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Land unter auch in Porz

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Land unter auch in Porz<br>

<br>Auch im Stadtbezirk macht sich der gestiegene Rhein-Pegel bemerkbar - die Schifffahrt ist bereits eingestellt<br><br>Stadtbezirk Porz - Ab einem Rhein-Pegel von 8 Meter 30 ist die Schifffahrt eingestellt. Und das gleich aus mehreren Gründen. Zum einen, weil die Schiffe nicht mehr unter den Brücken hindurch passen, zum anderen, weil durch Wellenschlag die mobilen Schutzsysteme und Uferbereiche beschädigen werden können.<br><br>Auch in Porz passieren so seit der ersten Januar-Woche keine Schiffe mehr das Rhein-Ufer. Bereits in den vergangenen Tagen wurden an einigen Stellen mobile Hochwasserschutzwände aus Metall aufgebaut. Aktivitäten des 1996 verabschiedeten Kölner Hochwasserschutzkonzeptes, um die etwa 70 Kilometer lange Rheinfront Kölns mit einem vorsorgenden Hochwasserschutz zu versehen.<br><br>In Langel, westlich der Ankergasse, steht bereits der Unterstand "Wetterpilz" etwa 50 Zentimeter tief im Wasser. "Hier ist ein beliebtes Ausflugsziel", wissen Hundebesitzer, die hier täglich vorbeigehen. An der Groov in Zündorf sind bereits mehrere Zugänge zum Marktplatz nicht mehr passierbar. Die Fluten haben mehrere Teile bereits voll im Griff. Hier steht es schon, das 250 Meter lange mobile Schutzsystem, bestehend aus massiven Metallstützen und Planken. Es reicht von der Kirchstraße bis zur Gütergasse. Komplett aufgestellt, wird eine Wandfläche von etwa 500 Quadratmeter erreicht. "Mobiler Schutz auf Abruf", heißt es in den Erläuterungen der Stadtentwässerungsbetriebe Köln. Dies ist gerade für die dort ansässige Gastronomie und den Wohnungen und Häuser existenziell, denn diese liegen oft unter dem höchsten Gehwegniveau. "Land unter" heißt es bereits jetzt am Spielplatz, der Minigolfanlage, dem Bootsverleih und dem Restaurant Groov-Terrasse.<br><br>"Viele Schaulustige kamen zum Aufbau der Schutzanlage", verrät das Wachpersonal an der Anlage. Auf die Frage hin, wie lange denn hier bewacht wird, heißt es: "Immer, Tag und Nacht". Leider wurden in der Vergangenheit Teile des Schutzsystems von Metalldieben entwendet. In Zündorf steht der Wasserspiegel schon bei 7,80 Meter, also nur noch ein paar Meter von der Mauer entfernt.<br><br>Wir treffen Anke, die vier Meter hinter der Wand wohnt. Für sie ist es nichts Neues. "Ich liebe die Natur, dies gehört nun mal dazu. Ich bin hier groß geworden und kenne das", berichtet sie gelassen. Am Sonntag wurden hier bereits erste Pumpen in den Kellern in Betrieb genommen, denn das Grundwasser steigt mit dem Hochwasser an und da helfen keine Schutzwände mehr. Selbst wenn das Hochwasser sinkt, werden im Anschluss noch einige Keller vom Grundwasserdruck betroffen sein.<br><br>Weiter zum Yachthafen oberhalb der Unteren Groov. Hier ist der Blick ebenfalls dramatisch. Alle Boote sind bereits "ausgeslippt", wie es im Fachjargon heißt. Zwei mutige "Kapitäne" fahren mit ihrem kleinen Ruderboot raus "auf´s Meer", denn so sieht es hier aus. Nichts als Wasser mit den sonst üblichen kleinen Bäumen und Sträuchern, von denen teilweise nur noch deren Wipfel zu sehen sind.<br><br>Porz-Mitte ist von einer Überschwemmung weit entfernt. Da das Stadtniveau hier weit oberhalb des Rheinpegels liegt, passiert hier nicht viel. Bedrohlich allerdings ist hier die enorme Geschwindigkeit des Stromes am Bootssteeg der "Köln-Düsseldorfer" unterhalb des Friedrich-Ebert-Ufers, auszumachen. Direkt dahinter rheinabwärts, türmen sich enorme Menge an Unrat und Gehölz auf.<br><br>Alex, ein Spaziergänger oberhalb der Anlegestelle, fällt es auch auf. "Ich bin über den vielen Plastikmüll erstaunt, welcher sich hinter der Anlegestelle ansammelt", meint er. Er geht, wie viele andere hier, täglich spazieren. "Da schaut man automatisch auf das Hochwasserereignis".<br><br>Die Poller Wiesen, ein paar Kilometer weiter rheinabwärts sind nicht mehr wiederzuerkennen. Als eine Art Poldergebiet haben sie sich dem Rhein als Ausweichbereich hingegeben. Nur noch ein paar Meter unterhalb der Alfred-Schütte-Allee zwischen Südbrücke und Severinsbrücke liegt der Pegel. Wo sonst entlang der Blick von den Parkbänken zum fernen Rhein schweift, schaut man nun nur ein paar Meter auf das nahe Wasser. Gigantisch breit ist es hier und die gegenüber liegenden Kranbauten am Zollhafen scheinen unerreichbar geworden.<br><br>Etwas weiter an der Drehbrücke ist diese quergestellt worden. Ein Überfahren ist nicht mehr möglich, da das gesamte Unterteil bereits von den Fluten eingenommen wurde. An der Auroramühle und der Essigfabrik am Poller Kirchweg im Deutzer Hafen sind es nur noch etwas mehr als einen Meter bis zur Überschwemmung der Gleisanlagen.<br><br>Das Wetter hat sich gebessert und nun auch die Hoffnung auf Entspannung der Lage. Der Hochwasserscheitelpunkt wird in der kommenden Woche erwartet. Dann beginnen die Aufräumungsarbeiten. (Robert Schmiegelt)<br><br>

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Veröffentlicht
19. Januar 2018, 06:59
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