Sag uns, was los ist:

Ein Platz für die Lebenden

whatsapp shareWhatsApp

Ein Platz für die Lebenden

In Bödingen entsteht ein neues Hospiz

(ul) "Das Hospiz wird gebaut!" - Eine Mischung aus Erleichterung und Vorfreude war bei der Pressekonferenz, zu der der Verein "Sibilla Hospiz Bödingen" Anfang November ins Marienheim eingeladen hatte, spürbar. Denn der Startschuss ist endlich gefallen. "Wenn alles reibungslos läuft, kann das Hospiz in drei Jahren eröffnet werden", ist der Vereinsvorsitzende Dr. Willi Fuchs überzeugt.

Nachdem der Verein 2017 gegründet wurde und auf einem Grundstück in den Siegauen das Projekt realisieren wollte, mussten die Initiatoren aufgrund der Lärmbelastung durch die Nähe zur Autobahn sowie der Lage in der Einflugschneise des Flughafens Köln Bonn umdenken und sich auf die Suche nach einem neuen Grundstück machen, das sich schließlich in Bödingen fand.

Auf einem Grundstück von rund 7.000 m² Fläche, das die Brüder Clemens und Oliver Wirtz neben dem bestehenden St. Augustinus Seniorenhaus in Bödingen für das Projekt zur Verfügung gestellt haben, wird nun mit einer Wohn- und Nutzfläche von 2.200 m² in den nächsten Jahren ein dreigeschossiges Hospiz entstehen. "Das Hospiz wird ein Platz für die Lebenden", betont Fuchs. Und so werde das Haus auch geplant, als ein Wohlfühlort, ein wirkliches Zuhause für seine Gäste, die hier ihren letzten Weg gehen können. Eingebettet in die idyllische Landschaft zwischen Bödingen und Alt-Bödingen ist auch der Bau so geplant, das er sich einfügt in die Natur - Naturstein dominiert die Fassade im Gartengeschoss, Holz die beiden oberen Geschosse. "Wir wollen ein Gebäude bauen, dass bewusst nicht an ein Krankenhaus erinnert", erklärt Architekt Eberhard Heider aus Bergisch-Gladbach. Und so wird es neben 16 geräumigen Zimmern mit Balkonen, ein Wellnessbad, ein Café, Rückzugsnischen für Gäste wie Besucher, Seminarräume und eine Rezeption geben. Ein großzügig gestalteter Lichthof, der über alle Ebenen eine natürliche Verbindung hat und als Wintergarten konzipiert ist, dient zudem Veranstaltungen wie Lesungen oder Konzerten für ein kulturelles, inspirierendes Leben, beschreibt Heider die Planung. 24 Pkw- sowie zehn Fahrradstellplätze sind im Bereich der Außenanlage geplant. Auch bei der Energie ist Nachhaltigkeit ein wesentliches Thema und so werde man das nutzen, was sinnvoll ist, und mit Augenmaß ein energetisches Konzept umsetzen.

Mit der Bonner Dr. Reinold Hagen Stiftung ist es dem Verein "Sibilla Hospiz Bödingen" zudem gelungen einen Investor zu finden, der prädestinierter für dieses besondere Projekt nicht sein könnte. "Nachhaltigkeit in Verbindung mit dem gemeinnützigen Wohl darauf legen wir großen Wert", betont Stefan Hagen. "Wir stehen für Menschen und Technik. Beides hier verbinden zu können, ist auch für uns ein absoluter Glücksfall", ist der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, die rund sieben Millionen Euro in das Projekt fließen lässt, überzeugt.

Die Baukosten sind das eine, erklärt Michael Ziegert, die Unterhaltung des laufenden Betriebes später das andere. "Für die Gäste ist der Aufenthalt hier kostenlos", so der Geschäftsführer des Vereines. Zu 95 Prozent gedeckt sei der Betrieb, die weiteren fünf Prozent müssten durch Spenden generiert werden. Das sei aber bei Hospizen grundsätzlich der Fall und auch gewollt, sagt Dr. Willi Fuchs. 30 Vollzeitkräfte werden sich um das Wohlergehen der Gäste später kümmern, hinzukommen noch einmal bis zu 50 Ehrenamtler. Eine Kooperation mit dem ambulanten Hennefer Hospizverein "Lebenskreis" sei dabei selbstverständlich, ebenso wie eine Zusammenarbeit mit den umliegenden Hospizen in Lohmar-Deesem und Troisdorf sowie den Krankenhäusern unerlässlich sei. "Wir ergänzen das Angebot hier in der Region. Wir sind keine Konkurrenz", ist Fuchs dabei sehr wichtig.

Betreiber des Hospizes wird der Verein "Sibilla Hospiz Bödingen" sein, der für sein Projekt schon jetzt positiven Zuspruch und Unterstützung aus der Hennefer Bevölkerung erhält. Benannt nach Sibilla Brombach, die gemeinsam mit ihrem Mann zu den Wegbereitern der Hospizbewegung hierzulande gehört und selber seit 30 Jahren im Hospiz tätig ist, engagiert sich auch ihr Sohn Tobias für die Realisierung des neuen Hospizes in Bödingen.

Ort
Veröffentlicht
15. November 2019, 05:54
Autor
whatsapp shareWhatsApp