Veröffentlicht
09. Dezember 2016, 00:00
Mitteilungsblatt Eitorf
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Neues aus dem Gemeindearchiv

Neben Nachrichten aus Heimat und Welt veröffentlichte die Eitorfer Zeitung auch immer wieder gute Ratschläge für ihre Leser, so auch im November 1916 den folgenden Aufruf:

Die Fenster auf auch während der Nacht

Die Luft ist für den Menschen ebenso wichtig wie die Nahrung. Diese kann er sogar viel längere Zeit entbehren als jene. Viele Krankheiten entspringen aus der ungenügenden Atmung in frischer, freier Luft, durch langes Sitzen in geschlossenen schlecht gelüfteten Räumen. Die Luft verdankt der Sonne den alles belebenden Sauerstoff, der unter Einwirkung des Lichtes von den grünen Pflanzenteilen ausgeschieden wird, durch die Zersetzung der schädlichen Kohlensäure. Der Mensch atmet in der Stunde so viel Sauerstoff ein und Kohlensäure aus, daß selbst ein großer Raum bald durch Kohlensäuregas vergiftet wäre, wenn nicht frische Luft in dieselben hineinkäme. Viele Menschen haben Angst vor der Nachtluft - eine ganz unnötige Furcht. Die Luft ist nicht schlechter als die des Tages, im Gegenteil, meist noch reiner. Das einzige Bedenken, das man gegen die Nachtluft hegen könnte, in den großen Städten, ist die Nachtluft die beste und reinste, welche im Laufe des Tages zu haben ist. Die Abwesenheit von den Verunreinigungen des Tages lassen es gerade geeignet erscheinen, die Nachtluft in die Zimmer eindringen zu lassen. Man muß sich beim Schlafen mit offenem Fenster allerdings nach der Jahreszeit und der Individualität der betreffenden richten. Im Sommer öffne man beide Fensterflügel, im Winter nur einen Flügel, den man bei steigender Kälte bis auf einen kleinen Spalt schließen kann. Das zu öffnende Fenster darf aber nicht in unmittelbarer Nähe des Bettes sich befinden, sondern muß eine Strecke vom Fußende entfernt liegen. Kann man diese Bedingung im Schlafzimmer selbst nicht erfüllen, so öffne man die Türe desselben weit und lüfte im Nebenzimmer.

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