Sag uns, was los ist:

(ots) - - Anrede - Die Taufe eines neuen Schiffs für die Wasserschutzpolizei des Landes NRW ist kein alltäglicher Termin. Immerhin war das Vorgängerschiff fast 37 Jahre im Dienst, bevor es jetzt ausgemustert wird. Umso mehr freue ich mich darüber, dass wir hier zusammengekommen sind, um dieses neue Schiff in die Flotte der Wasserschutzpolizei aufzunehmen. Aus technischer Sicht kann man sicher ohne Übertreibung von einem Quantensprung sprechen. Der Schriftsteller Ludwig Börne hat einmal etwas sehr kluges formuliert, dass nicht nur für dieses Boot gilt: "In einem wankenden Schiff fällt um, wer stille steht - nicht wer sich bewegt." Ich stelle fest, die Landesregierung bewegt sich. Unser Land NRW investiert insgesamt für die Ausstattung und die technische Infrastruktur der Polizei - ohne Digitalfunk - in jedem Jahr deutlich mehr als 100 Mio. €. Insgesamt gilt: Neben Funkstreifenwagen, Polizeimotorrädern, Zivilfahrzeugen, Polizeihub-schraubern prägen auch die Boote der Wasserschutzpolizei das Bild einer modernen und ständig einsatzbereiten Polizei. Die Taufe der neuen "WSP 1" hier und heute ist insofern ein konsequenter Baustein, diese Ausstattung der Polizei in Nordrhein-Westfalen weiter auf dem Stand der Zeit zu halten. Mit der Indienststellung des neuen Rheinstreifenbootes "WSP 1" machen wir deutlich, wie wichtig uns die Sicherheit auf den rund 750 Kilometern schiffbarer Wasserstraßen in Nordrhein-Westfalen ist. Dazu bedarf es einer gut ausgestatteten Wasserschutzpolizei, denn nur so können wir professionelle Arbeit erwarten und mit der Entwicklung einer modernen Binnenschifffahrt Schritt halten. 1974, dem Jahr der Indienststellung der jetzt ausgemusterten "WSP 1" fuhren auf dem Rhein noch Schleppverbände, die mit ihren Anhängen et-wa 6 Kilometer pro Stunde zu Berg schafften. Heute legen 135m lange Binnenschiffe, beladen mit 4.000 Tonnen, in glei-cher Zeit 14 Kilometer zurück. Zwei Millionen Euro hat die Landesregierung für den Bootsneubau zur Verfügung gestellt. Im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung des Landesamtes für Zentrale Polizeiliche Dienste hat die Schiffbau- und Entwicklungsgesellschaft Tangermünde (SET) den Zuschlag bekommen. Sie, Herr Deter, waren sich seinerzeit sicher, ein Boot, das unseren Anforderungen entspricht, für rund 1,5 Mio. € bauen zu können. Das ist Ihnen in der Umsetzung auch gelungen. So konnte das Land 500.000 € einsparen. Mein herzlicher Dank gilt daher all denen, die an der Entwicklung und dem Bau des Bootes beteiligt waren. Beispielhaft möchte ich hier Herrn Petersen als Verantwortlichem für die Planung, Herrn Schröder als Projektleiter für den Bau und meinen Mitar-beitern beim Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste und beim Polizeipräsidium Duisburg danken. Sie haben - trotz teilweise großer Entfer-nungen - gemeinsam ein wirklich gelungenes, neues Rheinstreifenboot realisiert. Auch den Direktionsleiter der Wasserschutzpolizei, möchte ich ansprechen. Herr Bauer, Sie haben mit ihrem unermüdlichen Einsatz dieses Projekt initiiert. Wenn man bedenkt, dass erst im April 2010 mit dem Bau begonnen wurde, haben Sie alle eine beachtliche Leistung erbracht. Anders als mit den zwölf von 1991 bis 2003 in Dienst gestellten "Rheinstreifenbooten 2000" bekommt die Wasserschutzpolizei mit der WSP 1 ein multifunktionales Einsatzmittel. Das Schiff wird nicht nur im normalen Streifendienst eingesetzt. Es dient auch als schwimmende Befehlsstelle bei Großeinsätzen und Großveranstaltungen, wie z.B. länderübergreifend bei "Rhein in Flammen" oder bei den "Kölner Lichtern". Außerdem dient es zur Aus- und Fortbildung von WSP-Beamten, die damit unter anderem ihre ersten praktisch- nautischen Erfahrungen im Rahmen einer dreiwöchigen Fahrt über unsere Wasserstraßen erlangen. Dabei überschreiten die Maße des neuen Boots die eines normalen Streifenboots nur unwesentlich. Mit 19 Metern ist es nur eineinhalb Meter länger und mit 5 Metern nur um 50 cm breiter. Erstaunlicherweise gelang es bei diesen geringfügig größeren Abmessungen, vier Doppelkabinen mit acht Schlafplätzen unterzubringen. Auf der alten "WSP 1" mussten noch sechs Mann - 1974 gab es noch keine Frauen beim Wasserschutz - einen Raum teilen. Zwei Motoren mit zusammen 1.500 PS sorgen für eine Geschwindigkeit von mehr als 45 Kilometer pro Stunde. Damit wird die Besatzung auch mit den modernsten Binnenschiffen Schritt halten und schnell ihren jeweiligen Einsatzort erreichen können. Mit Hilfe einer hydraulischen Bergeplattform am Heck wird es zukünftig leichter sein, Personen aus dem Wasser zu bergen. Auf dem Steuerstand finden sich modernste Bedienungs- und Überwachungseinrichtungen. Das Radargerät des Einmannfahrstandes ist erst-malig bei der WSP NRW mit einem System zur elektronischen Darstellung von Schiffskarten ausgerüstet und kann damit dem verantwortlichen Bootsführer nachts und bei unsichtigem Wetter deutlich mehr Informationen liefern, als ein herkömmliches Radargerät. Wie die anderen Streifenboote ist auch die "WSP 1" eine fahrende Wache. Moderne Computertechnik ermöglicht unterwegs einen direkten Zugang ins polizeiliche Netzwerk. Damit können unter anderem Anzeigen und sonstige Vorgänge direkt in die elektronische Vorgangsbearbeitung der Polizei übernommen werden. Alles zusammen trägt dazu bei, dass für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger zu Wasser und auf Land mit hochmoderner Technikunterstüt-zung arbeiten können. Dieser Kurs der Erneuerung und Verbesserung soll auch in Zukunft konsequent fortgesetzt werden, um die Polizei für ihre nicht immer leichten Aufgaben sachgerecht auszustatten. Zu"WSP 1": Ich wünsche allen, die mit diesem Schiff ihren Dienst für die Sicherheit der Menschen in Nordrhein-Westfalen versehen, allzeit eine gute und unfallfreie Fahrt. Wir halten uns bei der Taufe an deutsche Riete. In Schottland hätten wir zur Schiffstaufe eine Flasche Whisky nehmen müssen, was je nach Qualität schon ziemlich schmerzen kann. Nach islamischer Sitte wird ein Schiff mit dem Wasser aus dem heiligen Brunnen von Mekka getauft. Dies hätte eine Dienstreise notwendig ge-macht, die der Landesrechnungshof beanstandet hätte. Nach indischem Brauch wirft die Taufpatin eine Kokosnuss an den Schiffsrumpf. Die Südfrucht hätte wir auftreiben können, jedoch habe ich als Pate das falsche Geschlecht. Das Gleiche gilt auch für die afrikanischer Sitte: Hier nimmt die Taufpatin einen großen Schluck Palmwein und sprüht diesen mit spitzem Mund fünf Mal gegen die Bordwand. Ich weiß: Dieser Anblick hätte der Presse gefallen. Nun freue ich mich, die neue "WSP 1" nach den Sitten unseres Landes in Dienst zu stellen und bitte die Schifferseelsorger das Boot nach Schifferbrauch zu segnen. Weiterer Ablauf: • Wechseln von der Bühne zum Boot • Segnung durch die Schifferseelsorger • Bootstaufe durch Herrn Minister Taufspruch: "Ich taufe dich auf den Namen "WSP 1" und wünsche dir und deiner Besatzung allzeit gute Fahrt und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel. In Gottes Namen." Dann folgt das Kommando (durch ein Besatzungs- mitglied der WSP): "Holt nieder Werftflaggen, hisst Flagge und Wimpel." • Shantychor • Imbiss
mehr