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Der Rhein-Sieg-Kreis schließt derzeit bei Eitorf-Kelters eine Lücke im Radweg entlang der Sieg. Durch den Lückenschluss müssen die Radfahrer künftig nicht mehr die viel befahrene und enge Landstraße 87 benutzen, sondern können unter der Siegbrücke her fahren. Damit wird der Siegtalradweg deutlich sicherer und somit auch familienfreundlicher. Das neue rund 320 Meter lange Teilstück in Kelters liegt im Naturschutzgebiet Siegaue. Zum Ausgleich für diesen Eingriff in die Natur und Landschaft hat der Rhein-Sieg-Kreis als Bauherr des Radweges den Rückbau eines asphaltierten Siegunterhaltungsweges - ebenfalls in einer Länge von 320 Meter in Eitorf-Lützgenauel - vorgeschlagen. Diese Rückbaumaßnahme entspricht dem Siegauenkonzept, ist als Ausgleichsmaßnahme Bestandteil der landschaftsrechtlichen Genehmigung und fand die Zustimmung im Landschaftsbeirat. Das Siegauenkonzept stammt aus dem Jahr 2005 und wurde vom damaligen Staatlichen Umweltamt Köln (heutige Bezirksregierung Köln) erstellt. Die geplante Ausgleichsmaßnahme sieht vor, die vorhandene Asphaltdecke in einer Länge von 320 Meter am Ende des in einem Feld endenden Weges zu entfernen und mit Schotterrasen aufzufüllen. Somit wird die Fläche zwar entsiegelt, bleibt aber dennoch hochwassersicher und nutzbar. Die Kosten des Rückbaus der Asphaltdecke und der Ersatz durch Schotterrasen betragen etwa 13.000 Euro. Der Rest des gesamten Weges mit einer Länge von etwa 700 Metern ist von der Maßnahme nicht betroffen. Somit kann der von der Dorfgemeinschaft angelegte Rastplatz weiterhin genutzt werden. Gegen diese Ausgleichsmaßnahme haben zahlreiche Anwohner protestiert. Der Weg würde vor allem durch Familien mit Kindern und älteren Menschen sowie Personen mit Mobilitätseinschränkungen gerade wegen der guten Asphaltdecke und des geraden Verlaufes gerne für Spaziergänge genutzt. Darüber hinaus liegen Anträge von Kreistagsfraktionen im Planungs- und Verkehrsausschuss (22.06.2010) und im Umweltausschuss (23.06.2010) vor, die jeweils in ihren nächsten Sitzungen über die vorliegenden Anträge beraten werden. Vor diesem Hintergrund hat die Kreisverwaltung die beauftragte Baufirma gebeten, die Ausführung der Ausgleichsmaßnahme zurück zu stellen. Parallel werden derzeit mögliche Alternativen für die Kompensation des Eingriffs geprüft. So ist denkbar, ein Streuobstwiesenprojekt in Hennef-Bödingen, das der Rhein-Sieg-Kreis zusammen mit der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft und den Eigentümern als Ausgleichsmaßnahme für einen anderen Lückenschluss am Siegtalradweg entwickelt hat, zu vergrößern. Die Verwaltung wird zu den Sitzungen der vorgenannten Ausschüsse den Sachstand darstellen. Sowohl die Gemeinde Eitorf als auch die Bezirksregierung Köln wurden kurzfristig um Stellungnahmen gebeten. Der Siegtalradweg ist ein wesentlicher Bestandteil des Regionale 2010 Projektes „Gesamtperspektive Natur und Kultur quer zur Sieg“ und soll durchgängig von Siegburg bis zur Kreisgrenze bei Windeck familiengerecht ausgebaut werden. Dafür sollen die bestehenden Lücken am Siegtalradweg geschlossen sowie Engpässe und Gefahrenbereiche behoben werden. Der Radweg verbindet die von den Kommunen Hennef, Eitorf und Windeck geplanten sechs Kulturlandschaftsschleifen. Im Falle des Eingriffs in Natur und Landschaft müssen entsprechende Ausgleichsmaßnahmen realisiert werden.
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