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„Hervorragende Bildungsarbeit geleistet!"

Bewegende Schließungsfeier der Gemeinschaftshauptschule Ruraue

Jülich. Nach einem beeindruckenden „Trommel-Wirbel" der Internationalen Trommelgruppe Roncalli-Haus begrüßte Bürgermeister Axel Fuchs in der Aula des Schulzentrums zahlreiche Gäste zur Schulschließungsfeier der Gemeinschaftshauptschule Ruraue Jülich, unter ihnen Schulleiterin Karin Stobbe, Schulrat Thomas Rellecke, Schulseelsorger Ralph Loevenich, Beate Wirth-Weigelt als Leiterin der Schirmerschule, das Kollegium sowie Schülerinnen und Schüler.

Anschließend legte er dar, dass „Schulschließung" und „Feier" durchaus zusammen passen und lud ein, „heute mit Ihnen gemeinsam feiern, dass hier in der GHS Ruraue über so viele Jahre hervorragende Bildungsarbeit geleistet wurde".

Im Jahr 1968 wurde in Nordrhein-Westfalen die Hauptschule als neue Schulform eingeführt. Die Volksschule wurde damit in Grund- und Hauptschule aufgeteilt. Mit der Gründung der Hauptschule sollten das allgemeine Bildungsniveau und die individuellen Bildungschancen für sozial benachteiligte Kinder verbessert werden.

Im Januar 1972 beschloss der Rat der Stadt Jülich den Bau des Schulzentrums. 1978 war es dann soweit, die neue Gemeinschaftshauptschule Jülich wurde eröffnet. Mit rund 1.300 Schülerinnen und Schülern in 41 Klassen war die Gemeinschaftshauptschule in dieser Zeit eine der größten Hauptschulen in Nordrhein-Westfalen.

Nur wenige Jahre später, zu Beginn der 80er Jahre gehörte die Gemeinschaftshauptschule Jülich zu den ersten Ganztagshauptschulen in Nordrhein-Westfalen. Bis zuletzt wurde hier ganztags unterrichtet. Ein entsprechendes Mittagsangebot und das Mittagessen in der Cafeteria gehörten für die Schülerinnen und Schüler ganz selbstverständlich zum Schulalltag.

Viele Menschen haben diese Schule mit Leben gefüllt. Namentlich nannte Fuchs die Herren Schulleiter Worms, Averbeck, Bergrath und Lang, sowie Schulleiterin Stobbe, die unterstützt von zwölf Konrektoren und Mitgliedern des Schulleitungsteams für die Geschicke der Gemeinschaftshauptschule verantwortlich waren. Rund 210 Lehrkräfte haben in dieser langen Zeit hier 9.015 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Zahlreiche Menschen haben im Sekretariat, in der Bücherei, als Hausmeister oder in anderen Funktionen an dieser Schule gearbeitet. „Sie alle haben mit großem Engagement die Bildung der Jülicher Kinder ermöglicht. Sie haben die GHS Ruraue zu einer guten Schule gemacht. Allen, die sich für das Wohl der Schule und damit der vielen Schülerinnen und Schüler eingesetzt haben, danke ich herzlich."

Seit dem Jahr 1985 wurde die Arbeit der GHS Ruraue durch einen Förderverein materiell und ideell unterstützt. Neben dem Lehrplan wurden viele zusätzliche Aktivitäten und Veranstaltungen an der GHS Ruraue angeboten. Auftritte der Schüler-Lehrer-Band, ein Elferrat an Karneval, Bundesjugendspiele im Geräteturnen oder die Mofa-AG sind nur einige Beispiele. Die Bilder an den Stellwänden vermittelten hiervon einen lebendigen Eindruck. Im letzten Schuljahr gründete sich ein Kulturclub, der auch außerhalb der regulären Unterrichtszeit und am Wochenende zusammenkam und einige sehr interessante kulturelle Veranstaltungen besuchte. Als Schulträger war die Stadt Jülich immer wieder gefordert, Anpassungen zu ermöglichen. Die Übernahme des Schulsupports in Eigenregie lief so erfolgreich, dass im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit mittlerweile auch Schulen in Niederzier, Titz und Linnich betreut werden.

In den 70er Jahren besuchten mehr als 1.000 Kinder in 41 Klassen unsere GHS Ruraue, 1987 waren es 29 Klassen, im Jahr 2000 noch 23. Doch die Zahlen sanken weiter. Vor diesem Hintergrund und mit Blick auf die für einen weiteren Betrieb des Realschulgebäudes notwendigen Sanierungsarbeiten und damit verbundenen enormen Kosten, beschloss der Rat der Stadt Jülich im Juni 2009, den Umzug der Realschule in das Schulzentrum.

2010 wurden an der GHS Ruraue 386 Schülerinnen und Schüler in 13 Klassen unterrichtet. Für Haupt- und Realschule wurden weiter sinkende Schülerzahlen festgestellt und prognostiziert. Der Rat beschloss daher im Dezember 2011, zum Schuljahr 2012/2013 eine Sekundarschule zu gründen. Dies bedeutete gleichzeitig das Auslaufen der Haupt- und Realschule in der Stadt Jülich.

Es bedeutete auch, Sanierungs- und Umbauarbeiten um das Schulzentrum auf die neuen Bedarfe vorzubereiten. Im Frühjahr 2011 begann der erste Bauabschnitt im laufenden Schulbetrieb der Hauptschule. Im Sommer 2014 zogen Realschule, Sekundarschule und Musikschule in das Schulzentrum ein.

In der vergangenen Woche war es soweit. Die letzten Schülerinnen und Schüler der GHS Ruraue haben die Abschlusszeugnisse in der Tasche. Kollegium und Leitung war in den letzten Wochen mit der Abwicklung der Schule beschäftigt. Eine Zeit, in der sie eigentlich schon mit den Gedanken bei der Vorbereitung des neuen Schuljahres sein sollten. „Keine leichte Aufgabe. Sie haben sie dennoch erfüllt und dafür gilt Ihnen allen mein Respekt und mein herzlicher Dank!", so Axel Fuchs.

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Veröffentlicht
28. Juli 2017, 00:00
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