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(ots) - In einer groß angelegten Kontrollaktion der Nord- und Ostdeutschen Bundesländer haben am Dienstag die Beamtinnen und Beamten im Landkreis für 24 Stunden die Pflicht der Verkehrsteilnehmer zur Gurt- und Helmbenutzung kontrolliert. An insgesamt zwölf festen und mehreren mobilen Kontrollstellen in den Stadt und Landkreis Celle waren insgesamt 28 Polizistinnen und Polizisten im Einsatz. Bei den Kontrollen bis 24.00 Uhr wurden knapp 100 Autofahrerinnen und Autofahrer kontrolliert und deren Verhalten beanstandet. Auffallend dabei, dass in vier Fahrzeugen Kinder befördert wurden die nur sehr unzureichend oder auch gar nicht gesichert waren. Nach der Belehrung vor Ort mussten 68 der Ertappten an Ort und Stelle ein Verwarnungsgeld entrichten. Elf Verkehrssünder bekommen in nächster Zukunft Post mit einem Bußgeldbescheid vom Landkreis. Die Kontrollen der Polizei zur Verbesserung der Verkehrssicherheit und der damit verbundenen Senkung der Unfallzahlen werden übers Jahr fortgesetzt. Zum Hintergrund: Nach einer Untersuchung der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) aus dem Jahr 2010 liegt die Bereitschaft zur Nutzung vorgeschriebener Rückhaltesysteme im Durchschnitt aller Straßen bei 98 Prozent. Wissenschaftliche Untersuchungen beweisen, dass der Verzicht auf das Anlegen des Sicherheitsgurtes das Risiko, bei einem Unfall getötet oder schwer verletzt zu werden, deutlich erhöht. Etwa ein Viertel der über sechs Jahre alten Kinder wird jedoch bei der Mitnahme in Pkw nicht altersgerecht gesichert. Durch die statistische Auswertung des Unfallgeschehens ist schon seit längerem belegt, dass ungesicherte Kinder gegenüber gesicherten Kindern bei einem Verkehrsunfall einem siebenmal höheren Risiko ausgesetzt sind, schwere bis tödliche Verletzungen zu erleiden. Dabei spielt nicht nur das Sichern allein eine Rolle, sondern auch die Qualität der Sicherung, bei der u.a. Fehler beim Kindersitzeinbau oder bei der Sicherung des Kindes im Schutzsystem das Risiko von Unfallverletzungen erheblich erhöhen. Seit 2008 dürfen nur noch Rückhaltesysteme mit der Kennzeichnung ECE-R44/3 bzw. 44/04 verwendet werden. Das Tragen des Schutzhelms bei motorisierten Zweiradfahrern liegt innerorts nach einer weiteren Untersuchung der BASt bei ca. 97 Prozent. Es besteht zwar für Motorradschutzhelme eine amtliche Prüfnorm (ECE-R-22.05), jedoch kann ein Verstoß kaum verfolgt werden, weil die Bezeichnung "geeigneter Helm" in der StVO unklar formuliert ist. Studien haben weiterhin gezeigt, dass das Unfallrisiko für Motorradfahrer siebenmal höher ist als für die übrigen Kraftfahrzeugführer. Das vorschriftsmäßige Tragen von Schutzhelmen ist daher ein wichtiger Aspekt für die Sicherheit der Fahrer motorisierter Zweiräder. Sicherheitsgurte, Kinderrückhaltesysteme und Schutzhelme bleiben deshalb im Straßenverkehr unverzichtbare Sicherungsmittel, um die Verletzungsfolgen bei einem Verkehrsunfall maßgeblich zu reduzieren. Aus diesem Grunde haben die Polizeien der nord- und ostdeutschen Bundesländer auch für dieses Jahr beschlossen, länderübergreifende Schwerpunktaktionen zur Bekämpfung von Verstößen gegen die Pflicht der vorgeschriebenen Nutzung von Rückhaltesystemen und Schutzhelmen durchzuführen.
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