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(ots) /- Die Polizei holt niemals Wertsachen oder Geld zum Schutz vor Straftaten ab! Noch während die Polizei Köln gestern Tipps zum Schutz gegen falsche Polizeibeamte veröffentlichte, haben unbekannte Täter ein Ehepaar aus dem Kölner Norden um ihre Ersparnisse gebracht. "Die perfide Masche der hochprofessionellen Täter wird an diesem Fall deutlich", sagt Kripochef Klaus-Stephan Becker: "Bei uns sind gestern (18. Oktober) weitere 15 Hinweise auf falsche Polizeibeamte nach Anrufen bei potenziellen Opfern eingegangen. Die Täter sind gerade wieder sehr aktiv." Die aktuelle Masche der Täter: Zurzeit gehen Anrufe bei Kölnerinnen und Kölner im Minutentakt ein. Die Anrufer, die meist aus der Türkei anrufen, nutzen die Rufnummernunterdrückung, um die Herkunft des Anrufs zu verschleiern. In den Telefonaten werden die Opfer von den falschen Polizeibeamten über Stunden massiv unter Druck gesetzt, bis sie an das vorgetäuschte Bedrohungsszenario glauben und die Forderungen der Täter aus Angst erfüllen. Kripochef Becker weiß: "Die Anrufer arbeiten mit Tätern in Köln zusammen, die einen Polizeieinsatz frühzeitig erkennen oder dabei helfen, die Opfer bei der Ablage von Geld und Wertsachen zu einer bestimmten Stelle zu dirigieren." So auch im aktuellen Fall. Aktueller Betrugsfall vom 18. Oktober: Gegen 10.00 Uhr suchten die Betrüger in Köln- Nord erstmalig den telefonischen Kontakt zu dem Ehepaar (65, 68). Sie meldeten sich als Kriminalbeamte der Polizei Köln und täuschten vor, in einem am Tatort zurückgelassenen Rucksack von Räubern die Kontodaten der Opfer gefunden zu haben. Man wisse, dass ein Mittäter, der bei der Bank arbeite, das Geld auf ihrem Konto nach Rumänien transferiere werde und sie somit alles verlieren würden. Dafür sollten die Geschädigten vorsorglich das Geld vom Konto abheben und einem zivilen Polizeibeamten übergeben. Dieser würde das Verhalten des korrupten Bankangestellten beobachten und ihnen anschließend telefonisch Bescheid geben und das Geld persönlich zurückbringen. Nach stundenlangen Telefonaten hob das Ehepaar 25.000 Euro ab und hinterlegte das Geld auf einem Hinterreifen eines genau beschriebenen Autos in der Nähe der eigenen Wohnung. Als der vereinbarte Rückruf nicht erfolgte, wandte sich das Paar an die Polizei und realisierte den Betrug. Klaus-Stephan Becker macht deutlich, dass es Teil des hochprofessionellen Vorgehens der Täter ist, das Bedrohungsszenario so gekonnt zu inszenieren, dass es schwer ist, die Manipulation überhaupt zu erkennen: "Im Zweifel hilft nur, das Gespräch sofort zu beenden und die Polizei unter "110" anzurufen. In keinem Fall wird die Polizei Geld oder Wertsachen bei Bürgerinnen oder Bürgern zu deren Schutz zuhause abholen." (jk)
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