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Marokko meets Eifel

Ein Stern erstrahlt in Paulushof

Nicht nur der Aragonit aus dem Atlasgebirge bringt das Atelier Tourrel in Paulushof zum Leuchten. Margaretha Latzke-Siebert hat dort mit kleinen und großen Schätzen der gewachsenen Natur und von Menschenhand geschaffenen Kultur ein neues Universum geschaffen.

Paulushof. Der Gegensatz ist heftig - und doch trifft sich beides ganz harmonisch auf engstem Raum im kleinen Paulushof: Margaretha Latzke-Siebert fügt in ihrem Atelier Tourrel die kalte Eifel und das heiße Marokko natürlich ineinander. Die Künstlerin mit Wurzeln in der Eifel und zweiter Heimat in den französischen Cevennen ist nach langer Odyssee zurückgekommen, um hier ihre kreative Arbeit mit der Erforschung von Wachstumsstrukturen und natürlichen Materialien fortzuführen.

Es ist mehr als nur Zufall, dass Margaretha in ihrem letzten Frankreich-Aufenthalt auf den marokkanischen Paläontologen Mohamed Haddach El Afou getroffen ist - im Dezember wird er ihre eigene Ausstellung als Gast mit einer Auswahl von Fossilien und Kristallen wissenschaftlich begleiten. Sein jüngster Fund ist ein strahlend kristallisierter Aragonit, dessen Schönheit sicher nicht nur Margaretha berührt: "Dieser sprühende, strahlende Stern scheint wie pures Licht und Wasser." Einige der Trilobiten, die Haddach El Afou auf Exkursionen am Fuße des Atlasgebirges freilegt, hat Margaretha auf einer Welle entsprechend ihren Körperformen angeordnet. "En Vogue de 300 Millions d"Annès" nennt sie die Reihe dieser bis zu 450.000.000 Jahre alten ausgestorbenen Gliederfüßer.

Margarethas Atelier entlässt den Besucher verändert und auch nachdenklich. Es ist eine wahre Fundgrube an kleinen und großen Schätzen der gewachsenen Natur und von Menschenhand geschaffenen Kultur - ein neu geschaffenes, sorgfältig geordnetes Universum.

Ihr Tierzug wird von dem Symbol ihres Ateliers, dem ausgestorbenen Ur-Nashorn der Chauvet-Höhle in Südfrankreich, angeführt. Nach dem Spiel können die Tierfamilien in die entsprechend ihrem Lebensraum naturbemalte Grundplatte zurückkehren, wo jedes Tier wie seine lebendigen Artgenossen auf der Erde seinen angestammten Platz hat. Ihr Zuhause verdanken die Tiere der Achtung vor dem naturgewachsenen Holz: wo das "Übrige' kein Abfall wird, sondern als umgebende Landschaft die Tiere beherbergt.

Ihre stimmungsvollen Architektur-Landschaften baut Margaretha mit Hölzern aus aller Herren Ländern, antiken Holz- und Perlmutt-Intarsien und Kristallen... doch der kostbarste Schatz ihres Ateliers ist wohl das umfangreiche Archiv der Briefe ihrer Vorfahren, das sie als gemeinsames Familienerbe in einem ehrwürdigen Stehpult aufbewahrt.

Die Briefe datieren bis 1720 zurück und offenbaren Erstaunliches über die Geschichte der Handschrift. Der Zusammenhang von Wachstumsstrukturen, Entwicklung der Handschrift, Gedächtnis und Feinmotorik ist Margarethas vordringlichstes Anliegen. So findet man an der Schriftwand in ihrem stUDiO nebeneinander Schreibübungen mehrerer Generationen von ersten Kritzeleien bis hin zu professionellen Kunstschriften.

Schließlich entdeckt man in der "Alte-Spiele-Ecke" des Ateliers die Kohlschütter-Spielesammlung, Spiele, die Margarethas Eltern für ihre neun Kinder entwickelt haben. Die Originale der ausgetüftelten und wunderschönen Erziehungs- und Lernspiele haben Jahrzehnte überdauert und mit der Edition Tourrel eine besondere Neuauflage erfahren. Dieses spielerische Erbe entwickelt Margaretha mit phantasievollen Erfindungen weiter und lädt Interessierte ein, mit ihr gemeinsam eigene Werke zu erschaffen.

Sie erklärt: "Ich möchte das Fingerspitzengefühl der hoch entwickelten menschlichen Hand schulen. Es ist wesentliche Voraussetzung zum Erfahren und Lernen, denn Eindrücke von dort werden zum Gehirn geleitet. Kinderhände kommen heute viel mit Plastik und Displays in Kontakt, die keine natürlich gewachsenen Strukturen und keine natürliche Strahlung haben." "Hand-, Herz- und Kopfarbeit ist - als notwendige Antwort auf die heutige Lern- und Erziehungskultur - die Arbeit der Zukunft", sagt sie. "Sie muss aufmerksam und neugierig machen, reizen, Erfindungsreichtum und Geschicklichkeit fordern, Spaß und Freude machen"... und ganz nebenher auch noch selbstbewusst!

Eröffnung: Sonntag, den 11. Dezember 2016, 12.00 Uhr

In der übrigen Zeit sind Besucher nach telefonischer Anmeldung gerne willkommen - Kontakt:

Margaretha Siebert, Paulushof 1, 53940 Paulushof-Hellenthal

Tel.: 02447/9171917, e-mail: info@tourrel.de

SCHLAGWORTE:
Ort
Veröffentlicht
02. Dezember 2016, 00:00
Autor
Rautenberg Media Redaktion