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"Etwas ganz Besonderes"

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"Etwas ganz Besonderes"

Auch in diesem Jahr überzeugten Musiker und Ambiente beim deutsch-polnisch-französischen Musikfestival im Rathaussaal - den Talentwettbewerb gewann diesmal ein Pole

Porz-Mitte - "Der Preis wird mich noch mehr stärken, an mich selbst zu glauben." Worte von Musiker Albert Pysk an das Publikum im Porzer Rathaussaal. Gerade hat der 30-Jährige den ersten Preis des Musikfestivals "Köln - Breslau - Paris", ausgerichtet vom Verein Polonica e.V., gewonnen. Und das mit einem beeindruckenden Auftritt.

Nur mit einem Laptop und musikalischen Launchpad ausgestattet trat Pysk auf die Bühne. Letzteres, ein digitales Instrument, ermöglicht es wie auf einem Keyboard Klänge und Samples abzurufen. Ergänzt um seine eigene Stimme, spielt Pysk so zwei Stücke. Beide elektronisch, melodisch und sehr rhythmisch.

Der Wettbewerb der jungen Talente ist meist der eigentliche Höhepunkt des zweitägigen Rock- und Chansonsfestivals von Polonica. Auch wenn die Ehrenamtler auch sonst jedes Jahr ein besonderes Programm auf die Beine stellen. Renommierte Künstler wie Thomas Godoj oder auch Mietek Szczesniak aus Polen standen so etwa in diesem Jahr auf der Bühne.

Die neuen, noch eher unbekannten Musiker bietet indes der Wettbewerb. Jeweils zwei Sänger oder Musiker aus Polen, Frankreich und Deutschland präsentieren dabei jeweils zwei Stücke. Für Lena Hauptmann, die in Leipzig studiert hat und Stücke auf Englisch und Sorbisch singt, ein äußerst erfolgreiches Unterfangen. Mit ihren jazzigen Kompositionen belegt sie nicht nur den zweiten Platz in der Jurywertung, sie überzeugt auch die Zuschauer im Saal und gewinnt den Publikumspreis.

"Nur noch etwa 40.000 Menschen sprechen Sorbisch", erzählt Hauptmann dem Publikum zwischen ihren beiden Stücken. Und das in der Lausitz im Osten Deutschlands. Der andere deutsche Teilnehmer Toni Mogens präsentiert indes poppige Melodien mit Akustikgitarre und lustigen Texten. In seinem Lied "Lucy" fragt er, warum diese ihn nicht erhöre. Die Antwort folgt von Mogens höchst persönlich: "Sie ist Russin und ich spreche kein Wort Russisch." Das sorgt für Lacher.

Sylwia Gajdemska, die zweite polnische Teilnehmerin, singt ebenfalls eher getragene, atmosphärische Stücke und begleitet sich bei einem davon selbst am Klavier. Das andere überzeugt durch mehrstimmigen Gesang - alles selbst von ihr eingesungen und dann live eingespielt.

Rapper und Jazzer Thomas Buttin aus Frankreich und sein Landsmann Raphael Guattari, der sich das Gitarrespielen selbst beigebracht hat, nachdem er erstmals The Velvet Underground gehört hatte, komplettierten das musikalische Programm.

Bürgeramtsleiter Karl-Heinz Mehrfeld, der auch einen Preis übergeben durfte, zeigte sich begeistert vom Abend: "Wir Porz und der gesamte Stadtbezirk sind sehr stolz, Gastgeber sein zu dürfen", so Mehrfeld. "Was Polonica alleine an Lichttechnik gezaubert hat, das war etwas ganz Besonderes." (Lars Göllnitz)

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Veröffentlicht
22. November 2019, 04:39
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