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(ots) /- (mb) Es waren augenscheinlich Kanalarbeiter oder Installateure und ein Scherenschleifer sowie am Telefon "falsche Polizisten", die es auf das Geld von Seniorinnen und Senioren abgesehen hatten. Mindestens in zwei Fällen machten die Täter auch Beute. Am letzten Freitag meldete ein Seniorenpaar (88/90) von der Annenbrede aus Paderborn gegen 11.45 Uhr einen Trickdiebstahl aus ihrer Wohnung. Tatverdächtig ist ein Mann, der sich als Kanalarbeiter im Auftrag der Stadtverwaltung ausgegeben hatte. Der Unbekannte trug Arbeitskleidung und zeigte den Hausbewohnern einen Ausweis. Er müsse die Wasserleitungen kontrollieren, war seine Legende, um in das Haus zu gelangen. Im Haus konnte er sich teilweise unbeobachtet bewegen, weil die Bewohner im "helfen" mussten und unter anderem die Toilettenspülungen betätigen mussten, während der Tatverdächtige in einem anderen Badezimmer die "Leitungen kontrollierte". Obwohl der Handwerker ursprünglich bar bezahlt werden wollte, verabschiedete er sich plötzlich und verzichtete auf die Bezahlung. Kurz darauf stellte das Seniorenpaar den Diebstahl von Bargeld und Schmuck fest. Wenig später rief eine Seniorin (81) aus Hövelhof die Polizei. In ihrer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus an der Sennestraße war mittags ein angeblicher Handwerker aufgetaucht, der aufgrund von Baumaßnahmen die Wasseranschlüsse in den Badezimmern kontrollieren müsse. Auch aus einem Nachbarhaus meldete sich eine Seniorin (79) bei der Polizei und schilderte einen ähnlichen Sachverhalt. In beiden Fällen kam es nicht zu Diebstählen. Am Montagnachmittag verschaffte sich ein Tatverdächtiger unter der Legende, ein Scherenschleifer zu sein, Zugang in die Wohnung einer Seniorin (90) an der Husener Straße in Paderborn. Die Bewohnerin einigte sich mit dem Mann auf einen Stückpreis für das Schärfen und gab ihm einige Messer mit. Spät nachmittags kam der Mann mit den Messern zurück und verlangte einen deutlich höheren Preis. Als die Seniorin kurz den Raum verließ, schlich sich der Tatverdächtige ins Schlafzimmer. Die 90-jährige sah den "Scherenschleifer" aus dem Zimmer kommen. Der Mann verabschiedete sich schnell und verschwand. Anschließend bemerkte die Seniorin, dass im Schlafzimmer die Schränke aufstanden und Schmuck gestohlen worden war. Aus Salzkotten wurden am Montagabend zwei Fälle von Anrufen "falscher Polizisten" gemeldet. Die beiden Angerufenen, eine 38-jährige Frau und ein 86-jähriger Mann, hatten die Betrugsmasche sofort erkannt, sodass die Gespräche schnell endeten. Es ist nicht auszuschließen, dass weitere Taten verübt oder versucht wurden, aber die Opfer sich bislang nicht bei der Polizei gemeldet haben. Dieser Bericht bildet nur einen Bruchteil der kriminellen Maschen von Betrügern und Dieben ab, die falsche Identitäten vorspiegeln und eine Vielzahl von Legenden nutzen, um Beute zu machen. Fremden gegenüber sollten gerade Seniorinnen und Senioren Argwohn walten lassen, egal ab an der Haustür oder am Telefon. In solchen Fällen rät die Polizei den Betroffenen vertraute Menschen um Unterstützung zu beten und ohne deren Beistand nicht auf das jeweilige Anliegen des "Fremden" einzugehen. Der Appell der Polizei: Lassen Sie sich nicht überrumpeln! Holen Sie sich zuerst Hilfe, auch wenn die Angelegenheit noch so dringend geschildert wird! Weitergehende Informationen und Tipps der Polizei zum Thema Kriminalität zum Nachteil von Senioren sind im Internet eingestellt: https://polizei.nrw/artikel/sicherheit-fuer-aeltere-menschen
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