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Eine Brücke zur Außenwelt

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Eine Brücke zur Außenwelt

Die Alexianer feiern ihr Sommerfest - mit im Blickpunkt steht eine Benefizaktion zum Projekt "Leben im Wachkoma"

Ensen- Nach dem Gottesdienst zum Start, gibt der Geschäftsführer der Alexianer, Peter Scharfe, von der Bühne den Startschuss zum diesjährigen Sommerfest - dem Fest der Nachbarschaft nach alter Tradition, wie er ausführt. Etwa 1.500 Gäste werden erwartet.

Neben Unterhaltung und guter Laune, widmet sich das Fest auch ernsten Themen. So wird etwa das sogenannte "mindBeagle-System" vorgestellt - bestehend aus EEG-Haube und einer speziellen Computersoftware.

Der therapeutische Leiter der Alexianer, Alireza Sibaei, erläutert, das Gerät sei eine Hirn-Computerschnittstelle und ermöglicht eine Kommunikation zwischen dem Wachkoma-Patienten und etwa einem seiner Angehörigen. "Eine Brücke zur Außenwelt", so Sibaei.

Bislang gab es für die Alexianer zweimal die Möglichkeit, den "mindBeagle" zu testen. So sei es tatsächlich möglich gewesen, herauszubekommen, dass die Umwelt von den langjährig im Wachkoma liegenden Patienten wahrgenommen werden konnte. Bei den Alexianern werden Patienten im Wachkoma betreut.

"Dieses Erlebnis, eine Art Kommunikation nach so viel Jahren mit meiner Mutter hinzubekommen, musste ich erst einmal verdauen. Es hat mir aber auch Türen geöffnet. Wir geben die Hoffnung nicht auf", berichtet Lisa Hilgers, eine Angehörige eines Patienten im Haus. "Nach mehr als zehn Jahren von meinem Vater eine Reaktion zu erfahren, war unglaublich bewegend und berührt mich immer noch", berichtet auch Catharina Quadflieg, ebenfalls eine Angehörige.

Um das Angebot des "mindBeagle-Systems" weiter anbieten zu können, haben die Alexianer beim Sommerfest Spenden gesammelt. 35.000 Euro kostet ein "mindBeagle-System" in der Beschaffung.

Fandraiserin Laurence Changeat bereitet auf der Bühne die Spendenaktion anhand dreier Vasen vor. Ein Glas Kölsch in einer Vase kommt der Spende von 20 Euro gleich. Die erste 5000 Euro-Spende, übergeben vom Förderverein, wird durch Henk van Benthem angekündigt.

Neben dem ersten Thema, bot das Sommerfest auch weitere Möglichkeiten zum Verweilen. Zum Beispiel zwei Stände mit Holzgegenständen, die aufwändig in den Werkstätten der Alexianer hergestellt werden. "Die Arbeit dient der Vorbereitung auf die Rückführung auf den Arbeitsmarkt", erklärt Christian Schega, Ergotherapeut für die Arbeitstherapie Holz.

Katrin Volk, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit informiert über das Fest, mit dem den Menschen im Veedel sowie den Angehörigen Danke gesagt werden soll. Für Unterhaltung und Musik sorgen indes die Alexianer-Band mit Chor, die Tanzgruppe die "Wibbelchen" der "Wahner Wibbelstetze", die Trommelgruppe SPZ Rodenkirchen sowie der Shanty-Chor "Moby Dick". Wer das Gelände bei den Alexianern erkunden möchte, konnte es sich einfach machen und eine Runde mit der eigens aufgebauten Mini-Eisenbahn fahren. (Robert Schmiegelt)

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Veröffentlicht
13. Juli 2018, 07:37
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