Sag uns, was los ist:

  • 0Likes
  • 0Shares
"Seit Jahren schwer im Umbruch"

Die evangelische Kirchengemeinde in Porz stellt sich weiter neu auf - Bezirke werden zusammengelegt, Nachwuchs fehlt

Stadtbezirk Porz - Das Jahr 2015 habe gezeigt, dass es nicht mehr nur Entscheidungen, sondern auch Konsequenzen sind, die sich bemerkbar machten, so Manguela Fokuhl von der evangelischen Kirchengemeinde in Porz. Dabei gingen auch Dinge verloren. Wie etwa Immobilien.

So wurde Ende des vergangenen Jahres das Gemeindezentrum an der Eiler Markuskirche geräumt und verkauft. Ein Investor plant hier den Neubau einer Kindertagesstätte. Wohl im Frühjahr könne der Bau beginnen, so Pfarrer Andreas Daniels. Er ist zuständig für den neuen Bezirk Ost der Gemeinde. Die Kirchen in Eil, Urbach und Finkenberg, zudem die ab Ende 2017 nicht mehr im Besitz der Kirche stehende Matthäuskirche in Gremberghoven, gehören dazu.

Der Bezirk Süd umfasst indes die Kirchen in Langel, Zündorf und den südlichen Bereich um die Lukaskirche in Porz-Mitte. Der nördliche Bereich der Lukaskirche, zudem Ensen gehören zum Bezirk Nord. Auch an der Lukaskirche hat die Gemeinde Immobilien veräußert. Hier wurden das Küsterhaus und das alte Gemeindehaus in der Mühlenstraße verkauft. Wohnbebauung könnte auf den Grundstücken entstehen, so Daniels.

An der Markuskirche in Eil baut indes die Gemeinde selbst. Zu Ostern 2017 soll nach Plan dort das neue, direkt an die Kirche grenzende, Gemeindezentrum eingeweiht werden, so Manguela Fokuhl. Die Übergangszeit sei indes nicht gut für das Gemeindeleben. „Wir müssen die Gemeinde irgendwie zusammenhalten", erklärt sie. Ihr Frauengesprächskreis weiche etwa in die Lukaskirche aus - vom musikalischen Zentrum der Gemeinde in das Zentrum für Kinder- und Jugendangebote. Konzerte finden weiter in der Markuskirche statt. Der Konfirmandenunterricht weiter in der Lukaskirche.

Während die Anzahl der Konfirmanden in der Gemeinde etwa konstant blieb, so ist die Anzahl der Gemeindemitglieder weiter rückläufig, so Fokuhl. Im Dezember 2015 zählte die Gemeinde 11.098 Mitglieder. Rund 200 weniger als im Vorjahr.

Auch in den offiziellen Ämtern der Gemeinde macht sich ein Rückgang bemerkbar. Scheidende Mitglieder, Pfarrer und Ehrenamtler seien schwer zu ersetzen, erklärt Manguela Fokuhl. So sei auch das Aufstellen des Presbyteriums eine problematische Aufgabe. Eigentlich sollte das Gremium am 14. Februar für vier Jahre neu gewählt werden. Durch einen Mangel an Kandidaten konnten jedoch gerade einmal die freien Stellen neu besetzt werden, so Andreas Daniels. Eine Wahl entfällt demnach. Der neue Vorstand wird so am 13. März mit einem Gottesdienst in der Pauluskirche direkt vorgestellt. (Lars Göllnitz)

SCHLAGWORTE:
Ort
Veröffentlicht
16. Januar 2016, 00:00
Autor