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Ein Abbild der Zeitgeschichte

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Ein Abbild der Zeitgeschichte

Die Theaterwissenschaftliche Sammlung auf Schloss Wahn wird 100 Jahre alt - zum Jubiläum trafen sich die drei letzten Direktoren

Wahn - Dr. Peter W. Marx, Dr. Elmar Buck und Dr. Günther Erken. Allesamt sind sie Professoren. Und noch mehr haben sie gemeinsam: Alle drei sind oder waren Direktoren der Theaterwissenschaftlichen Sammlung der Uni Köln in Schloss Wahn. Zum 100. Geburtstag der Sammlung sitzen alle drei zum Plaudern über aktuelle und vergangene Zeiten zusammen - und das vor Publikum im Saal des Schlosses.

Gleich mit mehreren Veranstaltungen feiert die Sammlung ihr Jubiläum. So gibt es zwei Tage der offenen Tür im November und Dezember, zudem mehrere Gesprächsrunden. Die Runde der drei Direktoren ist deshalb spannend, weil sie die Jahre von 1971 bis ins Heute thematisieren - fast 50 Jahre.

Als Günther Erken Anfang der 1970er Jahre das Zepter übernahm, da habe er direkt noch mit den Nachwirkungen der 68er-Zeit umgehen müssen, so Erken. Nicht so stark wie etwa in Frankfurt, berichtet er. "Aber es war keine wirksame Autorität da." Auch habe es keine Studienordnung und so eine Misere der Lehre gegeben. An Forschung war gar nicht zu denken, erinnert sich der damalige Direktor.

"Es gab die Hoffnung, dass mit Pioniergeist etwas zu erreichen ist", so Erken. Eine Stütze habe er damals in Studenten gefunden. Und auch die Öffnung der vormals nur theaterwissenschaftlichen Ausrichtung hin zum Theater, Film und Fernsehen wurde damals eingeläutet.

Auf Günther Erken folgte 1979 Elmar Buck. Er war ähnlich jung wie sein Vorgänger - gerade in den Dreißigern. Zudem ebenfalls auch kein Theaterwissenschaftler. Schritt für Schritt wurde unter Bucks Regie das Wahner Schloss saniert. Der anfänglich noch museale Betrieb wurde eingestellt. Ausstellungen ja, Museum nein, lautete die Ausrichtung. Anfangs habe er noch mit Museum und Institut gleichsam fertig werden müssen, so Buck.

Heute zählt die Sammlung im Wahner Schloss zu einer der größten dieser Art in Europa. Sie steht vor allem den Lehrenden und Studierenden der Uni Köln offen. Besondere Dokumente lagern in Wahn. Wie etwa der komplette Nachlass des bayerischen Komikers Karl Valentin. Und damit sei die Sammlung auch ein Abbild der Zeitgeschichte, so der aktuelle Direktor Peter W. Marx. Zum Jubiläum hat Marx ein Arbeitsbuch unter dem Titel "Dokumente, Pläne, Traumreste. 100 Jahre Theaterwissenschaftliche Sammlung" herausgegeben. **[http://www.tws100.de](http://www.tws100.de)

**. (Lars Göllnitz)

Ort
Veröffentlicht
13. Dezember 2019, 05:11
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