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Bewegendes Konzert in der Adventszeit in der Musikschule und Musikakademie MuSAH: Gregor Sauer und Martina Vormann-Sauer mit tiefschürfendem Programm

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Gregor Sauer eröffnete das diesjährige Adventskonzert am Flügel mit der Uraufführung seines Klavierwerkes „Weihnachten zwischen den Weltkriegen 1918-38“. In dem Werk tauchen Elemente bekannter Weihnachtslieder in verschiedenen Gestalten und Brechungen auf, erfahren durch ihre Harmonisierung Eintrübungen und verleihen so der ambivalenten Situation dieser Jahre zwischen den Kriegen Ausdruck.

Beethovens Hammerklaviersonate Op. 106 ist ein beeindruckendes, monumentales Werk, das dem Pianisten große Virtuosität und Gestaltungskapazität abverlangt. Sie galt zunächst als unspielbar und wurde erst nach Beethovens Tod von Franz Liszt uraufgeführt. Gregor Sauer spielte den 1. Satz akzentuiert und klar gegliedert.

Die um 1924 entstandene „Rhapsody in Blue“ von Gershwin ergänzte die eingangs erklungene Uraufführung kongenial: An Jazzanklängen reich, changiert sie zwischen den Staccati der industrialisierten Lebensweise und weichen Klangteppichen südstaatlicher Wärme. Sauer maß die kompositorische Bandbreite voll aus und zeichnete am Flügel ein überwältigendes Klanggemälde.

Der Liederzyklus „Dichterliebe“ von Robert Schumann, bestehend aus 16 Liedern nach Gedichten von Heinrich Heine, bildet einen Höhepunkt des romantischen Liedschaffens: Es wird die Seligkeit der ersten Liebe geschildert, Ängste und Ahnungen kommenden Leids, Enttäuschung und Verzweiflung unerfüllter Liebe. Entsprechend dieser emotionalen Bandbreite werden von der Sängerin großer Stimmumfang, hohe stimmliche Flexibilität und außerordentliche dramatische Gestaltungsfähigkeit verlangt. Die Klavierbegleitung ist überaus anspruchsvoll. Martina Vormann-Sauer und Gregor Sauer beeindruckten mit ihrer sensiblen wie dramatischen, zutiefst menschlichen Interpretation.

Abschließend spielte Sauer an der Orgel Bachs Toccata und Fuge d-moll sowie die Toccata aus der 5. Orgelsinfonie von Widor. Begeisternde Werke!

Das Publikum dankte den beiden Solisten mit stehenden Ovationen.

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Veröffentlicht
09. Dezember 2018, 22:26
Autor
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