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Aldenrade: Behördenübergreifende Gewerbekontrollen

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(ots) /-

Die Null-Toleranz-Strategie und die Politik der "kleinen Nadelstiche" im Kampf gegen die Clankriminalität setzen sich fort. Im Rahmen eines behördenübergreifenden Schwerpunkteinsatzes kontrollierten Polizei und der Sonderaußendienst des Bürger- und Ordnungsamtes der Stadt Duisburg am Montag (29. April) im Zeitraum von 19 Uhr bis 22 Uhr drei Gewerbeobjekte rund um den Kometenplatz.

In einer Gaststätte und einer Wettannahmestelle stellten die Kontrolleure Pokertische fest, die zum Zeitpunkt der Kontrolle an eine Wand gelehnt waren. Hinter der Theke des Cafes trafen sie einen jungen Mann der behauptete, dass er den Betreiber nur kurz vertreten würde. Weil er widersprüchliche Angaben zu seinem Beschäftigungsverhältnis machte, schrieben die Beamten einen Bericht für den Zoll. In der Wettannahmestelle entdeckten die Kontrolleure rauchende Gäste und einen verschlossenen Notausgang. Der Betreiber des Objektes muss mit einer Ordnungswidrigkeitenanzeige rechnen.

Zuletzt kontrollierten die Ordnungshüter eine Shisha-Bar, in der sie 13 Personen antrafen. Vier von fünf genutzten Shishas waren verbotswidrig mit Tabak statt der erlaubten Shiazo-Steine befüllt. Die vier Nutzer der Pfeifen mussten an Ort und Stelle ein Verwarngeld bezahlen. Den Betreiber erwartet eine Ordnungswidrigkeitenanzeige wegen Verstoßes gegen das Nichtraucherschutzgesetz. Darüber hinaus stellte die Polizei über 100 Dosen Shisha-Tabak sicher, von denen rund 70 Dosen bereits geöffnet waren. Hierzu schrieben die Beamten eine Anzeige wegen Verstoßes gegen die Abgabenordnung. Den Tabak wird der Betreiber vermutlich nicht wiedersehen. Während der Kontrolle stellten die Ordnungshüter bei zwei Messungen fest, dass die Kohlenstoffmonoxid-Werte (CO-Werte) im Objekt einen bedenklichen Wert erreichten. Da die Abluftanlage zu schwach war, um den Wert zu senken, wurde das Lokal kurzerhand geschlossen.

Immer wieder kommt es in Shisha-Bars bzw. Shisha-Cafes im Ruhrgebiet zu Einsätzen von Rettungsdiensten und der Feuerwehr wegen CO-Vergiftungen bei Gästen. Diese mussten in Einzelfällen sogar aufgrund der zu hohen Gift-Konzentration im Blutkreislauf zur weiteren Behandlung in eine Druckkammer verbracht werden. Durch die zur Erhitzung/ Verdampfung verwendeten langsam schwelenden Kohlen entsteht Kohlenstoffmonoxid. Hierdurch besteht mitunter, bei mangelnder Be-/Entlüftung des Objektes für Betreiber, Beschäftigte, Gäste sowie Nachbarn ein erhöhtes Vergiftungsrisiko. Bei CO handelt es sich um ein farb-, geruch- und geschmackloses gasförmiges Gift, welches einen Sauerstoffmangel verursacht und in entsprechender Konzentration im Blutkreislauf innerhalb kurzer Zeit zum Tode führen kann. Neben akuten Vergiftungen können auch schwerwiegende neurologische Spätschäden auftreten.

Unsere Berichterstattung über einen vergleichbaren Fall in Duisburg mit einem Verletzten ist über den nachfolgenden Link abrufbar: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/50510/3809407

Die Bekämpfung der Clankriminalität ist einer der kriminalpolitischen Schwerpunkte der nordrhein-westfälischen Landesregierung. Die Kontrollen am Montagabend fanden behördenübergreifend im Rahmen der Bekämpfung der Clankriminalität zusammen mit der Stadt Duisburg statt. Damit unterstreichen die Ordnungsbehörden die Null-Toleranz-Strategie gegenüber Personen, die zumeist in bandenähnlichen Strukturen mit ihren Aktivitäten gegen geltendes Recht verstoßen. (dab)

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Veröffentlicht
30. April 2019, 10:20
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