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"Ich habe es getan und habe mich getraut"

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"Ich habe es getan und habe mich getraut"

Vortrag von Peter Becker und Valentin Thurn, Regisseur des Films "10 Milliarden, wie werden wir alle satt", und Insekten-Verkostung auf Gut Leidenhausen

Eil- Eine Verkostung der besonderen Art erleben die Besucher der Veranstaltung auf Gut Leidenhausen. So werden essbare Insekten, wie Heuschrecken, Buffalo-Würmer, Mehlwürmer und Grillen gereicht. "Es ist kein "all you can eat-Menü"", sagt Robert Schallehn, Geschäftsführer des Heideportals Gut Leidenhausen e. V., der zur Veranstaltung eingeladen hat. Am Ende könne aber vielleicht jeder sagen: "Ich habe es getan und habe mich getraut", so Schallehn.

Mit kritischen Blicken begutachten die Besucher vor dem Servieren die in geschlossenen Reagenzgläsern und gefriergetrocknet aufbewahrten Insekten.

Peter Becker, selbst Züchter von Insekten und Gründer seiner Insektenwerkstatt, liebt das Zirpen der Grillen und findet sie sensationell, wie er sagt.

Zusammen mit Valentin Thurn gestaltet er den Vormittag rund um Insekten und Ernährung, die mit ihnen möglich ist. Hochwertige Proteine und viele wichtige Vitamine seien bei dieser Ernährungsform mit inbegriffen, so die beiden.

"Heuschrecken verarbeite ich am liebsten. Es gibt sogar schon eine Insektenmesse in Deutschland sowie die dazugehörige Infrastruktur", so Becker. Eine große Industrie sei mittlerweile entstanden. So biete etwa eine große deutsche Supermarktkette bereits einen Insektenburger an, erzählt er.

Seine Insektenwerkstatt musste er abbrechen, da ein Insektenessen mit den Kindern an einer Schule teurer sei als ein Hummeressen, erzählt Becker. "Die Kosten sind gegenwärtig noch ein Problem", weiß er zu berichten.

Valentin Thurn, Regisseur des Films "10 Milliarden, wie werden wir alle satt", zeigt an diesem Vormittag Filmausschnitte seines Films über die Insektenindustrie in Fernost. In Thailand etwa können auf einem Insektenmarkt auch schon einmal fünf Kilogramm der Tiere von jeder Sorte gekauft werden. Im Film wird deutlich, dass Insektenfarmen nur kleine Flächen benötigen und zudem nur eine geringe Menge an Wasser brauchen. Viele Bauern verkaufen dort ihre Kühe, um Insekten zu züchten. Das ist offenbar lukrativer und wesentlich einfacher im Umgang.

Thurn erklärt, dass die Ernährung mit Insekten zehn Prozent der Welternährung abdecken könnte - und dies mit einem umweltfreundlichem CO2-Abdruck inklusive.

Von 1900 essbaren Insekten weltweit, werden jedoch derzeit nur fünf Insekten am Markt angeboten. (Robert Schmiegelt)

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Veröffentlicht
19. März 2019, 12:53
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