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Kall wählt 2017 neuen Bürgermeister

Bürgermeister Herbert Radermacher (63) kündigt Fraktionsvorsitzenden, Mitarbeitern und Bürgern zeitig seinen Rückzug für das kommende Jahr an - Ausschließlich gesundheitliche Gründe - Keine Beteiligung an Spekulationen um die Nachfolge - Wichtige Aufgaben bewältigt, ohne ins Haushaltssicherungskonzept abzugleiten

Kall - Aus gesundheitlichen Gründen will sich der Kaller Bürgermeister Herbert Radermacher (63) im kommenden Jahr von seinem Amt zurückziehen. Das kündigte der Verwaltungschef Ende November in einem Gespräch den Fraktionsvorsitzenden des Kaller Gemeinderates an.

Es spielen ausschließlich gesundheitliche Gründe eine Rolle. Seine Ärzte haben dem Bürgermeister angeraten, nicht bis zum Ende der regulären Legislaturperiode 2020 im Amt zu bleiben.

Mit seiner frühzeitigen Verzichtserklärung gibt Herbert Radermacher den Weg zu einer Neuwahl des Kaller Bürgermeisters frei. Als Termin für eine gemeinsame Wahl könnte sich Radermacher die NRW-Landtagswahl Mitte Mai oder die Bundestagswahl im September 2017 vorstellen. Das würde Kosten sparen, aber "die Entscheidung darüber, wie der Zeitplan und das Prozedere aussehen sollen", so der Bürgermeister, hätten jetzt "ausschließlich die Fraktionen im Rat".

"Es sollten keine unnötigen zusätzlichen Kosten durch die Wahl meiner Nachfolgerin oder meines Nachfolgers entstehen", sagte Radermacher den Fraktionsvorsitzenden und im Anschluss daran auch in einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit und in einer Mitarbeiterversammlung einem Großteil der insgesamt 140 Gemeindebeschäftigten.

Der am 27. Dezember 1952 in Benenberg geborene Radermacher kommt aus einer für das Gemeinwohl engagierten Familie. Sein Vater Michael Radermacher war seit dem Krieg und bis zur kommunalen Neugliederung 1969 Bürgermeister der damals flächengrößten, aber einwohnerärmsten NRW-Kommune Wahlen. Kurze Zeit gehörte er noch dem Rat der neuen Großgemeinde Kall an.

Schon Azubi bei der Gemeinde Kall

Herbert Radermacher wuchs mit zwei Geschwistern auf, besuchte zunächst die Volksschulen Krekel und Sistig und schließlich die Handelsschule Kall.

Danach wurde der junge Benenberger Auszubildender in der Gemeindeverwaltung Kall, wo er über die Lehre hinaus insgesamt 13 Jahre tätig war. Fachoberschule und Studium schloss der junge aufstrebende Kommunalmitarbeiter auf dem zweiten Bildungsweg ab.

Nach der Zwischenstation bei einem Bundesverband in Köln trat Herbert Radermacher 1985 in die Dienste der früheren Kreisstadt Schleiden. Dort war er in der Bauverwaltung, Personalverwaltung und schließlich in der Finanzverwaltung als Kämmerer tätig.

Im Jahre 2007 gewann ihn die Union als Kandidat für die Bürgermeisterwahl 2007 nach Kall zurück. Herbert Radermacher gewann diesen Urnengang tatsächlich am 25. November 2007 mit 53 zu 47 Prozent gegen seinen FDP-Mitbewerber Franz-Albert Groß.

Wiederwahl mit 73 Prozent

Sein größter politischer Triumph war dann 2013 seine Wiederwahl als Kaller Bürgermeister gegen die FDP-Mitbewerberin Petra Kanzler mit 73 Prozent aller Stimmen.

An Spekulationen über mögliche Nachfolger werde er sich nicht beteiligen, so der scheidende Kaller Bürgermeister. Andere Gründe außer der Gesundheit - etwa im politischen oder privaten Umfeld - gebe es nicht.

Radermachers Politik war eingegrenzt von dem engen finanziellen Spielraum der Gemeinde. Solidität ist ihm ein hohes Gut, das Bemühen des Bürgermeisters, ein Abgleiten der Gemeinde in ein Haushaltssicherungskonzept zu vermeiden, ist bis heute von Erfolg gekrönt.

Große kanalbautechnische Maßnahmen wie die Beseitigung des Fremdwassers in Wahlen, im Gewerbegebiet, in der Hüttenstraße in Kall und zurzeit noch in Rinnen sowie die damit einhergehenden Straßenbaumaßnahmen wurden in Radermachers Amtszeit von Rat und Verwaltung gestemmt.

Mit dem planungsrechtlichen integrierten Handlungskonzept hätten der Gemeinderat, die Verwaltung und er die Weichen für eine gute Zukunft Kalls gestellt, so Radermacher: "Wir werden uns baulich und infrastrukturell weiterentwickeln." Das gelte auch für die sogenannten Außenorte.

Die Umsetzung der Erweiterung des Gewerbegebietes III habe eine lange Vorlaufzeit gebraucht, so der Bürgermeister, stehe aber vor dem Abschluss. Das gelte ebenso für die Bemühungen um den Hochwasserschutz für die Ortslage Scheven.

Als Tiefpunkt seiner kommunalpolitischen Laufbahn nennt Herbert Radermacher frank und frei das politische Gerangel um die Schullandschaft in der Region und bedauert nachhaltig den Verlust der weiterführenden Schule in Kall, auch wenn das leider weniger der Politik als dem Anmeldeverhalten der Eltern zuzuschreiben sei: "Dennoch hat mich die Schulpolitik an den Rand der Verzweiflung gebracht."

Besondere Anerkennung zollte Herbert Radermacher bei der Ankündigung seines Amtsverzichts dem ehrenamtlichen Engagement in der Gemeinde in allen Aktionsbereichen: "Ohne diese wertvolle, überwiegend selbstlose Mitarbeit könnte ein Gemeinwesen wie die Gemeinde Kall nicht bestehen."

pp/Agentur ProfiPress

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Veröffentlicht
02. Dezember 2016, 00:00
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02. Dezember 2016, 00:00
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