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Bürgermeister Klaus Pipke im Interview

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Bürgermeister Klaus Pipke im Interview

Ein sommerliches Update aus der Stadtverwaltung

(ul) Kurz bevor nicht nur die Schülerinnen und Schüler in die langen Sommerferien starten, sondern auch in Politik und Verwaltung die Sommerzeit genutzt wird, um ein wenig Ruhe einkehren zu lassen, ergreifen wir einmal mehr die Gelegenheit bei einem Interview mit Bürgermeister Klaus Pipke anstehende Projekte, laufende Baumaßnahmen und geplante Vorhaben anzusprechen und unsere Leserinnen und Leser über Altes und Neues aus der Stadtverwaltung zu informieren...

Stadtecho: Guten Morgen, Herr Pipke. Danke, dass Sie sich trotz unzähliger Veranstaltungen gerade vor den Ferien die Zeit für ein paar Fragen nehmen. Bauvorhaben, Planungen, Anträge und Beschlüsse gibt es zur Zeit viele in Hennef - fangen wir mit dem Horstmannsteg an. Vermeintlich still geworden ist es um ihn, aber seit vergangener Woche wird sich das wieder ändern, oder?

Klaus Pipke: Hallo, Frau Grünewald. Ja, es wird in der Tat wieder lauter werden. Ab letzten Dienstag kann endlich der Abriss des alten Horstmannsteges beginnen. Dann allerdings wird es eine Pause geben, um dem Naturschutz Rechnung zu tragen und damit die Wanderung der Lachse in der Sieg nicht zu stören. Im Herbst wird mit dem Neubau der Brücke begonnen und die Fertigstellung ist für Juli 2020 geplant.

Stadtecho: Dass wird die Bürgerinnen und Bürger in Allner sicher freuen zu hören, da die Wege dann wieder deutlich kürzer werden.

Klaus Pipke: Und nicht nur kürzer, sondern auch im Gegensatz zur alten Brücke sicherer und bequemer; denn die Breite des Horstmannsteges wird sich merklich vergrößern.

Stadtecho: Wenn wir bei verkehrspolitischen Themen bleiben, wie sieht es denn mit der von vielen Anwohnerinnen und Anwohnern geforderten Geschwindigkeitsbegrenzung auf der L125 nach Lanzenbach aus?

Klaus Pipke: Auch die Stadt setzt sich hier für eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 50km/h ein; denn nicht zuletzt für die Schulkinder, die diese Landesstraße auf ihrem Schulweg queren, bedeutet die Reduzierung von Tempo 70 auf 50 einen erhöhten Sicherheitsaskpekt. Doch leider lässt sich diese Änderung nicht so schnell durchsetzen wie gewünscht, da es sich um eine Landesstraße handelt. Bei "Gefahr in Verzug" ist so ein Tempolimit umsetzbar, allerdings nur im Einvernehmen mit dem Kreis. Das liegt mittlerweile vor, jetzt ist der Landesbetrieb StraßenNRW gefragt, begleitende Maßnahmen wie Beschilderung und Grünschnitt durchzuführen.

Klaus Pipke: Auch das ist eine Landesstraße und liegt damit im Zuständigkeitsbereich des Landesbetriebes StraßenNRW. Die Planung sieht aber vor, dass noch in diesem Jahr mit den Bauarbeiten begonnen werden soll.

Stadtecho: Und die fahrradtechnische Anbindung der Bergdörfer auf dieser Seite Hennefs?

Klaus Pipke: Im Zuge der REGIONALE 2025 gibt es Überlegungen, die Strecke entlang der alten Bröltalbahn zu ertüchtigen und zwar freizeitmäßig für Wanderer in Anbindung an den Natursteig Sieg, aber auch für Radfahrer, um von Waldbröl mit dem Rad nach Hennef fahren zu können. In diesem Zuge gibt es auch konkrete Vorschläge, Happerschoss fahrradtechnisch anzubinden.

Stadtecho: Die REGIONALE 2025 ist ein umfangreiches Strukturprogramm, das zahlreiche Möglichkeiten bietet, aber auch viele Veränderungen mit sich bringen kann, die im aktuellen Planungsstadium nicht überall auf positive Resonanz stoßen. Wie gehen Sie damit um?

Klaus Pipke: In der Tat haben wir den Rahmen REGIONALE 2025 genutzt, um in Hennef möglichst viele Projekte anzustoßen, die ohne diese Fördergelder nicht realisierbar wären, aber von denen einige Maßnahmen dringend angegangen werden müssen. So zum Beispiel Sanierungen und neue Konzepte für Stadt Blankenberg, seine Stadtmauer und die Feuerwehr sowie Planungen für ein neues Heimathaus hier oben. Im Laufe des Julis werden wir hierzu erste Kostenschätzungen erhalten. Die Möglichkeit zur Veränderung bietet auch immer eine Chance, etwas zu verbessern oder den Erfordernissen der heutigen Zeit, den Bedürfnissen der Menschen, und ganz besonders der Touristen hier, anzupassen. Und wir reden ja nicht von Dingen, die sich bereits morgen umsetzen lassen, sondern von Maßnahmen, die sich über rund zehn Jahre erstrecken werden.

Als nächstes wird aber erst einmal die Kreisstraße von Stein nach Stadt Blankenberg hoch weiter saniert, ebenso wie ein Stück der Mauer.

Und neben Projekten rund um Stadt Blankenberg gibt es im Zuge der REGIONALE 2025 ja auch noch das "Kulturrathaus", den "Schulcampus" sowie weitere Maßnahmen, die wir gerne umsetzen möchten.

Stadtecho: Zurück in die Innenstadt - was gibt es hier Neues?

Klaus Pipke: Um beim Thema "Verkehr" zu bleiben, gehen wir auf die Frankfurter Straße. Ganz aktuell wurde im Planungsausschuss beschlossen, dass der Innenstadtbereich, also nicht nur die Frankfurter Straße, sondern angrenzend auch die Bahnhof-, Linden-, Mozart und Alte Ladestraße als verkehrsberuhigter Geschäftsbereich eingerichtet werden soll. Dass heißt, maximal Tempo 30 zu bestimmten Zeiten.

Auch bei den Kitas tut sich etwas: während einige in diesem Jahr ihr 50-jähriges oder 20-jähriges Jubiläum feiern, geht es mit dem Bau der neuen Kita in der Gartenstraße planmäßig voran, so dass die Einrichtung Mitte Dezember 2019 fertiggestellt sein soll.

Stadtecho: Kommen wir von den Kitas zu den Schulen, bei denen sich bautechnisch ja auch einiges bewegt. Ohne auf die öffentliche Debatte im Frühjahr näher eingehen zu wollen - aber wird sich im kommenden Jahr im Anmeldeverfahren an den weiterführenden Schulen in Hennef etwas ändern?

Klaus Pipke: Ja, wird es. Nachdem sich im Schulausschuss mehrheitlich für die Änderung der aktuellen Regelung ausgesprochen wurde, wird das Zeitfenster, in dem Eltern ihre Viertklässler anmelden können, an allen weiterführenden Schulen Hennefs gleich sein. Es gibt also kein "Erst-da, dann-da" mehr, sondern ein "Entweder-Oder". Im Anschluss müssen wir als Stadt und als Schulträger dann sehen, ob sich dadurch an der Verteilung der Anmeldezahlen etwas geändert hat.

Stadtecho: Zum Abschluss noch ein Ausblick auf die kommenden Jahre: Sie planen im Herbst dieses Jahres einen doppelten Haushalt einzubringen. Kritiker werfen Ihnen vor, dass nur aufgrund der 2020 anstehenden Kommunalwahlen zu machen.

Klaus Pipke: Den Haushalt für die beiden Jahre 2020 sowie 2021 in diesem Herbst einzubringen, hat tatsächlich einen ursächlichen Bezug zur Kommunalwahl. Da wir ausführliche Gespräche und Debatten zu Inhalten des Haushaltes für gewöhnlich im Herbst führen, könnte es 2020 zeitlich eng werden, da die Wahl erst Ende September stattfindet und die Bildung des neuen Rates einige Zeit in Anspruch nehmen kann. Damit Hennef 2021 aber nicht ohne einen fundierten Haushaltsplan und damit unter anderem ohne Stellen- und Investitionsplan dasteht, halten wir es für zwingend notwendig, bereits jetzt strukturierte Überlegungen für 2020 und 2021 anzustellen und festzulegen. Spätere Änderungen oder Nachträge können dann immer noch folgen.

Stadtecho: Herzlichen Dank, Herr Pipke, für das ausführliche Interview und Ihnen und Ihrer Familie eine erholsame Urlaubszeit.

Klaus Pipke: Auch ich bedanke mich und wünsche Ihnen sowie allen Hennefer Bürgerinnen und Bürgern entspannte Sommerferien und schöne Urlaubstage.

Ort
Veröffentlicht
19. Juli 2019, 03:33
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