ladehemmungen

Erfolgreichster Torschütze ist derzeit Marcel Andrijanic mit vier Treffern und scheint damit in seinem zweiten Jahr in Drochtersen einzuschlagen. Nach seinem Wechsel vom TuS Erndtebrück im Sommer 2017 gelangen ihm in der vergangenen Saison lediglich zwei Tore. Alexander Neumann, in den vergangenen drei Spielzeiten mit 37 Treffern so etwas wie die Lebensversicherung der „Drosseln“, hat in dieser Saison noch Ladehemmung und traf in sechs Partien bislang nicht. Beim 5:1-Kantersieg über Norderstedt glänzte er allerdings mit drei Assists.

(Quelle: VfB Lübeck)

www.unserort.de/Luebeck

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Veröffentlicht
10. Oktober 2018, 18:43
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