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Gesellschaft zu mehr Miteinander verändern Corinne Rasky, 44 Jahre, Projektkoordinatorin der GenoEifel eG und Netzwerk an Urft und Olef (stellvertretend für insgesamt 860 Ehrenamtliche unserer Region) Gesellschaft zu mehr Miteinander verändern, das ist der Antreiber in meinem Leben. Menschen mit Herz und Verstand in der Region zusammenzubringen, sie zu befähigen, sich zu vernetzen und im Kleinen Großes zu tun. So bedingt sich mein Engagement, für die vor 2,5 Jahren entstandene GenoEifel eG - die Generationengenossenschaft mit nunmehr 360 Mitgliedern. Die Engagierten helfen sich im Kreis Euskirchen und mittlerweile auch in Monschau, Simmerath und Roetgen (Teile der Städteregion Aachen) im Alltag mit kleinen Handreichungen (zum Arzt fahren, gemeinsam einkaufen gehen, kleine hausmeisterliche Hilfen anbieten, aber auch auf die Kinder aufpassen, das Smartphone erklären…). Für die gesamte Region vermittelt wird über das GenoEifel-Büro in Kall und demnächst auch in Simmerath. Aus der gleichen Motivation ist (aus meiner Sicht) auch das "Netzwerk an Urft und Olef" vor acht Jahren entstanden. Dieses Freizeit-Netzwerk mit den Standorten Gemünd, Kall, Schleiden und Hellenthal organisiert im Ehrenamt jährlich 800 bis 1.000 kostenlose Veranstaltungen und Treffen und bringt jährlich rund 500 Menschen in und um das Schleidener Tal zusammen. Hinter beiden Projekten stehen Menschen, denen unsere Region am Herzen liegt. Menschen, die das Leben im Alter und das der jungen Familien im Blick haben. Menschen, die mit viel ehrenamtlichem Engagement eine große Bewegung anschieben. Menschen, für die nicht das Geschäft, sondern der Mensch und dessen Zufriedenheit im Mittelpunkt stehen. Jeweils 3 Gründe warum sich das Engagement in diesem Bereich lohnt: 1. In der GenoEifel bestimmen die ehrenamtlich Helfenden selbst vor jedem Einsatz, ob und inwiefern sie den nächsten Auftrag annehmen möchten. Das ehrenamtliche Engagement kann sich also dem Alltag des Helfenden anpassen und nicht umgekehrt. Wir sprechen von einem zeitlich kalkulierbaren Engagement, das unserem Zeitgeist entspricht und zu mehr Zufriedenheit auf der Seite der Ehrenamtlichen führt. 2. Zudem erhalten unsere Helfenden eine Aufwandsentschädigung in ihrem Ehrenamt. Dies ist auf der einen Seite eine Form von geregelter Wertschätzung, auf der anderen Seite befreit sie auch die Hilfesuchenden von ihrer Rolle als Bittsteller. Das schätzen unsere Mitglieder sehr. 3. Wertschätzung ist aber auch die Dankbarkeit der Hilfesuchenden, das Leuchten in den Augen, wenn Zeit, Zuwendung, Zuversicht, Zuhören, Zusammensein und Zusammenarbeit zu mehr Zufriedenheit führen. 4. Im Netzwerk an Urft und Olef folgen die Aktiven dem Aufruf "Ich tu etwas für mich, nachdem ich Berufs- und/oder Familienphase hinter mir habe". Das lose Netzwerk bedingt keiner Mitgliedschaft. Jeder kommt vorbei, weil er in diesem Moment Zeit hat und sich in seiner Freizeit für sich selbst und für andere engagieren möchte. 5. Vielleicht macht gerade diese Unverbindlichkeit die Verbindlichkeit der Netzwerker aus. 6. Gebraucht zu werden, wichtig zu sein, gehört zu werden - das steht uns zu und ist auch die Motivation vieler Ehrenamtlicher, die im Netzwerk an Urft und Olef aktiv sind. Wenn wir in Rente gehen, haben wir so viel Wissen, so viele Fähigkeiten, die wir anderen zur Verfügung stellen können. Hier können wir sie einbringen. Mit dem Netzwerk wurde eine Plattform geschaffen, die ehrenamtliches Engagement miteinander füreinander ermöglicht und den Übergang vom aktiven Berufsleben in die Rente angenehm gestaltet. Mehr zu den Netzwerken: http://www.urftundolef.de/ und http://www.genoeifel.de/
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Stimme zum Tag des EhrenamtsDr. Marianne Bauerschmitz, 82 Jahre, 1. Vorsitzende von donum vitae** im Kreis Euskirchen e.V._ Seit fast 20 Jahren engagiere ich mich für donum vitae* im Kreis Euskirchen e.V. und bin immer wieder bei Gesprächen überrascht und stolz auf die Wertschätzung für die Arbeit von _donum vitae. Es gab Anfang 2000 einen entscheidenden Beweggrund, dieses Ehrenamt anzunehmen: Ich war enttäuscht und zornig. Zornig, weil die katholischen Bischöfe aus der Schwangerschaftskonfliktberatung ausstiegen. Endlich war ein Gesetz verabschiedet worden, das Frauen mit ungewollter Schwangerschaft die Chance gab, in geschütztem Raum über ihre Ängste zu sprechen und vielleicht Lösungen zu finden, die Schwangerschaft fortzusetzen. Und der Schwerpunkt der Beratung sollte nicht der Losung folgen: "Mein Bauch gehört mir", sondern in der zweifachen Anwaltschaft für die Frau und das Kind liegen. Dieses Konzept hatten die katholischen Schwangerschaftkonfliktberatungsstellen befolgt. Als prominente Katholiken im Jahr 1999 den Verein "Donum Vitae" gründeten, war es konsequent, Mitglied zu werden und im Jahr 2000 im Kreis Euskirchen eine Beratungsstelle aufzubauen. In den ersten Jahren waren es für mich als Vereinsvorsitzende vorwiegend organisatorische und bürokratische Tätigkeiten; inzwischen ist *donum vitae im Kreis Euskirchen etabliert. Neben der Konfliktberatung bieten wir in der allgemeinen Schwangerenberatung Beratung und Hilfe rund um die Schwangerschaft bis zum 3. Lebensjahr des Kindes an. In Teamsitzungen erörtern wir mit den hauptamtlichen Mitarbeiterinnen Möglichkeiten, weitere Frauen zu erreichen und ihnen Hilfen anzubieten. Dazu sind wir auf Spenden angewiesen. Durch Benefizaktionen machen wir die Öffentlichkeit auf uns aufmerksam. Gerade die Unterstützung von - gewollt oder ungewollt - schwangeren Frauen ist uns ein besonders wichtiges Anliegen. Es gibt eine Vielzahl an Aufgaben, die von Ehrenamtlichen übernommen werden können, seien es das Organisieren von Babyausstattung, Spendenaquise, Mithilfe bei Benefizaktionen, Mitarbeit in der Verwaltung oder Mitwirkung im Fachteam - und das gemeinsam mit einem kleinen, motivierten, hauptamtlichen Team.
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