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(ots) - Festnahme auf frischer Tat Vier Einbrüche in einer Nacht Marburg/Allendorf/Lumbda/Rabenau-Londorf Dank eines aufmerksamen und besonnen handelnden 17-jährigen Zeugen nahm die Polizei Grünberg am Mittwoch, 27. April, um 00.52 Uhr eine 32-jährige Frau nach einem Einbruch in die Apotheke in der Giessener Straße noch am Tatort fest. Die im Ebsdorfergrund lebende Festgenommene steht im Verdacht, in dieser Nacht insgesamt vier Einbrüche bzw. Einbruchsversuche begangen zu haben. Nach ersten Erkenntnissen begann ihre Tour mit zwei Taten in Marburg bevor sie nach einem versuchten Einbruch in Allendorf mit der Festnahme in Londorf endete. Die Frau war bislang polizeilich nicht bekannt.. Die Ermittlungen wegen Einbruchs begannen um kurz nach Mitternacht in der Temmlerstraße in Marburg. Zeugen sprachen eine Streife auf verdächtige Geräusche an. Mehrere laute Schläge hatten ihre Aufmerksamkeit erregt. Die Polizei stellte schließlich fest, dass mit mehreren Schlägen versucht worden war, die Scheiben der Eingangstür zu einem Geschäft für Modeschmuck und Accessoires einzuschlagen. Die Scheiben hielten und es gab keine Beute. Die Polizei erhielt Hinweise auf eine junge, schlanke Frau mit einem hellen Kleinwagen. Noch während der Ermittlungen zu diesem Auto erfolgte um kurz vor 01 Uhr in Londorf die Festnahme auf frischer Tat. Der Krach, den das Einschlagen der Scheibe verursacht hatte, weckte einen 17-jährigen Anwohner. Der schaute nach und sah Taschenlampenschein in der Apotheke. Der junge Mann blieb ruhig, hielt sich im Hintergrund und rief sofort die Polizei an. Die war schnell zur Stelle und nahm die Frau noch in der Apotheke fest. Die Beschreibung der Frau und des von ihr benutzten Autos passten zu den Fahndungsinformationen der Polizei Marburg nach dem Einbruchsversuch in der Temmlerstraße. Bei der Durchsuchung des Autos fand die Polizei eine Vielzahl von Kosmetikartikeln. Auf Befragen gab die Festgenommene schließlich zu, dass diese Artikel aus einem Einbruch in einen Drogeriemarkt in der Cappeler Straße stammen. Hier war die Einbruchsmethode genau wie bei dem Geschäft in der Temmlerstraße und der Apotheke in Londorf. Die Frau zerstörte mit einem Hammer eine Scheibe, stieg ein und nahm scheinbar wahllos und ohne Rücksicht auf die Wertigkeit Produkte aus den Regalen. Auf dem weiteren Weg machte die Festgenommene offenbar noch einen Zwischenstopp in der Bahnhofstraße in Allendorf. Der laute Schlag gegen die in die Tür eingelassene Notdienstklappe weckte den Apotheker. Er schaute nach, sah aber nur noch, wie ein flüchtender Mensch in einen hellen kleinen Wagen einstieg und davonfuhr. Die Fluchtrichtung passte zu dem späteren Festnahmeort in Londorf. Die 32-jährige räumte schließlich alle vier Taten ein. Darüber hinaus schwieg sie. Ausreichende Haftgründe lagen nicht vor. Martin Ahlich
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(ots) - Polizeipräsident Manfred Schweizer stellt die Kriminalstatistik 2010 für Mittelhessen vor. Niedrigstes Straftatenaufkommen und bislang höchste Aufklärungsquote Maßnahmen gegen steigenden Wohnungseinbruch weiter verstärkt Mittelhessen Im Jahr 2010 ereigneten sich in Mittelhessen 664 Straftaten weniger als im Jahr zuvor. Gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote erstmals über die 60 Prozent-Schwelle. "51.015 Straftaten bedeuten einen historischen Tiefststand und 60,5 % eine noch nie erreichte Aufklärungsquote in der hiesigen Region mit den Landkreisen Gießen, Lahn-Dill, Marburg-Biedenkopf und Wetterau", freute sich Polizeipräsident Manfred Schweizer. "Diese Erfolgsdaten bekräftigen die sehr gute Entwicklung für die Sicherheit unserer Bürger und sind ein Beleg der hervorragenden Arbeit der mittelhessischen Polizei", stellte Schweizer fest. Trotz des ganz zufriedenstellenden Gesamtergebnisses verzeichnete die Polizei in Einzelbereichen, vor allem beim Wohnungseinbruch und wesentlich abgeschwächter bei der Gewaltkriminalität, eine zunehmende Entwicklung. Zahl der Gesamtstraftaten und Kriminalitätsbelastung auf Tiefststand Mit erneut weniger registrierten Straftaten setzte sich - wenn auch abgeflachter - der seit 2004 anhaltende Straftatenrückgang fort. "Seither verringerte sich das Kriminalitätsaufkommen um fast 20 % bzw. um 12.744 Straftaten. Das stellt einen erheblichen Sicherheitsgewinn für unsere Bürger dar", hob Manfred Schweizer hervor. Dies dokumentiert auch die sogenannte Häufigkeitszahl. Mit 4.813 Straftaten pro 100.000 Einwohner liegt die Kriminalitätsbelastung in Mittelhessen wiederum niedriger als im Vorjahr und zum zweiten Mal unter 5.000. "Sie unterschreitet deutlich den aktuellen Landesdurchschnitt von 6.629. Damit liegt Mittelhessen hessenweit mit an der Spitze der sichersten Regionen", so Schweizer weiter. Aufklärungsquote erstmals über 60 Prozent Gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote auf herausragende 60,5 %. "Dies ist ein Beleg für die effektive Polizeiarbeit, qualifizierte Ermittlungsmethoden und die ergriffenen Verbesserungen auf dem Gebiet der Spurensuche und -sicherung. Das Risiko, von der Polizei erwischt zu werden, ist weiter gestiegen; das schreckt Straftäter auch ab! Diesen eingeschlagenen Weg für ein hohes Sicherheitsniveau in der hiesigen Region werden wir konsequent weiterverfolgen", erklärte Schweizer. Mit diesem Spitzenergebnis schneidet Mittelhessen im landesweiten Vergleich bestens ab. Straßenkriminalität sinkt weiter Der Polizeipräsident machte deutlich, dass gerade Straftaten, die das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger besonders berühren, weiter zurückgedrängt worden sind. So sank die Kriminalität, die auf Straßen, Wegen und Plätzen verübt wurde (beispielsweise Raubüberfälle, Autoaufbrüche, Taschendiebstähle, Sachbeschädigungen) im vergangen Jahr um 408 (- 4,1 %) auf 9.592 Fälle. Dabei gingen vor allem die Diebstähle in der Öffentlichkeit (sog. Straßendiebstahl) um 8,9 % und der Straßenraub um 10,1 % zurück. Die Sachbeschädigungen an Kraftfahrzeugen nahmen um 1,2 % ab. Insgesamt weniger Diebstähle - aber Steigerung bei Wohnungseinbrüchen Mit 36,3 % bilden die Diebstahlsdelikte nach wie vor den höchsten Anteil am Gesamtstraftatenaufkommen. Allerdings befinden sie sich mit 18.495 (- 175) Straftaten auf dem bisher niedrigsten Stand und liegen rund 8.000 Fälle unter dem Ergebnis von 2004. Auf den einfachen Diebstahl entfallen 11.287 und den schweren Diebstahl 7.208 Delikte mit einer insgesamt leicht gesteigerten durchschnittlichen Aufklärungsquote von 34,4 %. Bei den schweren Fällen des Diebstahls gingen vor allem die Diebstähle aus Kraftfahrzeugen (-74) und von Kraftfahrzeugen (-30) zurück. Auch die Zahl der unter erschwerten Umständen entwendeten Kräder, Mopeds und Fahrräder verringerte sich um 178. Die Entwicklung des Wohnungseinbruchs bildet eine gegenläufige Ausnahme. Diese Straftaten nahmen im vergangenen Jahr um 277 auf 1.392 Delikte deutlich zu. Die Aufklärungsquote liegt bei 13,6% und sank damit um 1,9%-Punkte. Nach polizeilichen Auswertungen und Erkenntnissen verübten neben ortsansässigen Tätern auch überörtlich agierende Tätergruppierungen diese Wohnungseinbrüche. Einen Teil der Taten rechnen die Ermittler auch Kindern zu, die auf Einbruchstour gehen und dazu sogar von Erwachsenen in den Tatortbereich gebracht werden. "Auch wenn diese Zahl immer noch unter den Höchstständen der Vorjahre (beispielsweise 2002 mit 1.509 Fällen) liegt, sind wir über diese Entwicklung besorgt, aber auch in keiner Weise bereit, dies hinzunehmen", so Schweizer weiter. "Gerade der Wohnungseinbruch ist eine Straftat, auf welche die Polizei schon immer ihren besonderen Fokus richtet, da dieses Delikt die Menschen in ihrer engsten Privatsphäre, ihrem "Zuhause", besonders betrifft." Neben ihren verstärkten offenen und verdeckten Maßnahmen legt die Polizei ein spezielles Augenmerk auf die Präventionsarbeit und die Mithilfe der Bevölkerung. Schweizer wies erneut auf das kostenlose Angebot der kriminalpolizeilichen Beratung hin. "Gute Vorbeugungsmaßnahmen spiegeln sich eindrucksvoll in dem hohen Anteil der erfolglosen Einbruchsversuche wider. Dieser Anteil betrug im vergangenen Jahr 38,3 %", sagte Schweizer. Zur erfolgreichen Bekämpfung sind die Ermittler darüber hinaus immer wieder auf entsprechende Beobachtungen und Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. Polizeipräsident Schweizer bittet deshalb auch weiterhin die Bürger um Mithilfe und appelliert: "Verständigen sie bei verdächtigen Wahrnehmungen umgehend die Polizei. Rufen Sie dabei lieber einmal mehr als einmal zu wenig an. Leben sie eine gute Nachbarschaft und achten sie auch auf die Anwesen und Wohnungen ihrer Nachbarn. Die Polizei ist bestrebt, ihr Eigentum zu schützen, doch sie benötigt auch ihre Unterstützung."
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