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Das Leben, das Sterben und ich

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Das Leben, das Sterben und ich

Ilka Piepgras liest aus ihrem neuen Buch

(ul) "Ich habe das Buch geschrieben, welches ich vorher gerne gelesen hätte.", erzählt Ilka Piepgras über ihre Beweggründe, sich in der Mitte des Lebens aktiv mit den scheinbaren Tabuthemen "Sterben" und "Tod" auseinanderzusetzen. Als Journalistin und Redakteurin des ZEITmagazins mit aufwendigen, fokussierten Recherchen im Alltag vertraut scheitert sie, wie sie selber sagt, als sich in ihrer Nachbarschaft ein plötzlicher Todesfall ereignet und ihr niemand erklären kann, wie sie mit diesem viel zu frühen Tod umgehen soll. Kein Buch, kein Internet, kein Forum hilft ihr tiefergründig zu begreifen, zu verstehen. Der Tod bleibt für sie abstrakt und sie gewinnt zunehmend die Erkenntnis, ihm erst nahe kommen zu müssen, damit er seinen Schrecken verliert. Die Ausbildung zur ehrenamtlichen Sterbebegleiterin in einem Berliner Hospiz wird für die Mutter zweier Kinder zu einem großartigen Wendepunkt, nicht nur das Sterben und den Tod aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, sondern auch die Sicht auf das Leben zu hinterfragen. Und sie wird der Grundstein für ihr Buch "Wie ich einmal auszog, den Tod kennenzulernen, und dabei eine Menge über das Leben erfuhr". Am vergangenen Dienstag kam die Wahl-Berlinerin zu einer Lesung in die Buchhandlung am Markt hier in Hennef und überraschte ob des Themas sicherlich den ein oder anderen Zuhörer mit positiv herzlicher Gelassenheit. Gemeinsam veranstaltet mit dem Hennefer Hospizverein Lebenskreis, der bereits seit 18 Jahren Menschen in und um Hennef in ihrer letzten Lebensphase ambulant begleitet sowie Trauernden mit unterschiedlichen Angeboten unterstützend zur Seite steht, begrüßte Uwe Madel die vielen Gäste, ebenso wie Ursula Pützstück, und er freue sich auf die Vorstellung dieses wirklich unterhaltsamen Buches. Und in der Tat ist es Ilka Piepgras mit ihrem sehr persönlichen Buch über das Leben, das Sterben und sich selbst wunderbar gelungen, dem Tod näher zu kommen und ihm, zumindest für den Moment des Lesens, seinen Schrecken zu nehmen. In all den Geschichten, mit all den Menschen, denen sie als Sterbebegleiterin näher gekommen ist und die sie begleitet hat, bekommen das Leben und das Sterben ganz unterschiedliche Facetten - nicht nur traurige, sondern auch fröhliche, erheiternde. Das Leben mit dem Tod in unserer Kultur als beendet zu betrachten ist für die meisten Menschen dadurch sicherlich nicht weniger schmerzhaft, vor allem, wenn er viel zu früh kommt, doch sich bewusst mit diesem Thema auseinanderzusetzen hat Ilka Piepgras geholfen, den Tod als weniger unheimlich zu betrachten. So ist das Interview am Ende dieses lesens- und liebenswerten Buches, das sie mit ihrem kranken Vater führt, für beide ein erleichternder Meilenstein und endlich eine Möglichkeit, offen über das Sterben zu sprechen.

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Veröffentlicht
09. März 2018, 06:07
Autor
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