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Erfolgreiches Projekt seit zehn Jahren

Erfolgreiches Projekt seit zehn Jahren

Acht neue Seniorenbegleiter schenken Zeit

Vor zehn Jahren wurde das Projekt "Seniorenbegleiter" vom städtischen Seniorenbüro in Kooperation mit der Volkshochschule ins Leben gerufen. Waren es 2008 14 Ehrenamtliche, die zum Seniorenbegleiter, zur Seniorenbegleiterin fortgebildet wurden, haben bisher fast 100 Seniorenbegleiterinnen und Seniorenbegleiter an der Schulung durch die VHS teilgenommen. Zurzeit sind 43 von ihnen aktiv im Einsatz, die nun durch die acht neuen unterstützt werden. Der Kreis der ehrenamtlichen Seniorenbegleiterinnen und Seniorenbegleiter ist in Erftstadt somit auf 51 Personen angewachsen.

Im Liblarer Rathaus überreichte Bürgermeister Volker Erner im Beisein des Ersten Beigeordneten Jörg Breetzmann den neuen Seniorenbegleitern ihre Zertifikate in einer kleinen Feierstunde: Ute Baltzer, Susanne Behet, Wilfried Heckmann, Georg Macherey, Karin Schmithüsen, Mirella Steenbock, Barbara Thiele, Susanne Wenker.

Erner ist von dem Projekt, das älteren Menschen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen soll, überzeugt: "Wir haben hier in Erftstadt ein Vorzeigeprojekt geschaffen, das im gesamten Kreis einmalig ist. Die Zahlen sprechen für sich, die Anzahl der Einsätze ist von 43 im Jahr 2008 auf 1333 im Jahr 2016 gestiegen." Seit Anbeginn wurden bzw. werden 120 Senioren begleitet, manche bereits über mehrere Jahre von ihrem Begleiter oder ihrer Begleiterin, so dass sich auch freundschaftliche Beziehungen entwickelt haben. Erner und Breetzmann dankten den neuen Seniorenbegleiterinnen und Begleitern für den ehrenamtlichen Einsatz und würdigten ihr Engagement und dankten auch dem städt. Projektteam vom Seniorenbüro und der Volkshochschule.

Etwa 20 Prozent aller Senioren über 70 leben aktuell in Deutschland allein und haben niemanden, mit dem sie sich regelmäßig aussprechen können. Vielen von ihnen fehlt jedoch der Mut, Kontakt zu anderen Menschen zu knüpfen oder allein etwas zu unternehmen. Wenn dann auch die Familie weit entfernt wohnt, ist die Vereinsamung vorprogrammiert. Seniorenbegleiterinnen und Seniorenbegleiter können diese Lücke schließen.

Alle Absolventen haben an einer kostenlosen Qualifizierungsmaßnahme in der städtischen Volkshochschule teilgenommen. An drei Wochenenden wurden die ehrenamtlichen Seniorenbegleiterinnen und Seniorenbegleiter auf die anspruchsvolle Aufgabe vorbereitet. Die Kursinhalte der Qualifizierungsmaßnahme sind vor allem Gesprächsführung, medizinische, psychologische, wirtschaftliche und soziale Aspekte des Alters, praktische Gestaltungsmöglichkeiten der Seniorenbegleitung, Veränderungen und Erkrankungen im Alter, Förderung von Kontaktfähigkeit und gesellschaftlicher Teilhabe. Zu den Aufgaben als Seniorenbegleiter kann zum Beispiel das Vorlesen aus einem spannenden Roman oder aus der Tageszeitung gehören. Die gemeinsame kleine Runde mit dem Rollator zum nächsten Supermarkt bzw. der wöchentliche Friedhofsbesuch, den man allein sich nicht mehr zutraut, oder auch eine Partie Schach. Dabei geht es aber nicht um die Pflege oder hauswirtschaftliche Tätigkeiten.

Elke Luxem vom städt. Seniorenbüro vermittelt und koordiniert den Kontakt: "Für die bevorstehenden Einsätze sind die neuen Seniorenbegleiter bestens gerüstet. Die Einsatzhäufigkeit sowie -zeit und -ort sollen durch den ehrenamtlichen Seniorenbegleiter in Abstimmung mit dem Seniorenbüro bestimmbar sein und zwei bis drei Stunden pro Woche nicht überschreiten". Allerdings ist die Warteliste der Senioren/innen, die sich Gesellschaft wünschen mit zurzeit 20 Personen sehr lang.

Weitere Informationen erteilt das Beratungsbüro für Senioren, Pflegebedürftige und behinderte Menschen der Stadt Erftstadt, Elke Luxem, telefonisch nach Ostern unter 02235/409-112.

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Veröffentlicht
06. April 2018, 07:54
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