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Essen: Falsche Enkel erbeuten hochwertigen Schmuck und Bargeld

(ots) - 45133 E-Rüttenscheid, 45145 E-Frohnhausen

Zwei Fälle von "Enkeltrick"-Betrügereien ereigneten sich am letzten Freitag (10. April) sowie am gestrigen Montag (14. April) in Rüttenscheid und Frohnhausen. Die Ausgänge von Enkeltricks können nicht unterschiedlicher sein.

In einem Fall nutzten die Betrüger die Hilfsbereitschaft einer Seniorin schamlos aus und erbeuteten hochwertigen Schmuck und Bargeld. In dem anderen Fall machte eine ältere Frau alles richtig. Ein Wertschaden blieb ihr glücklicherweise durch ihr vorbildliches Handeln erspart.

Auf der Heinrich-Held-Straße klingelte am Freitag, gegen 15 Uhr, das Telefon einer 70-Jährigen. Der Dame gaukelte der Betrüger am Telefon vor, ein Bekannter zu sein. Er benötige für ein Immobiliengeschäft dringend Bargeld. Da es für die Seniorin glaubhaft erschien, sagte sie dem vermeintlichen Ehemann eines befreundeten Pärchens ihre Hilfe zu. Da der Mann mit einem vierstelligen Bargeldbetrag noch nicht einverstanden war, fragte er die Rentnerin nach Schmuck. Sie sammelte mehrere Schmuckstücke und traf sich mit einem Komplizen an einem Discounter. Hier übergab sie dem Unbekannten das Bargeld und die Schmuckstücke. Damit aber noch nicht genug, denn der dreiste "Bekannte" beutete die herzensgute Frau weiter aus. Er rief sie wieder an. Das Geschäft sei noch nicht abgeschlossen und er benötige noch mehr Schmuck. Man machte ein Versteck aus, wo die Geschädigte ein weiteres Schmuckstück ablegte. Erst eine Nachfrage am darauffolgenden Tag bei dem tatsächlichen Bekannten, der ihr persönlich über den Weg lief, klärte die Betrügereien auf. Den flüchtigen Mittelsmann beschrieb sie als Südländer. Er war gut gekleidet mit himmelblauer Jeanshose, himmelblauer Jacke und einer Mütze. Der Anrufer sprach mit einem leichten Akzent. Der Frau entstand ein sehr hoher Vermögensschaden.

Auf der Liebigstraße reagierte gestern (14. April), gegen 17:00 Uhr, eine 79-Jährige vorbildhaft. Ein unbekannter Täter rief die Rentnerin an und gab sich als Neffe aus. Unter dem Vorwand in einem Verkehrsunfall verwickelt zu sein, erhoffte er sich von der Dame unkomplizierte Hilfe in Form von Bargeld. Sie teilte ihm völlig unmissverständlich mit, dass sie ihn nicht kennen würde. Daraufhin beendete man das Telefonat. Unmittelbar nach dem Gespräch wandte sich die Dame an ihre Schwester. Über die Angehörige erfuhr sie, dass es ihrem "richtigen" Neffen prächtig geht. So kippte der Schwindel letztlich komplett auf.

Die Polizei appelliert erneut an alle Seniorinnen und Senioren sich nicht auf derartige Telefonate einzulassen. Rufen sie unverzüglich den Notruf der Polizei unter der Telefonnummer 110 an. Auch wenn sie nur geringe Verdachtsmomente haben. Die Polizisten werden den Sachverhalt überprüfen und sie entsprechend bei dem weiteren Vorgehen tatkräftig unterstützen. Informieren sie auch ihre Familienangehörigen, wenn sie sich unsicher sind oder nicht genau wissen, wie sie reagieren sollen.

Hinweise nehmen die Ermittler des Kriminalkommissariates 31 unter der Telefonnummer 0201/829-0 entgegen. / MUe

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Veröffentlicht
15. April 2014, 13:46
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