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"Unsere Einsatzkräfte sind sehr strukturiert"

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Gemeinsame Anti-Terror-Übung von Bundes- und Landespolizei und der Bundeszollverwaltung am Flughafen Köln/Bonn mit anschließender Notfallübung des Flughafens

Grengel - Im Terminal 1 des Flughafens Köln/Bonn herrscht normale Stimmung. Es wird eingekauft geredet, gelacht und Abholer warten auf die ankommenden Fluggäste, um sie abzuholen. Dann explodiert etwas und laute Schüsse fallen. Es bricht Panik aus, und die ersten tödlichen Schüsse fallen. Menschen sinken in sich zusammen, andere versuchen zu flüchten. Einige wollen sich um die am Boden Liegenden kümmern, sie retten. Da steht ein Attentäter vor ihnen und schießt. Überlebende rufen die Polizei, die sofort eintrifft aber nicht weiß, welche Lage sie erwartet. Nicht leicht, für die Beamten, sofort zu erkennen, wer die Täter sind. Dann werden die ersten Täter erschossen oder kampfunfähig gemacht. Immer mehr Polizei trifft ein und auch ein Sondereinsatzkommando. Es wird ein Anschlag-Szenario geprobt - eines, das zur Anti-Terror-Prävention dienen soll. Nach eigenen Angaben der Bundespolizei ist es die bisher größte Übung an einem deutschen Flughafen. Zirka 1000 Mitarbeiter und 300 Statisten sowie Schiedsrichter, Versorger, Sanitätsführer und soziale Betreuer und viele mehr, sorgen dafür, dass alles nach Plan abläuft. Diesen Angriffen von Terroristen oder ideologisch geprägten Einzeltäter entgegenzutreten, ist eine große Herausforderung, sagen die Übungsleiter. Durch gewonnene Erkenntnisse der vergangen terroristischen Anschläge habe man gelernt und sei heute in der Lage, vieles realitätsnah abzubilden, so ein Vertreter der Bundespolizei. Zudem soll der Leistungsstand der Mitarbeiter überprüft werden. Es lastet also ein enormer Druck auf dem übenden Personal, das aus Einsatzkräften des täglichen Wachdienstes besteht. Auch die GSG 9 als Sondereinsatzgruppe der Bundespolizei ist dabei. Die Einsatzleitung liegt beim Polizeipräsidium Köln.

Bereits nach der ersten Übungssequenz, bei denen die Medienvertreter dabei waren, zeigt sich der Leiter der Bundespolizei Wolfgang Wurm zufrieden: "Unsere Einsatzkräfte sind schnell und geschützt am Einsatzort gewesen und zudem strukturiert vorgegangen". Nach Angaben des Flughafens Köln/Bonn, sind großflächige Teile des Terminal 1 gesperrt und alle Abflüge und Ankünfte sind für diese Zeit in das Terminal 2 ausgelagert. Insgesamt wird der Flugbetrieb nicht beeinträchtigt. In der Nacht zum Mittwoch führt der Flughafen Köln/Bonn seine ICAO-Übung durch, die verpflichtend alle zwei Jahre stattfinden muss. ICAO steht für "International Civil Aviation Organization". Hierbei geht es um die Bergung und die medizinische Erstversorgung der verletzten Personen aus der Anti-Terrorübung. Da es sich um eine hohe Anzahl von Verletzten handelt, sind Einsatzkräfte der Flughafenfeuerwehr zur Stelle, die von den Kollegen der Kölner Berufsfeuerwehr unterstützt werden. "Ein funktionierendes Notfall-Management steht für uns an erster Stelle. Deshalb ist uns wichtig, dass unsere Einsatzkräfte unter möglichst realistischen Bedingungen verschiedene Krisenszenarien proben können", sagt Johan Vanneste, der Flughafenchef. Mit dem zugezogen Technischen Hilfswerk (THW), nehmen an dieser Übung etwa 150 Kräfte plus etwa 80 Komparsen teil, die Verletzte, Angehörige und auch Schaulustige darstellen. Ob das Ziel, eine funktionierende Kooperation zwischen internen und externen Einsatzkräften sicherzustellen, erreicht ist, wird noch ausgewertet.

(Robert Schmiegelt)

Ort
Veröffentlicht
23. November 2018, 04:16
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