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Senioren genossen einen Esel-Nachmittag

Senioren genossen einen Esel-Nachmittag

Esel sind stur und störrisch, das ist ein weit verbreitetes Vorurteil. "Der Esel ist intelligent, gesellig, geduldig, sensibel, neugierig und aufgeschlossen gegenüber jedermann", behauptet dagegen Gerda Weber vom Eselhof in Tollhausen. In der vergangenen Woche gab es im Rahmen der Demenzwoche des Rhein-Erft-Kreises hierzu ein gutes Beispiel: Seniorinnen und Senioren der Tagespflege Bonatz, die Monika Meier-Bonatz in Elsdorf-Esch betreibt, trafen sich mit einigen Esel des Eselhofes im Pfarrgarten der katholischen Kirchengemeinde in Esch. Die Gäste gingen nach dem Überwinden der ersten Scheu gerne auf die Esel zu. Sie streichelten sie, griffen zur Büste, um sie zu striegeln und trauten sich sogar, sie am Halfter über einen auf der Wiese aufgestellten Parcours zu führen. Die Tiere gingen ruhig und willig mit und ließen sich alles gelassen gefallen. "Ich hatte früher einen Bauernhof, wir haben noch viel mit Pferden gearbeitet, daher ist mir der Umgang mit den Tieren vertraut", erzählte einer der Gäste. Er genoss das Streicheln und Bürsten offensichtlich genauso wie der Esel, der gerne Kopf und Hals herunterbeugte, um dem im Rollstuhl sitzenden Gast das Streicheln zu ermöglichen. Astrid Kurth und Renate Könen vom Verein "Tierfreunde Rhein-Erft" hatte diese Veranstaltung mit dem Gerda Weber vom Tollhausener Eselhof angeregt. Monika Meier-Bonatz hatte von den Aktivitäten des Vereins und des Eselhofes bei Facebook gelesen und war von dem Angebot im Pfarrgarten sehr angetan. "Tiere haben einen beruhigenden, guten Einfluss auf unsere Senioren. Auch unser Haushund Flocke wird von den Gäste heiß geliebt." Flocke freute sich wie die Senioren an dem Treiben von Mensch und Tier im Pfarrgarten in Esch. Im Pfarrheim gab es darüber hinaus Kaffee und Kuchen. "Ich bin froh, dass die Kirchengemeinde uns den Pfarrgarten sofort gerne zur Verfügung gestellt hat, vielen Dank dafür!", freut sich Gerda Weber. "Der Esel hat zwar eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Pferd, aber er tickt völlig anders", erzählt sie, die den Tollhausener Eselhof betreibt. "Im Gegensatz zum Pferd, das sofort flüchten will, wenn etwas ungewohnt oder bedrohlich wirkt und eventuell durchgeht, bleibt der Esel in diesem Fall einfach stehen, bis er sicher ist, das keine Gefahr droht. Selbst Ziehen und Zerren am Strick oder Halfter nutzt dann nichts. Der Esel ist halt oft schlauer als der Mensch!" Im Umgang mit Menschen aller Altersklassen beweisen Esel Ruhe und Gelassenheit, Vertrauen baut sich in der Regel rasch auf, weil Eseln Hektik grundsätzlich fremd ist. Umgang mit ihnen fördert Sicherheit und Selbstvertrauen, haben Pädagogen Tierkenner festgestellt. Viel Wissenswertes in Theorie und Praxis rund um Esel gibt es auf dem Tollhausener Eselhof zu erfahren. Regelmäßig werden Wanderungen mit den 12 Eseln durchgeführt, eine AG besteht mit der OGS der Grundschule in Esch, die von den Eseln einmal wöchentlich besucht wird und Ausflüge und Kindergeburtstage werden hier organisiert.

(mos)

SCHLAGWORTE:
Ort
Veröffentlicht
11. Mai 2018, 08:02