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Polizeidirektion Braunschweig veröffentlicht Kriminalstatistik für 2014: Weiterhin hohe Aufklärungsquote, weniger Gewaltdelikte - aber noch hohes Niveau bei Kfz-Kriminalität und Wohnungseinbrüchen.

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(ots) -

Am Dienstag stellte Polizeipräsident Michael Pientka die polizeiliche Kriminal-statistik für das Jahr 2014 vor. Insgesamt zeigte er sich zufrieden mit den Ergebnissen der Arbeit der Polizei. Allerdings stellte er auch klar, dass die Polizei - auch im Zusammenspiel mit der Bevölkerung - in einigen Deliktsfeldern weiterhin besondere Schwerpunkte setzen wird.

In der Langzeitbetrachtung der letzten zehn Jahre war im Jahr 2005 in der Region Braunschweig ein Spitzenwert mit 84.878 Straftaten erreicht. In den darauf folgenden Jahren nahm die Gesamtzahl der Straftaten kontinuierlich ab. Mit 76.068 erfassten Fällen im Jahre 2014 hat die Anzahl der Straftaten innerhalb von neun Jahren um 10,38 Prozent (- 8.810) abgenommen.

Die Aufklärungsquote (AQ) erreichte auch im Berichtsjahr 2014 wieder ein hohes Niveau. Mit 60,56 Prozent wird im sechsten Jahr in Folge die 60-Prozent-Marke überschritten. Während im Land Niedersachsen insgesamt 1,29 Prozent mehr Straftaten zu verzeichnen waren, wurden in der Region Braunschweig 5,2 Prozent Straftaten (3.799 Fälle) mehr erfasst als 2013. Polizeipräsident Pientka begründet diesen Anstieg so: "2013 fiel die Gesamtzahl der Straftaten im Vergleich zu 2012 gering aus, da es zum Beispiel wegen des langen Winters erheblich weniger Fahrraddiebstähle gab. 2014 stieg deren Anzahl wieder um fast 1.000 Taten auf das übliche Niveau an." Außerdem seien im Berichtsjahr in allen Bereichen der Betrugs- und Fälschungsdelikte die Fallzahlen gestiegen (+1.747).

Geprägt ist die Gesamtentwicklung von 2013 zu 2014 auch durch eine Zunahme von anderen schweren Diebstahlsdelikten, insbesondere dem Diebstahl aus Büro- und Lagerräumen, und Beförderungserschleichungen, also dem "Schwarzfahren".

Die Fallzahlen im Bereich des Wohnungseinbruchdiebstahls (AQ: 2013/21,27 Prozent; 2014/18,21 Prozent) sind weiterhin leicht gestiegen und damit unverändert auf hohem Niveau. Pientka: "Wir haben mit allen unseren Dienststellen ein Maßnahmenbündel zur Bekämpfung dieser Taten in der dunklen Jahreszeit aufgelegt und sind zuversichtlich, dadurch einen höheren Anstieg verhindert zu haben. Gleichzeitig setzen wir weiter auf Prävention. Wir appellieren an die Bevölkerung, die kriminalpolizeiliche Beratung in Anspruch zu nehmen. Sie ist kostenlos! Es gibt viele Möglichkeiten, etwas für die Sicherheit der Wohnungen und Häuser zu tun. Das schließt technische Maßnahmen genauso ein wie Prävention durch sicherheitsbewusstes Verhalten." Der Polizeipräsident erinnerte auch an die Aktion "wachsamer Nachbar" und rief dazu auf, sich gegenseitig zu unterstützen. "Wählen Sie bitte den Notruf 110, wenn Ihnen Personen oder Sachverhalte verdächtig erscheinen", so Pientka.

Beim Kfz-Diebstahl hat sich die Anzahl der Fälle nur wenig verringert und befindet sich weiterhin auf hohem Niveau (AQ: 2013/18,48 Prozent; 2014/17,06 Prozent). Der Bereich der PD Braunschweig bleibt weiterhin einer der Brennpunkte für den Kfz-Diebstahl im Land Niedersachsen. Pientka unterstrich, dass die Region Braunschweig/Wolfsburg als Zentrum der Automobilindustrie seit Jahrzehnten eine Fülle von Tatgelegenheiten biete. Polizeipräsident Pientka setzt hier auf Zentralisierung der Sachbearbeitung. Schon 2014 hatte die Polizeidirektion eine zentrale Ermittlungsgruppe eingerichtet, die von Gifhorn aus mit Erfolg arbeitete. "Wir werden in Kürze über Erfolge und Arbeit dieser Ermittlungsgruppe berichten. Eine zentrale Ermittlungsgruppe wird zukünftig fester Bestandteil im Fachkommissariat Banden unserer Zentralen Kriminalinspektion werden. Dadurch erwarten wir eine effektivere Bekämpfung dieser Delikte - auch im Zusammenwirken mit Dienststellen im Ausland."

Erfreulich, so der Polizeipräsident, sei der weitere Rückgang der Gewaltkriminalität, besonders bei gefährlichen und schweren Körperverletzungen.

Im Bereich der Gewalt gegen Sachen (Sachbeschädigung) gab es 3,7 Prozent mehr Taten als im Vorjahr. Es handelt sich hierbei um Steigerungen im Bereich von Graffiti sowie Sachbeschädigungen durch Feuer und Sachbeschädigungen an Pkw.

Weiterhin auffällig ist eine Zunahme von Rauschgiftdelikten um 13,1 Prozent. Das betrifft besonders den unerlaubten Besitz, Erwerb von - oder Handel mit - Cannabisprodukten sowie Amphetaminen. Pientka: "Vor allem unter Jugendlichen haben wir mehr Cannabismissbrauch feststellen müssen."

Positiv sei, dass Jugendliche 2014 weniger Straftaten unter Alkoholeinfluss als in den Vorjahren begangen hätten.

Eine besondere Herausforderung für die Polizei sei die Bekämpfung der Kriminalität mit dem Tatmittel Internet, der so genannten "Cybercrime". Pientka wies auf die niedersächsische Dunkelfeldstudie von 2013 hin, die ergeben habe, dass lediglich neun Prozent dieser Fälle angezeigt worden seien. Die Befragung werde zurzeit wiederholt. Mit Spannung erwarte man die Ergebnisse. Die Aufklärungsquote bei bekannt gewordenen Delikten der Internetkriminalität beträgt 83 Prozent. Hatte es 2013 noch 3.900 Taten gegeben, waren es im Berichtsjahr 4.304.

Die Hälfte der Cybercrime-Taten sind Waren- und Warenkreditbetrügereien. Im vergangenen Jahr stieg deren Anzahl um 26,43 Prozent im Vergleich zu 2013. Pientka: "Bei Cybercrime setzen wir stark auf die Aufklärung der Bevölkerung. Deswegen haben wir Anfang März ein für Bürgerinnen und Bürger offenes Symposium zur Internetkriminalität ausgerichtet. Repressiv wird die Polizei Niedersachsen die Spezialisierung der Sachbearbeitung vorantreiben."

Ort
Veröffentlicht
31. März 2015, 11:00
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