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Polizei zieht nach einem halben Jahr Waffenamnestie Bilanz

(ots) - Seit nunmehr gut 1/2 Jahr sah der

Gesetzgeber die sanktionslose Rückgabe von Waffen vor, die bei

Bürgern ungesetzlich aufbewahrt wurden. Die Öffentlichkeitsarbeit zu

diesem Thema hat ganz offensichtlich dazu geführt, dass sich viele

Bürger auch im Kreis Herford tatsächlich angesprochen fühlten. Nicht

alle Waffen, die abgegeben wurden, wurden tatsächlich illegal

besessen. Dennoch wollten sich die Bürger von diesem lästigen

Gefahrenpotential befreien. Der Begriff Waffen ist allerdings weiter

definiert als im Volksmund. Gesammelt wurden sowohl Hieb- und

Stoßwaffen als auch Schusswaffen, die sowohl als Langwaffen wie auch

als Kurzwaffen (Pistolen/Revolver) abgegeben wurden. Sogar

Schlagruten (sogen. Totschläger) und Wurfsterne fallen nach dem

Waffenrecht unter diese Bezeichnung.

Insgesamt ist die Kreispolizeibehörde sehr zufrieden mit dem

Ergebnis. Jan Ebmeier und Erika Kruse hatten zwar als Sachbearbeiter

viel Arbeit in den letzten Wochen, sie wissen aber, jetzt wird es

vorübergehend wieder ruhiger.

Folgende Waffen wurden während der laufenden Amnestie ab Mitte

Juli bis zum 31.12.2009 katalogisiert und konnten damit vernichtet

werden:

217 Kurzwaffen

320 Langwaffen sowie

35 sonstige Gegenstände, die unter das Waffengesetz fallen.

Besonders groß war der Andrang in den letzten Tagen des Monats

Dezember. Bis einschließlich Silvester wurden Waffen auf den Wachen

abgegeben.

Sehr außergewöhnlich war die Abgabe einer Mauser-Pistole, 9mm, die

noch bis 1929 die Dienstwaffe eines tödlich verunfallten

Polizeibeamten war. Mitsamt der Sterbeurkunde des ehemaligen

Polizisten wurde die Waffe bei der Kreispolizeibehörde abgegeben. Die

Waffe wird nunmehr mit Genehmigung aller Beteiligten

Familienmitglieder und auch Behörden im Polizeimuseum in Salzkotten

ausgestellt. Unbrauchbar gemacht natürlich.

Sogar ein Bolzenschussgerät, das üblicherweise für die fachmännische

Tötung von Tieren in Schlachtbetrieben Verwendung findet, befand sich

unter den abgegebenen Waffen.

Der Rest der abgegebenen Waffen und Munition wird an eine zentrale

Dienststelle im Land Nordrhein Westfalen gebracht und dort zunächst

zerlegt, zersägt und eingeschmolzen. Für viele Bürger hatte diese

Aktion einen weiteren Vorteil, die Waffen konnten ohne Gebühren

abgemeldet und abgegeben werden.

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Veröffentlicht
14. Januar 2010, 09:07
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