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Umzug wohl erst ab 2019

Am Linder Standort des Kölner Stadtarchivs werden weiter beschädigte Bestände restauriert - ein Neubau indes am Eifelwall errichtet

Lind - Bereits zum siebten Mal jährt sich zum 3. März dieses Jahres der Einsturz des Kölner Stadtarchivs an der Severinstraße. Zwei Menschen verloren damals ihr Leben. Umfangreiche archivierte Dokumente und weitere Bestände der Stadt gingen verloren oder wurden stark beschädigt. Insgesamt etwa 1,7 Millionen Bergungseinheiten, wie Bettina Schmidt-Czaia, Leiterin des Archivs, berichtet. Etwa ein Drittel, rund 600.000 Einheiten, seien inzwischen wieder nutzbar oder relativ zeitnah in diesen Zustand versetzbar.

Etwa die Hälfte der Einheiten wird aktuell in sogenannten Asylarchiven im Bundesgebiet gelagert. Seit dem vergangenen Jahr werden sie im ehemaligen Landesarchiv Nordrhein-Westfalens in Düsseldorf zusammengetragen. Die andere Hälfte indes in Lind bearbeitet. Um auch kleinteilige Fragmente aus Papier wieder zusammenzusetzen, wird hier seit dem vergangenen Jahr auch mit einem sogenannten Weichpartikelstrahler gearbeitet. Dieser funktioniere in etwa wie ein Sandstrahler, erklärt Marc von der Linden, Geschäftsführer der Firma Musterfabrik, die das Gerät zusammen mit den Linder Fachleuten entwickelt hat.

Mit einer entsprechenden Software, werde nach der Reinigung mit Zellulose statt mit Sand versucht, die vielen kleinen Fragmente wieder in die richtige Ordnung zu bringen. Durch die beim Einsturz entstandenen physikalischen Kräfte sei das Schadensbild besonders, so von der Linden. Die Schäden umfangreich und vielseitig. Der Prozess der Restaurierung langwierig. Bis zu 400 Millionen Euro könnten die kompletten Maßnahmen laut zwischenzeitlichen Prognosen kosten.

Am Kölner Eifelwall plant die Stadt Köln aktuell indes den Bau eines neuen Stadtarchivs. Hier sollen ab der zweiten März-Hälfte erste Baumaßnahmen anlaufen. 2015 sei der entsprechende Bauantrag übergeben worden, so Petra Rinnenburger von der Kölner Gebäudewirtschaft. Die Arbeiten zur Errichtung des Neubaus liegen nach ihren Angaben zwar etwa vier Wochen im Hintertreffen, dennoch aber im Zeitplan. Mit höchstem technischen Aufwand werde am Eifelwall gebaut, so Rinnenburger. So erforderten die verschiedenen dort zu lagernden Bestände etwa die Einrichtung von mehreren Klimazonen. Ende 2019 soll der Bau mit markanten Bronzefassade fertiggestellt sein, das Linder Archiv dann umziehen. (Lars Göllnitz)

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Veröffentlicht
05. März 2016, 00:00
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