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Kreise Steinburg + Dithmarschen: Reisende Handwerker - Vorsicht vor angeblichen Kobalthärtungen und vor Teerkolonnen

(ots) - Vor rund zwei Jahren ermittelte die Kripo Itzehoe wegen eines versuchten Betrugs - begangen von reisenden Handwerkern. Opfer war der Inhaber eines Handwerksbetriebes im Kreis Steinburg. Ihn suchten zwei Männer auf, die angeblich für eine Firma im Osten von Frankreich aktiv waren und vorgaben, als Reisende Kobalthärtungen und Nachschmiedearbeiten vornehmen zu können. Das hörte sich zunächst vielversprechend an, entpuppte sich bei näherer Betrachtung aber als eine üble Geschichte - zur Nachahmung nicht empfohlen.

Obwohl die Besucher keinen Auftrag erhielten, hantierten sie auf dem Firmengelände mit metallenen Materialien des hiesigen Unternehmers und verlangten plötzlich für ihr 30-minütiges Wirken 350 Euro an Lohn. Den bekamen sie nicht: Der Steinburger Unternehmer hatte den angeblichen Handwerkern sein Werkzeug nur ausgehändigt, um sich einen Preis machen zu lassen. Den wollte das Duo, so wie abgesprochen, nach der "Begutachtung des Materials" nennen. Doch was war geschehen? Zwischenzeitlich hatten beide die ihnen überlassenen Bohrer und Zangen in Öl getaucht. Die wollten sie als fertig gehärtete und nachgeschmiedete Handwerksgeräte gegen Bares zurückgeben. Doch auf diese Masche ließ sich der Unternehmer nicht ein. Er verweigerte die Summe, auch wenn ihm das Ärger einbrachte: Die angeblichen Handwerker traten ihm gegenüber nun drohend auf und kündigten ihr Wiederkommen an. Seitdem sind sie im hiesigen Bereich verschwunden. Doch für wie lange?

Die hiesige Polizei wird seit diesem Zeitpunkt immer wieder über Personen südländischer Herkunft informiert, die sich in vielen Teilen Deutschlands und auch in Tschechien so verhalten, wie die Franzosen 2011 im Kreis Steinburg. Ob es dieselben Männer sind, steht nicht zweifelsfrei fest. Dennoch ist nicht auszuschließen, dass sie oder ähnlich agierende Personen den Weg in Richtung Norden einschlagen, um bei uns gutgläubigen Menschen Geld aus der Tasche zu ziehen. Egal ob aus Bayern, Brandenburg, Baden-Württemberg oder Kladno in Böhmen: Immer wieder ärgern sich die Anrufer darüber, dass sie sich überhaupt mit den angeblichen Handwerkern eingelassen haben.

Ähnlich geht es denjenigen, die auf das Angebot von Personen eingehen, die vorgeben, Grundstücksauffahrten fachgerecht asphaltieren zu können - natürlich ebenfalls für einen annehmbaren Preis. Die von den britischen Inseln zu uns kommenden reisenden Täter geben meist vor, von einer bestimmten Strecke zu kommen, die sie gerade asphaltiert hätten. Und nun wäre da noch etwas Asphalt im Tank ihres großen Lasters, den sie an den Kunden weitergeben wollten. Wer sich darauf einlässt, sollte nicht sicher sein, auch ein gutes Geschäft gemacht zu haben. Polizei und Kripo haben schon feststellen müssen, dass statt guter Arbeit minderwertige erkauft worden war.

Richtig gemacht hat es in dieser Woche ein Itzehoer Geschäftsmann am Liethberg - er lehnte das Angebot einer etwa 20 Jahre alten Person ab, die in englischer Sprache "Teerdienste" anbot. Als sie merkte, dass mit dem Itzehoer kein Geschäft zu machen ist, verließ sie seinen Hof mit einem Pkw der Marke Audi.

Bei allen "Schnäppchen", die "Jäger" meinen machen zu können, sollte nicht vergessen werden: Es gibt niemanden, der "Unter dem Preis" verkaufen kann oder etwas zu verschenken hat - jedenfalls dann nicht, wenn er seriös ist: Wer diese Grundsätze missachtet, darf sich nicht wundern, wenn er finanzielle Nachteile erleidet.

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Veröffentlicht
26. April 2013, 09:20
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