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Polizei sucht Zeugen nach schwerwiegender Umweltstraftat

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(ots) -

Gießen: In einem Waldgebiet zwischen Gießen und Alten-Buseck fand ein Förster am vergangenen Mittwoch eine große Menge an Eternitplatten. Diese illegale Entsorgung stellt eine erhebliche Umweltstraftat dar, zu der die Kriminalpolizei in Gießen nun Zeugen sucht.

Vermutlich um sich die Entsorgungskosten zu sparen, entsorgte ein Unbekannter irgendwann zwischen Ende Februar und dieser Woche rund 70 qm asbesthaltige Dachplatten in dem Waldgebiet "Hangelstein", unweit einer dortigen Gaststätte. Es handelt sich um Welleternit-Platten in einer Größe von 2,5 x 1 m, die zum Teil gebrochen waren. Die aufgefundenen Bauteile lassen die Ermittler darauf schließen, dass der Entsorger umfangreiche Umbaumaßnahmen durchführt beziehungsweise schon hinter sich gebracht hat. Die Polizei hofft daher Zeugen zu finden, die von möglichen Abrissarbeiten solcher Wellplatten in einem Wohngebiet berichten können, nach denen keine ordnungsgemäße Entsorgung stattfand. Da das Waldgebiet zudem stark von Spaziergängern, Sportlern und Hundehaltern genutzt wird sind die Ermittler auch guter Hoffnung, dass es Zeugen für die illegale Ablagerung im Wald gibt oder zumindest verdächtige Fahrzeuge wahrgenommen wurden. Die Menge an entsorgtem Material lässt darauf schließen, dass der oder die Täter ein größeres Fahrzeug oder einen entsprechenden Anhänger zum Transport benutzten.

Von dem Staub, der beim Umgang mit Asbest belasteten Welleternit-Platten entsteht, können erhebliche gesundheitliche Gefahren ausgehen. Der Staub setzt sich in der Lunge fest und ist krebserregend. Bevor diese Gesundheitsgefahr bekannt war, wurden die Platten vielfältig in der Baubranche eingesetzt. Beim Rückbau müssen heute bestimmte Vorschriften eingehalten werden. Unter anderem müssen die Platten in Spezialbehältern staubdicht verpackt und über ein qualifiziertes Entsorgungsunternehmen einer Verwertung zugeführt werden. Da es sich um Sondermüll handelt fallen hierfür hohe Kosten an. Wer diese jedoch wie im dargestellten Fall nicht investiert, gegen den werden entsprechende Strafverfahren eingeleitet. Neben dem Umgang mit gefährlichen Abfällen, welcher mit bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe geahndet werden kann, kommen diverse weitere Straftatbestände verschiedener Gesetzte in Betracht. Allesamt aufgrund der Gefahr einer Gesundheits- und Umweltschädigung mit ähnlich hohen Strafandrohungen. Eine ordnungsgemäße Entsorgung sollte im Sinne der eigenen Gesundheit und im Anbetracht dieser Strafen also eine Selbstverständlichkeit sein.

Zeugenhinweise im aktuellen Fall nimmt das Fachkommissariat, Tel. 0641-7006-2456, entgegen. Zudem können verdächtige Wahrnehmungen unter Tel. 0641-7006-2555 mitgeteilt werden. Sollten sie andernorts Zeuge eines unsachgemäßen Umgangs mit dem gefährlichen Baustoff werden, wenden sie sich bitte umgehend an die Polizei. Diese wird die notwendigen Schritte einleiten, um Gefahren für die Allgemeinheit abzuwenden.

Bilder zur Berichterstattung in diesem Fall stehen unter www.presseportal.de/polizeimeldungen zum download zur Verfügung.

Ort
Veröffentlicht
20. März 2015, 13:03
Autor
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