Sag uns, was los ist:

  • 0Likes
  • 0Shares
Verkehrsbericht des Polizeipräsidiums Südosthessen für das Jahr 2009

(ots) - Verkehrsbericht des Polizeipräsidiums

Südosthessen für das Jahr 2009

Positiver Trend bei Verkehrsunfallzahlen hält an

Nie zuvor registrierte das Polizeipräsidiums Südosthessen weniger

Unfälle

(hf) "14.218 Verkehrsunfälle registrierte das Polizeipräsidium

Südosthessen im Jahr 2009 auf den Straßen seines

Zuständigkeitsgebietes", teilte Polizeipräsident Günter Hefner im

Rahmen der Vorstellung des Verkehrsberichtes mit und fügte sichtlich

erfreut an: "Dies bedeutet einen erneuten Rückgang der Unfallzahlen

auf ein Rekordtief und somit die Fortsetzung eines langjährigen

positiven Trends. Ein Einstand nach Maß, da insbesondere die Anzahl

der verunglückten Menschen mehr als deutlich abnahm."

Gegenüber 14.810 Verkehrsunfällen im Jahre 2008 weist die aktuelle

Statistik 592 weniger aus, gleichbedeutend mit einer Minderung um 4

Prozent. Mit 3.852 verunglückten Menschen kamen 511 Personen weniger

zu Schaden als vor Jahresfrist, ein Rückgang um 11,7 Prozent.

"Die Zahl der bei Verkehrsunfällen Verstorbenen sank dabei von 46

auf 29 Personen besonders stark - und dennoch betrübt mich die

verbleibende Zahl der Getöteten", so Hefner. "Mir ist sehr wohl

bewusst, dass es oft nur ein "Wimpernschlag" ist, der über Leben und

Tod entscheidet; in vielen Fällen hätte durch eine kleine Änderung im

Verhalten der Unfallbeteiligten ein Zusammenstoß gänzlich vermieden

oder doch wenigstens dessen Folgen erheblich gemindert werden

können."

"Trotz dieser positiven Zahlen wird die Polizei nicht ruhen, sondern

alle realisierbaren Maßnahmen treffen, um den Straßenverkehr auch

zukünftig so sicher wie nur möglich zu machen", übernahm der Leitende

Polizeidirektor Bernd Denninger die weiteren Ausführungen.

"Schulungen der Jüngsten bis hin zu Angeboten für ältere

Verkehrsteilnehmer gehören ebenso zu diesen Maßnahmen wie regelmäßige

Kontrollen, die zwar nicht immer beliebt, aber doch notwendig sind".

Denninger wies ausdrücklich darauf hin, dass die Unvernunft einiger

Weniger eine große Gefahr für die Gesamtheit der Verkehrsteilnehmer

darstellt.

So standen bei 614 (in 2008: 650) Unfällen Fahrer unter dem Einfluss

von Alkohol oder Drogen. Damit nahm die Zahl der rauschbedingten

Unfälle im Vergleich zum Vorjahr zwar um gut 5,5 Prozent ab - deren

Anteil am Gesamtunfallaufkommen liegt aber nahezu unverändert bei 4,3

Prozent (2008: 4,4 Prozent). Die Zahl der alkoholisierten

Unfallfahrer nahm dabei stärker ab (von 596 auf 561, entspricht einem

Minus von 5,9 Prozent) als die der unter Drogeneinfluss stehenden

(von 54 auf 53, Minus 1,9 Prozent).

"Diese Tendenz spiegelt sich auch in den folgenlosen Rauschfahrten

wieder", zeigte der Leitende Polizeidirektor auf. "Während 2008 noch

1298 Fahrzeugführer alkoholisiert bei Kontrollen auffielen, waren es

trotz unverminderter Kontrolldichte im vergangenen Jahr nur noch

1099; dies bedeutet einen Rückgang von 15,3 Prozent. Die Zahl der

Überprüften, die unter Drogeneinfluss mit einem Fahrzeug unterwegs

waren, blieb unverändert bei 612. Auch die Zahl der unter

gleichzeitiger Einwirkung von Drogen und Alkohol stehenden Personen

blieb annähernd gleich: Sie sank von 102 auf 101, somit eine Abnahme

um einen Prozentpunkt."

Diese Feststellungen fanden sich auch jüngst bei den durchgeführten

Verkehrskontrollen zur Faschingszeit bestätigt, bei denen die

Polizeibeamten überwiegend nüchterne Fahrer in den Autos zu

vorgerückter Stunde "begrüßten". So nahmen die Ordnungshüter am

Rosenmontag in Maintal beispielsweise 51 Autofahrer unter "die Lupe"

  • alle waren fahrtauglich, der in dieser Nacht verzeichnete

Höchstwert lag bei 0,21 Promille.

Weitere Schwerpunkte bei Kontrollen im Straßenverkehr legte die

Polizei auf die Überwachung der Geschwindigkeit, der Gurtbenutzung

und des gewerblichen Verkehrs - aber auch auf die verbotswidrige

Benutzung des Mobiltelefons während der Fahrt.

"Hier soll keiner schikaniert werden", so Denninger, "vielmehr wollen

wir schwere Unfälle verhindern oder deren Folgen minimieren."

Denn nach wie vor ist der größte Anteil der Unfälle mit erheblichen

Folgen auf nicht angepasste oder gar überhöhte Geschwindigkeit

zurückzuführen. Auch Lastkraftwagen, die mit mangelhaften Bremsen

und/oder Überladung über die Straßen rollen, sind stets "Garant" für

schwere Unfälle. Leider ist noch viel zu oft der Kontrolldruck

notwendig, um die Verkehrsteilnehmer zu einem verantwortungsbewussten

Umgang mit den Gefahren der Straße zu bewegen.

"Der Griff zum Gurt muss ebenso selbstverständlich sein wie der Blick

auf den Tacho", fuhr Denninger fort. "Beides kann Ihr Leben retten!

Um hierfür mehr Verständnis zu schaffen, werden wir natürlich auch

weiterhin intensiv Prävention betreiben."

Diese Prävention setzt bereits bei den jüngsten

Verkehrsteilnehmern an: Eigens ausgebildete Mitarbeiter der

Jugendverkehrsschule suchen Kindergärten und Grundschulen auf, um

schon die Kleinsten für die Gefahren des Straßenverkehrs zu

sensibilisieren:

  • Die Bordsteinkante erkennt der junge Fußgänger danach als den

"Stopp-Stein", die klare Trennung zwischen Gehweg und Straße,

zwischen sicher und gefährlich.

  • Der junge Radfahrer erlernt elementare Regeln im Straßenverkehr und

weiß, dass sein Bike stets technisch einwandfrei sein muss.

  • Für den motorisierten Fahranfänger ist der Helm dann nicht mehr die

"uncoole" Einschränkung, sondern der Lebensretter im Notfall.

Aber auch die erfahrenen und zumeist lebensälteren

Verkehrsteilnehmer werden bei entsprechender Gelegenheit - im

Frühjahr beispielsweise Beginn der Motorradsaison, vermehrte

Fahrradausflüge - immer wieder zu sicherem Verhalten im

Straßenverkehr angehalten. Denn gerade die Routinierten müssen leider

zu oft ermahnt werden, den Sicherheitsgurt anzulegen, den

Motorradhelm aufzusetzen und die Betriebssicherheit des Fahrzeugs zu

kontrollieren. Damit erhöhen sie nicht nur die eigene Sicherheit -

sie sind dadurch Vorbild für die "Neulinge".

"Mögen die Folgen von Unfällen oft dem Zufall geschuldet sein -

ihre Ursachen sind es in aller Regel nicht", erklärte Bernd

Denninger, "die Unfallursachen sind fast ausnahmslos auf Verstöße

gegen Verkehrsvorschriften zurückzuführen. Daher muss es Ziel der

Polizei sein, dass sich alle Verkehrsteilnehmer an die Regeln halten

und somit die Sicherheit im Straßenverkehr gewährleistet ist. Die

einsichtigen Verkehrsteilnehmer werden dies in Partnerschaft mit der

Polizei verinnerlichen - bei den Unvernünftigen bedarf es allerdings

auch der Repression."

Mit den Zahlen des Verkehrsberichtes für das Jahr 2009 setzt sich

somit ein langjähriger Trend fort. Zählte man in 2001, dem

"Gründungsjahr" des Polizeipräsidiums Südosthessen, noch 17.358

Unfälle, so bedeuten die in 2009 registrierten 14.218 Unfälle einen

Rückgang um gut 18 Prozent. Die Zahl der tödlich Verunglückten sank

gar um 47,3 Prozent (von 55 auf 29), die der Verletzten um 23,5

Prozent (von 5.035 auf 3.852).

"Es ist eine angenehme Sache, ein derart erfreuliches Ergebnis

verkünden zu dürfen - insbesondere, wenn es im Konsens einer

langjährigen positiven Entwicklung steht. Dafür spreche ich den

Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Polizeipräsidiums Südosthessen

meinen Dank aus. Denn nicht zuletzt deren Bemühungen führten zu

diesem guten Ergebnis, das für die Bürgerinnen und Bürger ein klares

Mehr an Sicherheit auf den Straßen unserer Region bedeutet",

resümierte Polizeipräsident Günter Hefner: "Zusammen mit den

Bürgerinnen und Bürgern will die Polizei auch zukünftig alles tun,

damit dieser positive Trend anhält."

Die Verkehrsunfallentwicklung im Einzelnen:

Tendenziell spiegeln sich diese Zahlen des Polizeipräsidiums

Südosthessen auch in den regionalen Betrachtungen wieder. Im

Stadtgebiet Offenbach ereigneten sich jedoch mehr Unfälle -

allerdings bei Abnahme der verunglückten Personen.

Bereich Stadt und Kreis Offenbach:

Durch die Polizeireviere wurden in der Stadt Offenbach 2.451

Verkehrsunfälle registriert, im Jahr 2008 waren es 2.310

Verkehrsunfälle. Es handelt sich somit um eine Steigerung von 141

Unfällen oder 6,1 Prozent. Insbesondere Fehler beim Abbiegen (Anstieg

von 560 auf 635), ungenügender Sicherheitsabstand (Anstieg von 262

auf 292) und Unfälle im Rauschzustand (Anstieg von 82 auf 103)

führten zu diesem Anstieg.

Dennoch kamen dabei 234 Menschen weniger zu Schaden: Im Stadtgebiet

Offenbach verunglückten insgesamt 565 (Vorjahr 799) Personen,

unterteilt in 515 leichtverletzte (733) und 49 schwerverletzte (61)

Personen und einer getöteten Person (5).

Im Kreis Offenbach ereigneten sich 5.184 (2008: 5.204)

Verkehrsunfälle. Dies entspricht einer Abnahme um 20 Verkehrsunfälle

oder 0,4 Prozent.

Hierbei verunglückten mit insgesamt 1.092 Personen 433 weniger als im

Vorjahr (1.525), dies bedeutet ein Minus von 28,4 Prozent. In den

Grad der Verletzungsschwere unterteilt ergeben sich 910

leichtverletzte (1.297), 173 schwerverletzte (214) und 9 getötete

Personen (14) und somit eine erhebliche Minderung der Unfallfolgen.

Bereich Hanau und Main-Kinzig-Kreis:

Durch die Polizeistationen Hanau I und II wurden im Stadtgebiet

von Hanau insgesamt 1.385 (2008: 1.549) Verkehrsunfälle aufgenommen.

Hiermit ergibt sich für das Stadtgebiet Hanau eine Verringerung der

Unfallzahlen um 164 oder 10,6 Prozent.

Bei diesen Verkehrsunfällen im Stadtgebiet Hanau wurden 385 Personen

(538) und somit 153 weniger als im Vorjahr verletzt. Die

eingetretenen Unfallfolgen bedeuteten 303 leichtverletzte (472), 79

schwerverletzte (64) und 3 getötete (2) Personen.

Im Main-Kinzig-Kreis wurden insgesamt 3.535 Unfälle polizeilich

aufgenommen. Die Zahl der Verkehrsunfälle nahm somit im Vergleich mit

2008 um 8,3 Prozent ab (3.856).

Hierbei verunglückten mit insgesamt 695 Personen 460 (Abnahme von

fast 40 Prozent!) deutlich weniger als im Vorjahr (1.155). 582

Personen wurden leichtverletzt (940), 104 schwerverletzt (198) und 9

Personen getötet (17).

Bereich Autobahnen:

Durch die Polizeiautobahnstation Langenselbold wurden insgesamt

1.804 Verkehrsunfälle registriert, eine Abnahme um 87 Unfälle.

Hierbei verunglückten mit insgesamt 256 Personen 165 weniger als im

Vorjahr (421). Die Art der Verletzungen führte zu den Folgen: 198

leichtverletzte (352), 51 schwerverletzte (61) und 7 (8) tödlich

verletzte Personen - wodurch sich die starken Anstiege der Leicht-

und Schwerverletzten im vergangenen Jahr wieder relativieren.

Detaillierte Zahlen können über die Stationsleitungen der örtlich

zuständigen Polizeidienststellen erfragt werden.

Offenbach, 19.03.2010, Pressestelle, Henry Faltin

Ort
Veröffentlicht
19. März 2010, 09:39
Autor