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Demografischer Wandel erfordert neue Konzepte Mobilität kennt keinen Ruhestand (DS-Bonn) Mobilität ist in unserer Gesellschaft ein elementares Gut. Denn mobil zu sein ermöglicht die aktive Teilnahme am sozialen Leben. Für Jüngere ist es selbstverständlich, unterwegs zu sein, ins Kino oder ein Konzert zu gehen, Freunde zu besuchen und einfach noch schnell eine Besorgung zu machen. Und obwohl sich im Alter die Fähigkeiten und Interessen ändern, bleibt der unbedingte Wunsch nach Selbstständigkeit und Unabhängigkeit. Mobilität steht deshalb für die Mehrheit der Älteren an erster Stelle. Dies ist das Ergebnis einer umfassenden Befragung von Menschen im Ruhestand, die die Deutsche Seniorenliga mit Unterstützung der Volkswagen Konzernforschung anhand detaillierter Tagebuchaufzeichnungen und Interviews ausgewertet hat. Mobil bis ins hohe Alter bedeutet Lebensqualität: Die Möglichkeit, sich außerhalb der eigenen vier Wände fortbewegen zu können, ist nach Ansicht der Befragten eine entscheidende Voraussetzung für die Selbstständigkeit sowie die gesellschaftliche Teilhabe im Alter. Entsprechend tragen die Möglichkeiten der Fortbewegung ganz entscheidend zur Lebenszufriedenheit bei, resümiert Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Seniorenliga die Befragung: "Nur wenn Mobilität auch bei körperlichen Beeinträchtigungen oder unter ungünstigen sozialen und räumlichen Bedingungen fortbesteht, kann die Lebensqualität auch im Alter erhalten werden." Mobilitätslotsen sinnvoll und notwendig: Wie häufig ältere Männer und Frauen außerhalb ihrer Wohnung unterwegs sind, wie sie auf ihren alltäglichen Wegen zurechtkommen und wie zufrieden sie damit sind, hängt in besonderem Maße von ihrer Bewegungsfähigkeit, ihrer Fahrkompetenz und den Verkehrsmitteln ab, die ihnen zur Verfügung stehen. In allen drei Bereichen werden die Möglichkeiten mit steigendem Alter geringer. Entsprechend äußern die Befragten Befürchtungen, dass beispielsweise der Öffentliche Nahverkehr oder sonstige Fortbewegungsmittel nur unzureichend zur Verfügung stehen oder zu teuer sind und mit solchen Einschränkungen im Extremfall die Isolation droht. "Ältere Menschen brauchen auch bei körperlichen Beeinträchtigungen oder einer kleinen Rente die Möglichkeit, sich fortzubewegen", meint Erhard Hackler: "Neben einer sinnvollen Verkehrsplanung in den Städten und auf dem Land wären auch Mobilitätslotsen eine gute Möglichkeit, ältere Menschen bei der Fortbewegung im Alltag zu unterstützen und so ihre Selbstständigkeit und Lebensqualität zu erhalten. Solche Mobilitätslotsen könnten auch in Kursen aufzeigen, wie Bewegungseinschränkungen oder sonstige Defizite kompensiert werden bzw. welche Möglichkeiten es gibt, um die Mobilität im Alltag zu erhalten oder zu verbessern. "Oftmals geht es schlicht darum, wie man am besten von A nach B kommt", so Hackler.
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miteinander oder gegeneinander? Generationsprobleme Allgemeine Lage: Die Generation der Ü 60-jährigen ist diejenige, die bei uns am schnellsten wächst. Sie hat am häufigsten ein gesichertes Einkommen, tut vieles für die persönliche Gesundheit und stellt die meisten Teilnehmer an den so beliebten Kreuzfahrten auf Flüssen und Meeren. Sie ist inzwischen sogar als Zielgruppe für Konsumangebote entdeckt worden. Aber das gilt natürlich nicht für alle älteren Mitbürger. Besondere Lebensläufe und Schicksalsschläge können in eine schwierige Lebensphase führen, in der die Not täglich spürbar ist. Die meisten Angehörigen unserer jüngeren Generation sind gut ausgebildet und streben in interessante, zum Teil neu entwickelte Berufe. Professionelle Stil- und Redeberater bereiten sie auf Vorstellungsgespräche für gut bezahlte Positionen vor. Natürlich streben viele nach der "Taube auf dem Dach". Darunter leiden die Berufe, die dringend Facharbeiter oder Hilfskräfte brauchen. Doch wer will schon den "Spatz in der Hand"? Und manche Jugendliche haben geringere Bildungschancen oder leben in Regionen mit wenig attraktiven Arbeitsplätzen. Für sie kann der Start schwierig werden. Gibt es da einen Konkurrenzkampf zwischen jung und alt um die besten Plätze? Im technischen Bereich forschen und arbeiten alle Generationen gemeinsam an Hilfsmitteln, um das Zusammenleben, das Aufeinander-Zugehen zu erleichtern. Es gibt Mehrgenerationen-Häuser, Aufzüge, Rolltreppen, Rollstühle und bald selbstfahrende Autos. Und junge Start-Up-Unternehmer brauchen zum dauerhaften Erfolg den Rat und die Mithilfe von Berufserfahrenen. Aber wie sieht es mit den mitmenschlichen Beziehungen aus? Wie steht es um Rücksichtnahme, Respekt und gegenseitige Achtung? Das soll hier unser Thema sein. Gesetzeslage: Der Artikel 1 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland lautet: "Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu schützen ist Verpflichtung aller staatlicher Gewalt". Und unter "Menschenwürde" versteht man im modernen Sinn, dass alle Menschen unabhängig von allen Unterscheidungsmerkmalen wie Herkunft, Geschlecht, Alter oder Zustand den selben Wert haben und dass dieser Wert des Menschen über dem aller anderen Lebewesen und Dinge steht. Das ist die Grundlage unseres Zusammenlebens, und das gilt nicht nur für den Staat, sondern für jeden von uns. Die Würde des anderen achten, also des Gesprächspartners, des Gastes, des Mitarbeiters, des Nachbarn. Es soll ein reibungsloser, harmonischer Umgang sichergestellt werden zwischen Menschen mit unterschiedlichem Geschlecht, unterschiedlicher Herkunft, Ausbildung, Verantwortung und Wertevorstellung. Und das gilt für alle Geschlechter. Denn schon seit dem 01.07.1958 gilt bei uns das "Gesetz über die Gleichstellung der Geschlechter in Beruf und Gesellschaft". Auch wenn man manchmal den Eindruck hat, dieses sei Einzelnen unbekannt. Etiketteregeln: Bei den gängigen Umgangsformen ist die Gleichberechtigung schon längst vollzogen. Der ehemalige "Damenbonus" wurde abgelöst durch den "Altersbonus". Denn wenn die Geschlechter gleichwertig sind, dann werden die Lebensleistung des Älteren und seine erbrachten Leistungen für die Gesellschaft und am Arbeitsplatz höher bewertet. Und das gilt nicht nur im Beruf, sondern auch im Privatleben. Nur bei Angehörigen der gleichen Generation oder der gleichen beruflichen Hierarchiestufe hat die Dame den Vortritt. Wobei man heute unter dem Begriff Generation einen Lebensabschnitt von ca. 30 Jahren versteht. Im beruflichen Bereich gelten ohnehin die Spielregeln der Hierarchie. Wer eine ranghöhere Position z.B. in einer Behörde bekleidet, verdient nicht nur mehr Geld, sondern hat auch mehr Verantwortung und genießt eine höhere Aufwerksamkeit - und gilt als ranghöher. Und das ist unabhängig von seinem Geschlecht. Der private Gastgeber begrüßt also zunächst den älteren Herrn und erst danach die junge Begleiterin oder der Firmenchef gibt die Hand zunächst dem jungen Abteilungsleiter und dann der älteren Sachbearbeiterin. Aber auch andere Etiketteregeln wurden der Gesellschaftsentwicklung angepasst. Heute betritt Der- oder Diejenige als Erste das Restaurant, der als Gastgeber den Tisch bestellt hat und auch die Rechnung bezahlen wird. Auch dabei spielen weder Geschlecht noch Alter eine Rolle. So kann die Dame heute auch dem bedürftigen Herrn in den Mantel helfen oder die Tür aufhalten. Und im schmalen Treppenhaus geht der Herr noch oben hinter der Dame, um sie ggf. beim Stolpern aufzufangen und treppab geht er aus demselben Grund voraus. Früher sprach man nur mit Menschen, die man kannte oder die einem vorher formell vorgestellt worden waren. Heute geht man offen, interessiert und unvorbelastet in neue Kontakte. Und die Initiative dazu kann sowohl von einem Herrn wie von einer Dame ausgehen. Achtung vor dem Anderen und ggf. Hilfestellung sind heute Grundlagen für wichtige Umgangsformen. Miteinander: Unsere Gesellschaft kann nur dann funktionieren und hat nur dann für alle eine zufriedenstellende Zukunft, wenn jung und alt sie gemeinsam gestalten. Die einen haben die Lebens- und Berufserfahrung und können führen, die anderen haben die gute schulische, fachliche oder Universitätsausbildung, sind frisch, dynamisch und haben neue Ideen. Es ist wie bei der Fußballnationalmannschaft: ein plötzlicher "Umbruch" bringt nichts. Junge Dynamik muß mit Erfahrung in die richtigen Kanäle geleitet werden, also Kroos und Kimmich, Hummels und Süle, Müller und Gnabry. Wichtig ist die gegenseitige Achtung vor der Persönlichkeit und Leistung des anderen. Heute im Zeitalter der "Globalisierten Welt" müssen wir uns in unserem Verhalten nicht nur mit Nachbarn und Europäern messen, sondern auch mit Menschen aus anderen Erdteilen und unterschiedlichen Kulturen, mit uns bisher fremden Verhaltensmustern. So sieht man im Fernsehen gelegentlich bei Auslandsreportagen aus dem Nahen Osten, dass Kinder die Hand des Großvaters küssen. Wir erfahren, dass in Japan die Leitungsfunktionen in Unternehmen grundsätzlich an die dienstältesten Mitarbeiter vergeben werden und ich erlebe es in der U-Bahn, dass junge Leute mit offensichtlichem Migrationshintergrund aufstehen, um ihren Platz einem älteren Fahrgast anzubieten. Das sind Wertvorstellungen, die den meisten von uns inzwischen fremd sind. Aber das Zusammenleben funktioniert nur dann, wenn auch wir auf die anderen zugehen. Jeder Mensch hat seinen eigenen Wert und den will er zu recht von anderen respektiert sehen. Achtung vor dem anderen - das fördert das Miteinander! Und denken Sie auch daran: Komplimente und Lob fördern die Harmonie im menschlichen Zusammenleben. Sie sind Ausdruck der Bewunderung für eine Person oder eine Leistung. Sie sind die Lichtblicke, die den Alltag heller und freundlicher machen, das Selbstbewußtsein des anderen stärken und Unsicherheiten beseitigen, die fast jeden Menschen hin und wieder beschleichen. Probieren Sie es aus. Sie werden sehen, wie der andere sich Ihnen aufgeschlossen zuwendet und wie Sie dadurch Ihre Ziele leichter erreichen. Horst Arnold Horst Arnold hat von 1965 bis 2001 im Bundespräsidialamt für insgesamt sieben Bundespräsidenten gearbeitet, davon die letzten 27 Jahre als Protokollchef. Er war in dieser Zeit für die Organisation und protokollarische Betreuung aller Begegnungen der Bundespräsidenten mit Menschen in Deutschland zuständig. Heute schult er Studenten und Wirtschaftsführer in modernen Umgangsformen und hält Vorträge vor interessierten Gesellschaftskreisen. Er arbeitet seit 2004 beim "VNR-Verlag für die Deutsche Wirtschaft" als Gutachter für die Ergänzungslieferungen der Loseblatt-Zeitschrift "Der Große Knigge", ist Mitglied im "Arbeitskreis Umgangsformen International" und im Deutschen Knigge-Rat. Seit 2001 widmet er sich auch dem immateriellen Weltkulturerbe "Rheinischer Karneval". Er war einige Jahre Vorsitzender der großen Bonner Karnevalsgesellschaft "Wiesse Müüs" und vertritt seit 2008 die Belange der 72 Bonner Karnevalsvereine im Präsidium des Regionalverbandes Rhein-Sieg-Eifel des Bundes Deutscher Karneval. Horst Arnold ist verheiratet, hat zwei Söhne, fünf Enkelkinder und lebt in Bonn. Kontakt:
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