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Mordkommission -Schranke- geht neuen Spuren nach, Fotos

(ots) - Gemeinsame Presseerklärung der Staatsanwaltschaft Bielefeld und der Mordkommission des Polizeipräsidiums Bielefeld

Im Fall der aufgefundenen Frauenleiche auf einem Waldweg im Wiehengebirge in Hüllhorst-Oberbauerschaft (Kreis Minden-Lübbecke) kommt die Bielefelder Mordkommission (MK) "Schranke" mit ihren Ermittlungen voran. Teile der Kleidung der etwa 18 bis Mitte 20 Jahre alten Frau spielen dabei eine wichtige Rolle. Aber auch auf die Mithilfe der Bevölkerung zur Klärung weiteren Fragen setzen die Ermittler. Ein Nordic-Walker hatte am vergangenen Sonntag die fast vollständig verbrannte Leiche entdeckt und die Polizei alarmiert.

An Hand von verbrannten Resten eines Aufnähers konnte die Bielefelder Mordkommission rekonstruieren, dass die Tote eine blaue Jeanshose der Marke MISS ANNA trug (siehe Foto). Solche Hosen werden in verschiedensten Geschäften verkauft. Der genaue Typ ist nicht bekannt. Weiterhin konnte ein Metallknopf sichergestellt werden, der vermutlich zur Oberbekleidung der Unbekannten gehörte. Dieser Knopf (siehe Foto) trägt die Aufschrift IGUANA und zeigt in der Mitte das Bild eines Leguan. Außerdem gehen die Beamten davon aus, dass die Oberbekleidung mit einer Kordel versehen war. Der Leiter der MK, Knut Packmohr, hofft, dass sich irgend jemand, möglicherweise aus der Bekleidungsbranche, an solche Kleidungsstücke erinnert oder weitere Angaben dazu machen kann.

Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand sieht es so aus, dass die nur 1,58 Meter große Frau nicht selbst zu dem Waldweg gekommen ist. Außerdem spricht momentan nichts dafür, dass es sich um einen Suizid handelt. Da die über den Leichnam ausgeschüttete Menge an Brandbeschleuniger nicht unerheblich gewesen sein dürfte, besteht die Möglichkeit, dass es bei der schlagartigen Entzündung zu einer Stichflamme kam. Dadurch könnte die Feuer legende Person kleinere Brandverletzungen oder Spuren der Hitze am Kopf, an den Händen oder auch an der Kleidung davon getragen haben. Daher fragt Packmohr: "Wer kennt eine Person, die solche Merkmale seit Sonntag aufweist oder hat sie medizinisch behandelt?

Weiterhin werden Zeugen gesucht, die in der Nacht zu Sonntag eine Person an einer Tankstelle beobachtet haben, als sie einen Kanister mit Benzin füllte. Alle Hinweisgeber werden gebeten, sich bei den Beamten unter der zentralen Rufnummer 0571-88660 zu melden.

Aktuell geht die Mordkommission rund 70 Spuren nach. Außerdem durchforstet sie alle bundesweiten Vermisstenfälle. Die genaue Todesursache ist nach wie vor nicht bekannt. Deren Bestimmung ist auf Grund des hohen Verbrennungsgrades des Leichnams sehr schwierig und wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Die Auswertung der bei der Absuche des Waldgebietes rund um den Auffindeort sichergestellten Gegenstände hat keine konkrete Spur ergeben. Am Dienstag hatte eine Hundertschaft der Bielefelder Polizei das Areal akribisch durchkämmt. Besondere Aufmerksamkeit galt dabei den nach wie vor fehlenden Schuhen der Toten.

Auch die Spur der auffälligen Ringelsocke hat die Beamten nicht entscheidend weitergebracht. Zwar gingen verschiedenste Hinweise ein, eine besondere individuelle Auffälligkeit ergab sich aber nicht. Mittlerweile befindet sich der Strumpf auf dem Weg zu einer weiteren Laboruntersuchung zum Landeskriminalamt (LKA) nach Düsseldorf.

Christoph Mackel, zuständiger Staatsanwalt, wird ständig über den aktuellen Ermittlungsstand unterrichtet. Dass in diesem Fall noch keine Vermisstenmeldung vorliegt, ist aus Sicht von Knut Packmohr nicht unbedingt verwunderlich. "Es hat schon Fälle gegeben, bei denen erst Wochen später eine Vermisstenmeldung einging", weiß der Ermittler aus Erfahrung. Klar ist für Packmohr aber eins: "Kennen wir erst den Namen des Opfers, kann die Tätersuche gezielter erfolgen".

Fotos stehen unter www.polizei.nrw.de/minden-luebbecke zum Download bereit.

Ort
Veröffentlicht
27. Mai 2011, 13:58
Autor
Rautenberg Media Redaktion