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Hüppehü und Karamellbonbons Ferienkinder und Jugendliche erfahren was eine Hüppehü ist, lernen sie herzustellen und kochen Karamellbonbons "Ich dachte eine eine Hüppehü ist eine Suppe" so ein junger Teilnehmer der Ferienveranstaltung "Hüppehü und Karamellbonbons" in der Züscher Borgs Scheune. Das eine Hüppehü ein Rohrblatt zur Erzeugung eines Tons ist und in vielen Blasinstrumente der schwingende Teil des Instrumentenmundstücks ist, lernten er und mit ihm circa 50 Kinder und Ihre erwachsenen Begleiter schnell. Ausgerüstet mit Taschenmessern und Baumscheren ging es zunächst einen kurzen Fußweg in Richtung Hackelberg und ein Stück den Kreuzweg hinauf. Die Vorstandsmitglieder des Fördervereins für Kultur-, Denkmalpflege und Naturschutz in der Gemeinde Züschen e. V. hatten sich vorgenommen, den Kindern nicht nur zu zeigen wie man eine Hüppehü schnitzt und spielt, sie wollten den Kindern auch erklären aus welcher Baumart eine Hüppehü hergestellt wird und ihnen diese vor Ort zeigen. Junge, im Saft stehende Triebe der Eberesche sind hierfür gut geeignet. Die Rinde ist glatt und zugleich fest, die Holzfasern sind langfaserig. Es können auch andere Strauchgewächse wie zum Beispiel Weide oder Haselnuss verwendet werden, wichtigstes Auswahlkriterium ist jedoch, dass die Triebe im Saft stehen, das heißt, dass das Baumwasser unter der Rinde nach einem Anschnitt deutlich zu erkennen ist. Je nach jahreszeitlichem Entwicklungsstadium ist das zumeist Ende April, Anfang Mai. Das Wetter und das Austriebstadium der Strauchgewächse war am Tag der Ferienveranstaltung fast perfekt, es war sonnig, das warme Osterwetter kurz zuvor hatte den Austrieb begünstigt, wenn er idealerweise auch etwas stärker hätte sein können. Mit einem ersten Schnitt und einem noch am Wegrand gefertigten Probestück erläuterten die Vorstandsmitglieder den Kindern, warum es wichtig ist, dass der Zweig, aus dem man eine Hüppehü fertigen möchte, im Saft steht. Denn bei der Fertigung einer Hüppehü nutzt man den Effekt, dass wenn der Baumsaft unter der Rinde steht, sich das frische Holz leichter von seiner Rinde löst, und man so ein Rohrstück aus Rinde erhält. Zurück in der Scheune, wurde in Kleingruppen erklärt und vorgeführt wie eine Hüppehü Schritt für Schritt geschnitzt wird. Man sucht den Zweig nach einem kurzen, astfreien, circa 4 bis 5 cm langen und 6 bis 8 mm dickem Stück ab und schneidet das überstehende Ende mit einem scharfen Taschenmesser oder einer Astschere ab. Das andere Ende bleibt zunächst am Zweig, es wird später noch benötigt. Anschließend wird die Rinde am Ende des 4 bis 5 cm langen Stücks rundherum bis auf das Holz eingeritzt. Jetzt nimmt man das Werkzeugheft seines Taschenmessers und klopft ringsherum auf die Rinde ein. Ob man lange genug klopft, dabei kann ein Spruch helfen: "Hüppe, hüppe, hü; wenn Du mir nicht geraten willst, dann kommt der Hesse mit dem langen Messer, und schneidet Dir das Köpfchen kahle, kahle, ab, ab, ab." Im Tohuwabohu der 50 Kinder, die flink schnitzten, eifrig klopften und sehr schnell lernten einen Ton auf der Hüppehü zu spielen, ist der Spruch jedoch leider untergegangen. Er ist traditionell überliefert und darf beim Hüppehü Schnitzen nicht fehlen. Der hier genannte Wortlaut ist eine ins Hochdeutsche übersetzte Variante, des ursprünglich plattdeutschen Spruchs. Auch der genaue Wortlaut variiert je nach Überlieferung in den Familien. Das Klopfen begünstigt, dass sich das Baumwasser unter der Rinde sammelt und sich Rinde und Holz leichter voneinander lösen lassen. Beim Abziehen der Rinde ist es von Vorteil, wenn das restlich Ende lang genug ist, damit man das Stück, von dem man die Rinde lösen will, gut festhalten kann. Das abgelöste Rindenstück wird anschließend weiterbearbeitet. Das Rohrstück wird flach gedrückt. An einem Ende ritzt man die braune Borke in einem Abstand von circa 5 mm bis auf die grüne, langfaserige Bastschicht ein und entfernt die Rinde in diesem Bereich beidseitig. Die Tonerzeugung mit einer Hüppehü erfordert etwas Übung. Die Hüppehü wird mit dem frei geschabten Endstück soweit in den Mund geschoben, dass das Endstück beim Anblasen frei schwingen und dadurch je nach Größe ein unterschiedlich lauter Ton entsteht. Jedes Kind fertigte allein oder mit kleiner Hilfestellung der Vorstandsmitglieder Hüppehüs. Auch die Vorstandsmitglieder schnitzten etliche Rohrblätter. Wer noch mehr Pfeiftöne erzeugen wollte, der konnte lernen wie eine einfache Weidenpfeife mit beweglichem Tonerzeuger geschnitzt wird. Die Veranstaltung war wie die Kinderveranstaltungen in den Jahren zuvor sehr gut besucht und rundherum gelungen. Kinder und Erwachsene hatten eine Menge Spaß daran Hüppehüs zu schnitzen, darauf zu pfeifen und Karamellbonbons zu kochen und so eine alte Tradition lebendig zu erhalten.
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