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„Der Neuaufbruch ist ziemlich einzigartig!“
  1. August 2015 von VfB Medien

Seit dem letzten DFB-Pokalspiel auf der Lohmühle sind drei Jahre vergangen. Viel ist seit dem geschehen: Der Verein stand so dicht wie noch nie in seiner inzwischen 96jährigen Geschichte vor dem Abgrund, doch dann setzte ein riesiger Konsolidierungsprozess ein, der dafür gesorgt hat, dass wir gemeinsam mit Vorstandssprecher Thomas Schikorra auf eine erneute VfB-Teilnahme im DFB-Pokal und eine rosige Zukunft blicken können.

Lohmühlen ECHO: Der VfB steht nach drei Jahren wieder im DFB Pokal. Was geht Dir dazu durch den Kopf?

Thomas Schikorra: In dieser Zeit ist unfassbar viel passiert. Der VfB war im Herbst 2012 eigentlich schon Geschichte. Ich glaube, der Neuaufbruch, der hier geschafft wurde, ist ziemlich einzigartig.

Lohmühlen ECHO: Wie meinst Du das?

Thomas Schikorra: Die Mitglieder, die Fans und einige Sponsoren haben die Dinge damals selbst in die Hand genommen und gemeinsam den Verein am Leben gehalten. Dazu kam, dass wir mit Stefan Denkhaus als Insolvenzverwalter einen hervorragenden Fachmann an der Seite hatten. Ein Glücksfall. Diese schwere Zeit hat uns zusammengeschweißt. Die ganze Geschichte war außergewöhnlich.

Lohmühlen ECHO: Was ist Dir denn besonders in Erinnerung geblieben?

Thomas Schikorra: Da gab es ganz verschiedene Dinge. Ich kann für mich, für Timo Neumann und für einige Sponsoren sagen, dass wir die Sache zunächst für völlig aussichtslos hielten. Dann passierten mehrere Dinge parallel. Fankreis und Ultras haben runde Tische initiiert, die in kurzen Abständen tagten, die Fußball Abteilung ist aufgestanden und hat über Denny, Wolf, Ole Oberbeck und andere erste Konzepte für einen sportlich anders ausgerichteten Verein entwickelt und die altverdienten VfB er, allen voran Dietmar Scholze und Rolf Oberbeck haben gezeigt, dass sie um den Verein kämpfen wollen. Das alles hat andere und mich überzeugt, dass die Geschichte des VfB doch noch nicht zu Ende war. Ganz, ganz viel von dem, wie wir den Verein schließlich ausgerichtet haben und weiter ausrichten wollen, ist damals entstanden.

Lohmühlen ECHO: Wie siehst Du denn die weitere Ausrichtung des Vereins?

Thomas Schikorra: Es ist nicht einzusehen, warum in einer Region wie Lübeck höherklassiger Fußball nicht dauerhaft möglich sein soll. Dazu muss es uns gelingen, unsere finanziellen Möglichkeiten zu verbessern, ohne die Identität des Vereins, die sich seit 2012 entwickelt hat, aufzugeben. Wir sind überzeugt davon, dass das möglich ist.

Lohmühlen ECHO: Du hast im Zusammenhang mit der Rettung des Vereins auch die Fans angesprochen. Gerade das Verhältnis zwischen Verein und Fans wird teilweise kritisch gesehen. Wie siehst Du das?

Thomas Schikorra: Es gehört zur Geschichte des VfB, dass Fankreis und Ultras maßgeblich zum Überleben des VfB beigetragen haben. Das bedeutet aber nicht, dass wir uns jetzt die ganze Zeit in den Armen liegen und uns gegenseitig feiern. Wir betreiben eine Fanpolitik, die sich nicht an Vorurteilen und Pauschalisierungen orientiert, sondern sich mit den Personen beschäftigt. Nicht Fankurven machen im Einzelfall Schwierigkeiten, sondern Einzelpersonen.

(Quelle: VfB Lübeck)

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Veröffentlicht
05. August 2015, 19:18
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