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Wer möchte, kann jetzt aussteigen

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"Wer möchte, kann jetzt aussteigen"

Das jüngste Schneechaos im Stadtbezirk hatte auch Flughafen und ÖPNV fest im Griff - ein Erfahrungsbericht unseres Reporters

Grengel - Es ist noch dunkel und es schneit unentwegt in Wahn. Eigentlich ein ganz normaler Wintertag. Ich fahre mit Bus Richtung S-Bahn-Haltestelle. Bus und S-Bahn sind noch pünktlich in diesem Schneetreiben. Das heutige Ziel soll der Osten der Republik sein.

Am Flughafen angekommen, läuft alles pünktlich. Erst die Sicherheitskontrolle und das obligatorische Warten am Gate. Doch mit Blick aus dem Fenster auf das Rollfeld sieht es bescheiden aus. Dicke Schneeflocken treiben durch die Lichtstrahlen der starken Scheinwerfer am Vorfeld. Der Schneefall wird kräftiger. Nun werden den wartenden Passagieren die ersten zeitlichen Einschränkungen zuteil. Mit 20 Minuten Verspätung werden die Passagiere in das Flugzeug gebeten. In der Gangway ertönen viele Schritte. Jeder möchte möglichst schnell einsteigen und an sein Ziel kommen.

Im Flugzeug werden die Passagiere freundlich empfangen. Alle gebuchten Plätze sind eingenommen. Vor dem Cockpit steht ein Herr im dicken Pullover und nimmt den Hörer in die Hand. Es ist nicht der Purser, sondern der Kapitän, der in seiner Ansprache an die Passagiere nichts Gutes verkündet. "Aufgrund der winterlichen Verhältnisse, wird sich der Start um mindestens eine Stunde verzögern. Laut Flugsicherung befinden wir uns auf der achten Position und unser Flugzeug muss zudem noch enteist werden. Wer möchte, kann jetzt noch aussteigen." Es meldet sich niemand. Jetzt wird die Tür geschlossen.

Mit Blick aus dem Fenster wird es langsam hell. Auf der Startbahn, der "14L/32R" blinkt es auf der gesamten Länge. Die vielen Räumfahrzeuge geben scheinbar alles, was geht. Doch hinten aufgehört, muss vorne wieder begonnen werden. Die Taxiways, das sind die Zubringerstraßen zur Startbahn, müssen auch noch vom Schnee befreit werden.

Derweilen beschäftigen sich die Passagiere mit Unterhaltungen, Lesen, Spielen auf dem Smartphone oder Telefonieren. Da gibt es ja auch noch eine Flug-App, in der man sehen kann, dass über dem Köln-Bonner Airport ein riesiges Warteschleifengebiet eingerichtet worden ist. Maschinen von Übersee, kreisen seit über zwei Stunden über dem Airport. Die ersten Maschinen dürfen nun landen.

Mittlerweile befinden wir uns schon etwa 100 Minuten in der Warteposition aber immer noch am Gate. Der Kapitän gibt uns ein Update: "Eine gute und eine schlechte Nachricht. Die schlechte Nachricht ist, dass wir nun auf Warteposition Zwölf gerutscht sind und Abflugzeit ist weiterhin ungewiss. Wir müssen auch noch enteist werden. Die gute Nachricht ist, dass noch jeder, der mag aussteigen kann." Dies ist jetzt ein großer Teil, darunter auch ich. Das Personal tut ihr Menschenmöglichstes. Eine neue Abflugzeit gibt es schließlich noch nicht.

Mit Blick auf die Wetterkarte, zieht das Schneefallgebiet nun weiter gen Osten und wird am Nachmittag den Osten der Republik erreicht haben. Mein gebuchter Rückflug wäre am Nachmittag. Insgesamt eine besondere Situation, mit der der Flughafen besonders gut fertig geworden ist. Sicherheit geht halt vor. (Robert Schmiegelt)

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Ort
Veröffentlicht
23. Februar 2018, 06:18
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