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Eine Gratwanderung durch Politik & Gesellschaft

Die Frühjahrsausstellung der Initiative Kunst Hennef

(ul) Vieles im Leben eines jeden entspricht einer Gratwanderung und machmal gibt es sogar Tage, an denen mitunter mehr als nur eine Gratwanderung auf einen wartet. Ob Entscheidungen in der Familie oder im Beruf, in der Politik, im Sport, der Schule oder eben auch in der Kunst - oftmals stehen wir im Leben an einer Weggabelung und müssen uns entscheiden, in welche Richtung wir gehen wollen, sagte Bürgermeister Klaus Pipke bei der Vernissage zur traditionellen Frühjahrsausstellung der Initiative Kunst Hennef (IKH) am vergangenen Samstag in der Meys Fabrik. Und eben diese Entscheidung sei dann manchmal schon mit einer Gratwanderung verbunden - ein schmaler Pfad, rechts und links der Abgrund, wohin auch immer. Und wenn dies ursprünglich auch ein Begriff aus der Bergwelt ist, findet man derartige Situationen eben doch oft im alltäglichen Leben wieder und so befassen sich auch die zahlreichen, facettenreichen Kunstwerke dieser Themenausstellung mit Gratwanderungen in ganz unterschiedlichen Bereichen. Wie bereits im vergangenen Jahr war es auch an diesem Samstagnachmittag Jeannine Gebauer, die gewohnt eloquent und charmant durch die Ausstellung führte und den zahlreichen Gästen die einzelnen Bilder und Kunstwerke thematisch näher brachte. Eine Gratwanderung für den Geist sei diese Ausstellung und biete zudem eine fantastische Aussicht auf unterschiedliche Lebenswirklichkeiten, so die Henneferin, und mitunter auch die Erweiterung des eigenen Horizontes. Erweitert oder vielmehr verändert habe sich auch die Initiative Kunst Hennef selbst; denn an diesem Tage wurde die alte Vorsitzende Margret Zimpel nach sechs Jahren mit herzlichem Dank verabschiedet und die neue Vorsitzende Karin Kunczik-Rüdiger, die bereits von 1986 bis 1999 den Vorsitz führte, ebenso herzlich empfangen. Bereits seit 30 Jahren und aus Hennef nicht mehr wegzudenken, stellt die IKH eine wesentliche Bereicherung nicht nur für die Kunstszene der Stadt dar und immer wieder sind die Ausstellungen durch die unterschiedlichen Charaktere der Künstlerinnen und die verschiedenen Materialien und Techniken sehr vielschichtig. In den zahlreichen Objekten, die diese Frühjahrsausstellung zeigt, greifen die Künstlerinnen somit auch ganz differenzierte Themen auf: Tabletten- und Alkoholabhängigkeit, mit der sich Barbara Hanebuth auseinandersetzt, die grausame Wirklichkeit in einem Konzentrationslager im Gegensatz zum noch eben heiteren Alltag von Ulrike Kienzler sowie die Werke von Karin Kunczik-Rüdiger, in denen sich ebenfalls Leid und Verzweiflung der Flüchtlinge heutzutage widerspiegeln. Aber auch ein Blick auf den Antibiotika-Missbrauch und seine Folgen von Barbara Niesen, die Gratwanderung zwischen Glauben und Wissen, die Margret Zimpel beschäftigt oder der für viele tägliche Spagat zwischen Arbeit und Leben, dem sich Elke Fries widmet - für den Betrachter sind alleine schon diese vielschichtigen, Fragen aufwerfenden Werke der zwölf gestandenen Künstlerinnen eine interpretative Herausforderung. Zudem zeigen aber auch die jungen Künstlerinnen und Künstler in diesen Tagen ebenso beeindruckende Werke im Foyer der Meys Fabrik. 26 Jugendliche im Alter von 15 bis 22 Jahren haben sich ebenfalls mit dem Thema "Gratwanderung" in ihren Bildern befasst und können sich am Ende der Ausstellung am kommenden Sonntag auf die sicherlich mit Spannung erwartete Verleihung der drei Jugendkunstpreise freuen. Dotiert sind diese Nachwuchspreise mit jeweils 200 € und werden von der Kreissparkasse Köln, der Stadt Hennef sowie der IKH gefördert. Und nicht nur die Jury entscheidet über die Vergabe, auch das Publikum kann im Laufe der Ausstellung seine Stimme abgeben und bei der Verleihung während der Finissage am 17.4.2016 um 17 Uhr dabei sein.

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Veröffentlicht
15. April 2016, 00:00
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15. April 2016, 00:00
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