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Vorsicht, wenn die Jacke mit Senf beschmiert wird In der Vorweihnachtszeit achtet Bundespolizei besonders auf Taschendiebe in den Fernzügen

(ots) - Fast 120.000 Fälle von Taschendiebstahl gibt es jährlich in Deutschland. Die Dunkelziffer liegt um ein Vielfaches höher, die Zuwachsraten sind zweistellig. Die bundesweite Schadenssumme wird auf eine Viertelmilliarde Euro geschätzt. Oft sind auch Fernreisezüge betroffen, deshalb geht die Bundespolizeidirektion Stuttgart in der Vorweihnachtszeit gegen international agierende Taschendiebstahlsbanden vor. In ganz Baden-Württemberg ist die Bundespolizei in Fernverkehrszügen von Mannheim bis Basel und Stuttgart sowie von Stuttgart bis Singen im Einsatz, um Fahrgäste über die Tricks der meist osteuropäischen Tätergruppierungen aufzuklären.

Mit den offensiven Präventionsmaßnahmen möchte die Bundespolizei Reisende sensibilisieren, denn viele Menschen sind kurz vor Weihnachten auf den Weg in den Urlaub oder auf der Fahrt zur Familie. Im Gedränge auf dem Bahnhof oder im Zug schlagen die Täter dann oftmals blitzschnell zu. Mit Präventions-Flyern und in Rollenspielen wird den Reisenden in den Zügen vermittelt, wie Taschendiebe vorgehen.

Zudem sprechen die Bundespolizisten gezielt Personen an, die allzu sorglos mit ihren Handtaschen und Geldbörsen im Reiseverkehr umgehen. Die bestens organisiert auftretenden Taschendiebstahlsbanden haben immer wieder leichtes Spiel, wenn Menschen ihre Handtaschen mit viel Bargeld in den Zügen fahrlässig auf der Gangseite abstellen. Im nächsten Bahnhof könnte die Handtasche, die vorher von einem der Täter ausgespäht wurde, nach einem Ablenkungsmanöver in Sekundenbruchteilen vom nächsten Täter entwendet sein. Dieser braucht oftmals nur seine Hand ausstrecken und hat leichte Beute.

International agierende Taschendiebe gehen immer in Teams vor und teilen sich die Arbeit. Oft wenden sie simple Tricks an, um ihre Opfer abzulenken. Sie nutzen dabei entweder die Gutmütigkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen aus oder suchen sich unachtsame Fahrgäste als Opfer. Ganz beliebt ist der Beschmutzertrick. Durch "versehentliches" Beschmutzen der Kleidung mit Ketchup oder Senf findet eine Ablenkung des Opfers satt. Wenige Sekunden reichen aus, um anschließend an ungesicherte Beute zu kommen.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN:

Vorgehensweisen der Täter

Taschendiebe gehen meistens in Teams arbeitsteilig vor. Oft wenden sie Tricks an, um ihre Opfer abzulenken. Dieses geschieht durch geschicktes Anrempeln, dem Beschmutzen der Kleidung oder dem Fragen nach dem Weg. Dabei wird die verminderte Wahrnehmungs- und Reaktionsfähigkeit des Opfers ausgenutzt um unbemerkt stehlen zu können.

Stau-Trick: Beim Einsteigen in den Zug stolpert jemand vor dem vermeintlichen Opfer, bückt sich oder bleibt plötzlich stehen. Das auserwählte Opfer läuft auf und ist abgelenkt. In diesem Moment greift ein zweiter Täter in die Tasche oder den Rucksack des Opfers.

Stadtplan-Trick: Jemand fragt nach dem Weg und lenkt das Opfer mit einem Stadtplan ab, während ein zweiter Täter sich blitzschnell an der Tasche zu schaffen macht.

Drängel-Trick: Beim Einsteigen in den Zug bildet sich häufig eine Menschenmenge. Dies nutzen Täter und bedrängen das Opfer. So ist es abgelenkt, während von hinten in die Tasche oder den Rucksack gegriffen wird.

Geldwechsel-Trick: Eine Person wird gebeten, Münzgeld zu wechseln. Während diese die Geldbörse zieht und das Münzfach öffnet, wird die Person abgelenkt, sodass sich unbemerkt Banknoten aus dem Geldscheinfach herausziehen lassen.

Klopfertrick Hier wird ein im Zug sitzendes Opfer anvisiert. Im Bahnhof nähert sich ein Täter von außen an den stehenden Zug und klopft an die Scheibe, um das Opfer abzulenken. Ein zweiter Täter greift in der Zeit im Zug nach Handtasche, Laptop oder Mobiltelefon.

Wichtige Tipps zu ihrem Schutz gegen Taschendiebstahl

Tragen Sie Geld, Schecks, Kreditkarten und Papiere immer verteilt in verschiedenen verschlossenen Innentaschen der Kleidung möglichst dicht am Körper.

Tragen Sie Hand- und Umhängetaschen verschlossen auf der Körpervorderseite oder klemmen Sie sich diese unter den Arm. Der Verschluss soll zur Körperseite zeigen.

Tragen Sie Ihren Rucksack im Gedränge vorne. Keinesfalls gehören Geldbörsen, persönliche Papiere oder Wertsachen in die Außentaschen.

Benutzen Sie einen Brustbeutel, eine Gürtelinnentasche, einen Geldgürtel oder eine am Gürtel angekettete Geldbörse.

Hängen Sie Handtaschen im Zug nicht an Sessellehnen und stellen Sie diese nicht auf der Gangseite unbeaufsichtigt ab. Interessierte Medienvertreter sind herzlich eingeladen, den Präventionseinsatz der Bundespolizeidirektion Stuttgart zu begleiten. Um vorherige Kontaktaufnahme wird gebeten.

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Veröffentlicht
16. Dezember 2013, 11:00
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