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"Ich schrie um mein Leben"

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So der Titel des Buches von Aylin Korkmaz. Kannte man sie hier nur aus dem Fernsehen, zum Beispiel als Interviewpartnerin der Herren Jauch oder Kerner, war sie nun auf Einladung der Schulpflegschaft des Gymnasiums live in Lindlar zu Gast.

Vor der Oberstufe des Gymnasiums berichtete sie über ihr Leben als "Importbraut" und die Ehe mit ihrem Ex-Mann. Unterstützt durch Mary Devery von TERRE DES FEMMES schilderte Frau Korkmaz, was "Ehre" und deren Bewahrung für ihr Leben bedeutet hat. Oder dass sie durch die Heirat zum Eigentum ihres Mannes wurde und genauso zu "funktionieren" hatte wie dessen Auto oder Fernseher.

Bei Ihrer Schilderung, wie nach dem Attentat ihre drei Kinder das erste Mal zu ihr auf die Intensivstation vorgelassen wurden, stockt vielen Schülerinnen und Schülern ein wenig der Atem.

Kaum ein gutes Haar lässt Aylin Korkmaz an Staatsanwaltschaft, Gericht und Jugendamt. Allesamt tun nach ihrem Eindruck viel zu wenig für die Opfer oder machen sie durch die behördlichen Verfahren erneut zu Opfern. So gern sie in Deutschland lebt - sie hat seit längerem die deutsche Staaatsbürgerschaft - glaubt sie doch aus eigener Erfahrung, dass gerade die Opfer von "Verbrechen im Namen der Ehre" noch zu wenig Unterstützung erfahren.

Eine öffentliche Abendveranstaltung der Schulpflegschaft in der neuen Cafeteria des Gymnasiums hat den Besuch abgerundet. Nun kennt man auch in Lindlar die Frau, die den Opfern eine Stimme gibt, die nicht mehr für sich sprechen können, weil sie den Anschlag auf ihr Leben nicht überlebt haben.

Ort
Veröffentlicht
03. Februar 2011, 20:11
Autor
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KOMMENTARE

Steffen Mielke
vor 9 Jahren

Aylin - Ein Film von Evelyn Schels.

Montag, 21. März, 22.00 Uhr im Bayerischen Fernsehen (Bayern 3).

Aylin verlor ihr Gesicht durch 26 Messerstiche - wegen der Ehre...

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